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2025-016

Nekrose und Entzündung nach Operation am Finger nicht erkannt

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Fallbeschreibung:

Nekrose nach Finger-OP nicht erkannt – CIRS-Fall

Ich wurde am am Zeigefinger operiert.Es handelte sich um eine Korrektur der Monate zuvor stattgefundenen Dupuytrenschen OP.

Die Wundkontrolle und der Verbandswechsel erfolgten. Der behandelnde Hausarzt hat beide Male die Entzündung, sowie die Nekrose, die bereits vorlag nicht erkannt. Die starken Schwellungen und Hämatome gaben ihm auch keinen Anlass mich ins Krankenhaus zu schicken.

Erst eine befreundete Krankenschwester, die die Fotos sah, riet mir dazu mit der Nekrose ins Krankenhaus zu fahren.

Am Wochenende wurde ich dann zum 3.mal in einer Not-Operation operiert. Die Chirurgen waren entsetzt, dass ein Arzt die Entzündung nicht erkannt hat. Der Schnitt musste verlängert werden, um mehr Haut zu bekommen und wg der Entzündung.

Der Hausarzt hat sich bei mir entschuldigt. Mir reicht das aber nicht, da ich unnötige Schmerzen habe, zwei Narkosen hinter mir habe, vollgepumpt mit Medikamenten werden, aber vor allem der Finger durch die 3. Naht vermutlich steif bleibt. Meinem Arbeitgeber entstehen rund 14 Tage mehr Lohnkosten.

Gut gelaufen:

Nichts

Schlecht gelaufen:

Verbesserungsvorschläge:

Keine Angaben

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Eine Operation und die anschließende Wundversorgung sind für viele Menschen belastend – und das Vertrauen in die nachsorgende Behandlung ist dabei besonders wichtig. Wenn Wundkomplikationen wie eine Entzündung oder eine Nekrose (also absterbendes Gewebe) in den Kontrolluntersuchungen nicht erkannt werden, kann sich der Heilungsverlauf erheblich verschlechtern, und es können weitere Eingriffe notwendig werden, die sich möglicherweise hätten vermeiden lassen.

In diesem Fall wurden Zeichen einer ernsthaften Wundkomplikation bei mehreren Vorstellungen übersehen. Erst durch den Hinweis einer medizinisch erfahrenen Bekannten wurde die betroffene Person ins Krankenhaus gebracht, wo eine Notoperation erforderlich war. Die körperlichen, seelischen und beruflichen Folgen sind erheblich.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer nach einem operativen Eingriff die Wundheilung beobachtet, kann durch aufmerksames Nachfragen dazu beitragen, dass Auffälligkeiten frühzeitig besprochen werden.

  • Fotos der Wunde machen: Es ist möglich, die Wunde regelmäßig fotografisch zu dokumentieren – auch wenn ein Verband sie bedeckt, lassen sich Schwellungen, Verfärbungen oder Veränderungen der Umgebung festhalten. Diese Bilder können bei der nächsten Untersuchung gezeigt oder einer weiteren Fachperson vorgelegt werden.
  • Konkret nach Warnzeichen fragen: Bei der Entlassung oder beim ersten Kontrolltermin lässt sich gezielt fragen: „Woran erkenne ich, dass ich sofort in die Notaufnahme fahren muss? Welche Veränderungen an der Wunde sind ein Alarmsignal?“
  • Eine zweite Meinung einholen: Wenn sich ein Gefühl aufdrängt, dass etwas nicht stimmt – sei es durch ungewöhnliche Schmerzen, starke Schwellungen oder Verfärbungen –, ist es möglich, eine weitere ärztliche Einschätzung zu suchen, etwa in einer chirurgischen Notaufnahme oder bei der operierenden Klinik direkt.
  • Die operierende Einrichtung direkt kontaktieren: Nach einer Operation ist es möglich, bei Unsicherheiten die operierende Klinik oder Praxis zu kontaktieren und zu fragen, ob die Wunde dort nochmals beurteilt werden kann – gerade wenn die Nachsorge an eine andere Praxis übergeben wurde.

Worauf Sie achten können

  • Zunehmende Rötung, Wärme, Schwellung oder übelriechende Absonderungen an einer Wunde können Zeichen einer Entzündung (Infektion) sein und verdienen ärztliche Aufmerksamkeit.
  • Dunkle, schwärzliche oder abgestorben wirkende Hautstellen im Wundbereich können auf eine Nekrose hinweisen – in einem solchen Fall empfiehlt sich eine rasche ärztliche oder chirurgische Beurteilung.
  • Es ist möglich, beim Kontrolltermin gezielt zu fragen: „Sieht die Wunde so aus, wie Sie es erwarten würden?“ – um eine aktive Einschätzung zu erhalten.
  • Wer sich unsicher fühlt oder das Gefühl hat, nicht ausreichend gehört zu werden, kann eine zweite fachärztliche Meinung einholen – das ist ein normaler und legitimer Schritt in der Gesundheitsversorgung.

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 50-69 Jahre
Art der Einrichtung:Operationssaal, Krankenhaus, Ambulante Praxis, Arztpraxis
Geschlecht: weiblich

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