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2024-1552

Medikation verweigert

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Fallbeschreibung:

Medikation verweigert: Risiko bei Brustkrebstherapie

Nach Diagnose eines hormonabhängigen Brust Tumors wurde mir vom Brustzentrum eine neoadjuvante AHT mit Letrozol und Zoladex als Medikation nahe gelegt. Mit dem Protokoll der Tumorkonferenz sollte ich zu meiner niedergelassenen Gynäkologin gehen, die mir dann die benötigten Medikamente aufschreiben würde.
Die Praxis verweigerte mir jedoch zunächst die Zoladexspritze mit der Begründung, dass diese zu teuer für die Praxis sei, ich solle damit zu einer onkologischen Praxis gehen. Die hätten ein besseres Budget dafür.

Die Letrozol wiederum wurden mir aufgeschrieben und ich sollte die dann schon nehmen.
Ich habe dann letztendlich Kontakt zur Ärztin selbst aufgenommen, die mir die Spritze dann auch aufgeschrieben hat, der Termin zur Gabe der Spritze wurde jedoch auf 5 Tage später gelegt.

Ich habe im Brustzentrum noch mal angerufen, um den Fall zu schildern. Dort wurde mit Entsetzen reagiert, denn wie ich erfahren habe, hätte eine alleinige Letrozol-Gabe meine Hormonproduktion sogar angeregt, anstatt diese zu drosseln. Ich bin dann noch an einem Freitag in das Brustzentrum gefahren, wo mir die Spritze gegeben wurde.

Aus Kostengründen und aus organisatorischen Gründen wurde somit von der gynäkologischen Praxis in Kauf genommen, dass mein Tumorwachstum sogar befeuert hätte werden können, wenn ich mich nicht nochmal an das Brustzentrum gewendet hätte.

Gut gelaufen:

Das Brustzentrum hat toll und schnell reagiert.

Schlecht gelaufen:

Die niedergelassen Ärztin hat ihrem Personal scheinbar verboten diese Spritze aufzuschreiben, dies wurde mir aber zunächst nicht erklärt. Wie soll man aktuell innerhalb von 2 Tagen an einen Termin in einer onkologischen Praxis bekommen? Warum soll eine Patient in eine onkologische Praxis, wenn es ein gynäkologisches Medikament ist? Die Kommunikation und die daraus resultierenden Fast- Folgen waren unterirdisch. Ich musste also in dieser schlimmen Situation für ein Medikament kämpfen, was mir mein jetziger Gynäkologe ohne mit der Wimper zu Zucken selbstverständlich ausstellt. Es wurde von der gynäkologischen Praxis in Kauf genommen, dass mein tumorwachstum befeuert wird.

Verbesserungsvorschläge:

Kommunikation Verständnis von medikamentösen Zusammenhängen beim medizinische Personal (an denen kommt die Patientin ja oft nicht vorbei)

Weitere Infos:

Ich habe mich, gerade in einer solche schrecklichen Situation einer frischen Krebsdiagnose denkbar schlecht aufgehoben gefühlt. Die Ärztin hat in einem darauf folgenden Gespräch noch versucht sich und die Praxis zu erklären, jedoch meiner Meinung nach, war das nur, um Ärger mit mir und evtl. Folgen zu vermeiden und nicht, weil sie es tatsächlich „eingesehen“ hat. Ich wurde mit den Worten „Aufstehen und Krönchen richten“ verabschiedet. Bei einer Krebsdiagnose. Mir fehlten die Worte und ich habe umgehend die Praxis gewechselt, da das Verhalten unmöglich war.

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Eine Krebsdiagnose ist eine der belastendsten Situationen, die Menschen erleben können – und genau in dieser Phase auf bürokratische und organisatorische Hürden beim Zugang zu verordneten Medikamenten zu stoßen, macht eine ohnehin schwierige Situation noch schwerer. Manchmal weichen die tatsächlichen Abläufe in einer Praxis von dem ab, was eine behandelnde Klinik empfohlen hat – etwa wenn einzelne Medikamente aus Kostengründen nicht ausgestellt werden.

In diesem Fall wurde einer Patientin nach der Empfehlung eines Brustzentrums eine kombinierte Hormontherapie (eine Behandlung, die die körpereigene Hormonproduktion hemmt) verordnet. Ein Teil der Medikation wurde in der niedergelassenen Praxis zunächst nicht ausgestellt. Wie sich später herausstellte, wäre die alleinige Einnahme des anderen Medikaments ohne die Kombination nicht nur wirkungslos, sondern hätte dem Behandlungsziel sogar entgegengewirkt. Die Patientin wandte sich direkt an das Brustzentrum, das schnell reagierte und die Versorgung sicherstellte.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wenn nach einer spezialärztlichen Empfehlung Schwierigkeiten beim Zugang zu verordneten Medikamenten entstehen, gibt es Wege, die eigene Versorgung aktiv zu unterstützen.

  • Das behandelnde Zentrum direkt einbeziehen: Wenn eine niedergelassene Praxis ein empfohlenes Medikament nicht ausstellen kann oder möchte, ist es möglich, direkt bei dem Zentrum oder der Klinik anzurufen, die die Therapie empfohlen hat. Eine Formulierung wie „Ich wurde an Sie verwiesen, habe aber Schwierigkeiten, das Medikament zu bekommen – können Sie mir helfen oder mich weiterleiten?“ kann hier den Weg öffnen.
  • Schriftliche Unterlagen immer dabei haben: Das Protokoll einer Tumorkonferenz (ein schriftlicher Behandlungsplan, der von einem Spezialistenteam erstellt wird) ist ein wichtiges Dokument. Es kann hilfreich sein, dieses bei jedem Termin vorzulegen und im Gespräch konkret darauf hinzuweisen, welche Medikamente dort gemeinsam empfohlen wurden.
  • Rückfragen bei Unklarheiten stellen: Wenn ein Medikament nicht ausgestellt wird, ist es möglich zu fragen: „Können Sie mir erklären, wohin ich mich stattdessen wenden kann – und können Sie dort für mich Kontakt aufnehmen?“ So lässt sich sicherstellen, dass keine Versorgungslücke entsteht.
  • Mehrere Medikamente einer kombinierten Therapie im Blick behalten: Wenn ein Behandlungsplan mehrere Medikamente umfasst, die zusammen wirken sollen, ist es möglich, in der verordnenden Einrichtung nachzufragen, ob und wie alle Teile der Therapie zusammenhängen – und ob sie gleichzeitig begonnen werden.

Worauf Sie achten können

  • Liegt mir das vollständige schriftliche Behandlungsprotokoll vor, und habe ich es bei meinen Arztterminen dabei?
  • Weiß ich, an wen ich mich wenden kann, wenn eine Praxis ein empfohlenes Medikament nicht ausstellt – zum Beispiel direkt an das überweisende Zentrum?
  • Bin ich darüber informiert, ob mehrere Medikamente meiner Therapie nur gemeinsam wirken – und kann ich das bei der verordnenden Stelle erfragen?
  • Fühle ich mich in meiner Praxis gut aufgehoben und respektvoll behandelt? Ein Wechsel der Praxis ist jederzeit möglich und kann zur eigenen Sicherheit beitragen.

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 30-49 Jahre
Art der Einrichtung:Ambulante Praxis, Arztpraxis
Geschlecht: weiblich

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