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2024-1129

Erisypel Wundrose nach Hautkrebsoperation

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Fallbeschreibung:

Wundrose nach ambulanter Hautkrebsoperation: CIRS-Fall

Diagnose eines Plattenepithelkarzinoms an der hohen Stirn. Weil KK für derartige Operationen keinen Klinikaufenthalt mehr bezahlen, erfolgten die Operationen ambulant in der Hautarztpraxis. Die Karzinom-Entfernung erfolgte an einem Montag. Diese Operation verlief komplikationslos. Am Freitag derselben Woche wurde, nach pathologischer Kontrolle, die Wunddeckung mittels Verschiebeplastik durchgeführt. Die Wiedervorstellung in der Praxis sollte 14 Tag später zum Fäden ziehen erfolgen. Bereits einen Tag nach der Wunddeckung hatte ich zugeschwollene Augen. Nach 3 Tagen habe ich den Verband eigenmächtig abgenommen und die Wunde völlig vereitert vorgefunden. Ein Besuch in der Hautarztpraxis am nächsten Morgen ergab die Diagnose Erisypel (Wundrose) und hatte die sofortige Einweisung ins Krankenhaus zur Folge. Dort wurde ich 6 Tage lang 3 x tgl mit Antibiotikainfusionen behandelt.

Gut gelaufen:

Keine Angaben

Schlecht gelaufen:

Bereits bei der ersten Operation war mir aufgefallen, dass weder Operateur noch Helferin OP-Masken trugen. Die Wundumgebung wurde aber offensichtlich gut desinfiziert. Bei der Wunddeckung ebenfalls keine OP-Masken. Hie war die Desinfektion des Operationsumfeldes m.E. nicht ausreichend. Es wurden zu wenig Haare entfernt. Infolge dessen ragten Haare in die Wund hinein. Das Operationsumfeld wurde auch nicht steril abgedeckt.

Verbesserungsvorschläge:

Hautärzte sollten bei derartigen Operationen den gleichen Standard wie Kliniken anwenden: OP-Masken, Desinfektion der Operationsumgebung, sterile Abdeckung der Operationsumfeldes. Noch besser wäre, wenn Krankenkassen auch für solche Krankheitsbilder wieder die Kosten der Operation in der Klinik übernehmen würden.

Weitere Infos:

Wegen dieser mangelnden Operationshygiene dauert die Wundheilung statt 14 Tage nun 4 – 6 Wochen.

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Eine Krebsoperation im Gesichtsbereich ist eine belastende Erfahrung – körperlich wie emotional. Wenn nach einem solchen Eingriff eine schwere Wundinfektion auftritt und ein ungeplanter Krankenhausaufenthalt notwendig wird, ist das für Betroffene besonders erschöpfend und oft schwer zu verarbeiten.

Ambulante Operationen – also Eingriffe, die ohne stationären Krankenhausaufenthalt durchgeführt werden – sind heute auch bei anspruchsvollen Hautoperationen verbreitet. Sie finden häufig in Arztpraxen statt, die dafür eigene Operationsräume vorhalten. Nach solchen Eingriffen liegt die Nachsorge überwiegend in den Händen der Betroffenen selbst – und der Zeitraum bis zur nächsten geplanten Wiedervorstellung kann mehrere Wochen betragen. In dieser Zeit kann es in seltenen Fällen zu Komplikationen wie einer Wundinfektion kommen, die rasches Handeln erfordert.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer sich vorab informiert und klare Absprachen mit der behandelnden Praxis trifft, kann dazu beitragen, Komplikationen früh zu erkennen.

  • Klare Informationen zur Wundbeobachtung einholen: Vor der Entlassung ist es möglich, konkret zu fragen, welche Zeichen auf eine Komplikation hindeuten können – zum Beispiel: „Ab wann und bei welchen Anzeichen soll ich mich melden, bevor der nächste Termin kommt?“ Anzeichen wie zunehmende Schwellung, Rötung, die sich ausbreitet, Wärme oder Fieber können auf eine Infektion hinweisen.
  • Einen direkten Rückfrageweg vereinbaren: Es ist möglich, zu fragen, ob es eine Telefonnummer oder einen anderen Weg gibt, um bei unklaren Veränderungen zwischen zwei Terminen schnell Rückmeldung zu erhalten – auch außerhalb der regulären Sprechzeiten.
  • Den Verband bei auffälligen Symptomen nicht zu lange unbeobachtet lassen: Wenn sich das Befinden deutlich verschlechtert – etwa durch Schwellung, Schmerzzunahme oder allgemeines Krankheitsgefühl – ist ein frühzeitiger Besuch in der Praxis oder eine ärztliche Notfallkonsultation eine sinnvolle Option, ohne auf den geplanten Termin zu warten.
  • Beobachtungen und Fragen zur Hygiene ansprechen: Wer während eines Eingriffs Bedenken hat – etwa zur Abdeckung der Wundumgebung oder zur Vorbereitung des Operationsfeldes –, kann diese ruhig benennen: „Ich habe eine Frage zur Vorbereitung – ist das bei Ihnen so Standard?“ Solche Fragen sind berechtigt und können ohne Weiteres gestellt werden.

Worauf Sie achten können

  • Haben Sie vor der Entlassung erfahren, welche Warnsymptome Sie zur sofortigen Kontaktaufnahme mit der Praxis oder einem ärztlichen Notfalldienst veranlassen sollten?
  • Ist geklärt, an wen Sie sich außerhalb der Sprechzeiten wenden können, falls etwas Ungewöhnliches auftritt?
  • Wissen Sie, ob und wie Sie die Wunde zwischen den Terminen selbst beobachten oder pflegen sollen – und was dabei normal ist?
  • Ist der nächste Termin für Sie erreichbar, und gibt es jemanden in Ihrem Umfeld, der Sie bei Bedarf begleiten oder unterstützen kann?

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 70-79 Jahre
Art der Einrichtung:Krankenhaus, Ambulante Praxis, Arztpraxis
Geschlecht: männlich

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