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2025-376

Medizingeschädigter Krebspatient: falsche Krebsdiagnose und Prognose erhalten

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Fallbeschreibung:

Person erhielt die Diagnose Bauchfellkrebs mit drohendem Darmverschluss. Nach den Arztbriefen wurde schon auf dem CT Bild eine Veränderung/Verdickung der Bauchspeicheldrüse festgestellt und dokumentiert, welche sich aber zunächst nicht näher angesehen wurde, da die Person sich erstmal nur einer Hernien OP unterziehen musste. Die folgenschwere lebensbedrohliche Diagnose folgte. Schon während des nächsten halben Jahres regte sich in mir der Verdacht, dass die Behandlung nicht adäquat durchgeführt wird und auch der Patient sowie seine Angehörigen nicht ernst und gehört werden. Die Krankheit verlief zunächst unauffällig, bis die ersten Symptome des drohenden Darmverschlusses begonnen. In der Notaufnahme im behandelnden Krankenhaus, wurde der Patient mit der Diagnose „Gastritis“ und dem Medikament Vomex A nach Hause geschickt. Der erste Darmverschluss mit mehrwöchigem Krankenhausaufenrhalt folgte. Dieser konnte dank eines Stunts behoben werden. Der Patient konnte wieder „normale“ Nahrung zu sich nehmen. Dies hielt aber nur ca. 14 Tage an. Der nächste Darmverschluss folgte, mit mehreren OPs und Schluss endlich einer dauerhaften Drainage. Der zu dem Zeitpunkt behandelnde Onkologe hielt weiter an der Chemo- und Immuntherapie fest. Der Patient bekam sogar auf Nachfrage, wie lange er noch habe, nur die Antwort: Monate, sogar Jahre. Wie falsch die Ärzte lagen, ahnte noch niemand von uns. Kurz darauf dann der Schock: Kreislauf Versagen, stationärer Aufenthalt für länger als einen Monate auf der Palliativstation mit anschließendem dauerhaften stationären Aufenthalt im Pflegeheim (voll Pflegebedürftig mit Pflegegrad 5 am Ende). Ernährung ging nur noch über den Port durch Mineralien. die Chemotherapie wurde weiter durchgeführt während der Patient noch auf der Palliativstation im Krankenhaus lag. Kurze Zeit später dann der ersehnte Termin beim Onkologen, um dann festzustellen, dass dieser keine Ahnung hatte, wie es um seinen Patienten, die Blutwerte oder gar die angesetzte Therapie steht. Völlig irritiert, weshalb der Patient nicht mobilisiert wird und schon für austherapiert und sterbend gilt, konnten uns keine Fragen beantwortet werden. Lediglich die Tumormarker, die über 6000 lagen und seitdem nicht mehr kontrolliert wurden, konnte uns gesagt werden, dass sie sehr hoch seien und der Normalwert bei unter 20 läge. Nach Beendigung der angesetzten Chemo wurde der Patient in ein nahe gelegenes Pflegeheim gebracht. Dort starb er am mit der Fehldiagnose Bauchfellkrebs. Aus den Unterlagen und Arztbriefen geht nämlich eindeutig hervor, dass sich der Ursprungstumor am Pankreasschwanz befand und gestreut hat. Ein Pankreaskarzinom im Stadium 3 bzw. am Ende des Lebens sogar Endstadium 4 diagnostiziert, geht fast immer tödlich aus. Dies wurde mir nach Durchlesen der vorhandenen Unterlagen klar. Das Sterben hätte nicht verhindert werden können, aber der Prozess dort hin hätte für den Patienten und uns nahe stehenden Angehörigen, doch leichter gemacht werden können.

Gut gelaufen:

Das Pflegeheim, in dem der Patient zum Schluss wohnte, hat sich sehr gut um ihn gekümmert. Und sogar bei Verdacht auf Schlaganfall direkt gehandelt und ihn wieder ins Krankenhaus auf die Stroke Unit verlegen lassen. Gottseidank hatte sich dieser Verdacht nicht auch noch bestätigt. Auch der Aufenthalt auf der Palliativstation wurde von den ganzen Pfleger*innen vorbildlich begleitet. Sie waren offen für Gespräche und nahmen auch uns Angehörige ernst.

Schlecht gelaufen:

Leider klappte die Zusammenarbeit mit den Ärzten aur der Palliativstation nicht sehr gut. An einem Tag wurde der Patient für halb tot erklärt und er habe nur noch wenige Wochen zu leben, einen Tag später war der Zustand ja doch nicht mehr ganz so ernst. Uns Angehörige hat das psychisch sehr mitgenommen, vor allem weil wir die Info wie hingeworfen bekamen und dann komplett alleine gelassen wurden. Keine Empathie, keine Hilfsangebote.

Verbesserungsvorschläge:

Mehr Zeit für die Fragen der Patienten und Angehörigen, bessere Versorgung und keine unnötigen Therapien, wenn sie das Sterben nur verlängern.

Weitere Infos:

Ich möchte Gerechtigkeit durch Aufklärung und öffentlichen Mitteilungen, damit anderen Familien und diagnostizierten Personen dieser ewig lange Leidensprozess erspart bleibt, der uns nicht erspart geblieben ist. Wir sind medizingeschädigte Angehörige eines Krebspatienten, der noch schöne Monate zu Hause hätte haben können, wenn nicht auf biegen und Brechen versucht worden wäre, ihn zu therapieren. Es wurden schlichtweg falsche Hoffnungen gemacht, der Patient könnte noch viele Jahre mit der Erkrankung leben. Heilung war zwar von Anfang an nie vorgesehen, aber ein Stillstand der Erkrankung, der letztendlich nur durch den Tod herbeigeführt wurde.

Infos zum Fall:

Perspektive: Angehörige oder Angehöriger einer Patientin oder eines Patienten
Alter: 50-69 Jahre
Art der Einrichtung:Pflege, Stationäre Langzeitpflege (Pflegeheim), Ambulante Praxis, Krankenhaus, Notaufnahme, sonstiger Bereich
Geschlecht: männlich

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