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2024-450

Ohne Mobilisation und Nachsorge aus Klinik entlassen – ambulante Physiotherapie hat geholfen

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Fallbeschreibung:

Meine Frau (Anfang 50 J.) ist kurz vor Weihnachten zu Hause gestürzt und hatte sich einen Oberschenkelhalsbruch zugezogen. Mit Notarzt und Rettungsdienst kam sie gut versorgt in unser Kreiskrankenhaus. Dort wurde wegen des komplizierten Bruchs entschieden, ein künstliches Hüftgelenk einzusetzen. OP und OP-Erfolg waren einwandfrei. Auf der Station wurde meine Frau dann einfach im Bett liegen gelassen, teils auf der vom Urin durchnässten Unterlage. Es kam einfach nie jemand, wenn man klingelte. Wegen Weihnachten gab es wohl nur eine Notbesetzung. Auch einen Arzt konnte man nicht sprechen. Am ersten Weihnachtsfeiertag wollte man sie mir nach Hause entlassen. Einen Rehaplatz gäbe es für sie nicht, da sie wegen einer Grunderkrankung derzeit auf Pflegeunterstützung angewiesen wäre. Das könne eine Rehaklinik nicht leisten. Ich hatte mich dann selbst um einen Platz gekümmert und mich als unterstützende Pflegebegleitung angeboten. Als „Gast“ in der Reha sollte ich dann aber trotzdem mehrere 1000 Euro Eigenanteil für meine eigene Unterbringung bezahlen. Das konnten wir uns nicht leisten. Ich konnte dann noch mit viel Betteln zwei weitere Aufenthaltstage im Krankenhaus erreichen, damit ich nach den Feiertagen wenigstens noch einige Dinge, wie z.B. einen Toilettenstuhl beschaffen konnte. 6 Tage nach der OP wurde meine Frau mit einem Krankenwagen nach Hause gefahren und mir ins Wohnzimmer auf den Toilettenstuhl gesetzt. Da wegen Weihnachten in der Klinik auch keine Physiotherapeuten verfügbar waren, ist sie 6 Tage nur gelegen und erst für den Heimtransport zum ersten Mal auf die Beine gestellt worden. Ich habe dann 4 Wochen Urlaub nehmen müssen und anschließend wegen der Betreuung fast meinen Job verloren. Gemeinsam mit einer ambulanten Physiotherapie konnten wir sie dann wieder mobilisieren und die Gehfähigkeit auch langsam wieder herstellen.

Gut gelaufen:

Professioneller Rettungsdiensteinsatz mit ausreichender Schmerzmittelgabe. Medizinisch erfolgreiche OP.

Schlecht gelaufen:

Kein ganzheitlicher Einsatz, zur erfolgreichen OP gehört auch eine entsprechende Pflegeversorgung und Physiotherapie. Reha-Vermittlung durch Krankenhaus-Sozialdienst war leider nicht möglich. Durch die Versäumnisse dauerte die Genesung deutlich länger.

Verbesserungsvorschläge:

Nach einer Hüftgelenks-OP MÜSSEN Patienten frühzeitig mobilisiert werden. Es muss auch an Feiertagen ein Mindestmaß an Physiotherapie möglich sein. Es muss auch da ausreichend Pflegepersonal vorhanden sein. Und es muss Reha-Plätze für diese Fälle geben.

Weitere Infos:

Man ist ja ohnehin in einer Ausnahmesituation. Da wäre es hilfreich, wenn es mehr Unterstützung bei der Koordination gäbe.

Infos zum Fall:

Perspektive: Angehörige oder Angehöriger einer Patientin oder eines Patienten
Alter: 50-69 Jahre
Art der Einrichtung:Rettungsdienst/Krankentransport, Krankenhaus, Aufwachraum, innerklinischer Transport, Normalstation, Notaufnahme, Operationssaal
Geschlecht: weiblich

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