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2024-1492

Onkologie arbeitet nach alten Leitlinien

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Fallbeschreibung:

Veraltete Leitlinien in der Onkologie – Patientensicherheit

Nach Erhalt meiner Diagnose im Krankenhaus wurde ich an eine Onkologie in meiner Nähe überwiesen. Dort wurde mir das Medikament Xalkori verschrieben.

Während der Einnahme des Medikaments holte ich eine Zweitmeinung ein, die ergab, dass das Medikament Alecensa nach den neuesten Leitlinien 3 für mich besser geeignet sei.

Ich informierte meine Onkologin darüber, die jedoch meinte, dass sie nicht ständig auf dem neuesten Stand sein könne. Ab diesem Zeitpunkt war mir bewusst, dass ich nicht optimal betreut wurde. Daher suchte ich mir einen neuen Arzt, der auf meine Mutation spezialisiert ist.

Gut gelaufen:

Man ist am Anfang auf sich alleine gestellt, eine Zweitmeinung ist ganz wichtig.

Schlecht gelaufen:

Verbesserungsvorschläge:

Keine Angaben

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was hier gut gelaufen ist

Die betroffene Patientin hat in einer belastenden Situation – kurz nach einer schwerwiegenden Diagnose – eigenständig eine Zweitmeinung eingeholt und damit einen wichtigen Unterschied für ihre weitere Behandlung herbeigeführt. Ihr Engagement zeigt, wie wertvoll es sein kann, die eigene Versorgung aktiv zu begleiten.

Konkret hat in diesem Fall folgendes gut funktioniert: Die Patientin wartete nicht ab, sondern holte frühzeitig eine weitere fachärztliche Einschätzung ein. Diese ergab, dass nach den aktuellen Leitlinien – also den wissenschaftlich abgestimmten Behandlungsempfehlungen für eine bestimmte Erkrankung – ein anderes Medikament besser geeignet war. Auf Basis dieser Information entschied sie sich für einen Arztwechsel zu einer Spezialistin oder einem Spezialisten mit Expertise für ihre spezifische Mutation.

Wie Sie ähnlich gute Bedingungen aktiv herbeiführen können

  • Eine Zweitmeinung ist bei schwerwiegenden Diagnosen wie einer Krebserkrankung jederzeit möglich – und ein gesetzlich verankertes Recht. Es kann helfen, diese frühzeitig einzuholen, noch bevor eine Therapie beginnt oder kurz nach deren Start.
  • Bei der Suche nach einer Zweitmeinung empfiehlt sich die gezielte Anfrage an zertifizierte Organkrebszentren oder Universitätskliniken, die auf die jeweilige Krebsart spezialisiert sind. Eine Formulierung für das Gespräch kann sein: „Ich würde gerne eine Zweitmeinung zu meinem Behandlungsplan einholen – können Sie mir eine spezialisierte Einrichtung empfehlen?“
  • Es ist möglich, gezielt nach aktuellen Leitlinien zu fragen – zum Beispiel: „Entspricht diese Behandlung den aktuell gültigen Leitlinien für meine Diagnose?“ Leitlinien werden in Deutschland regelmäßig aktualisiert und sind auf der Seite der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) öffentlich einsehbar.
  • Bei molekularen oder genetischen Befunden – etwa einer spezifischen Tumormutation – kann die Suche nach einer Fachperson mit besonderer Expertise für genau diese Mutation sinnvoll sein. Tumorboards (spezialisierte Fallbesprechungen mehrerer Fachärztinnen und Fachärzte) an größeren Kliniken bieten hier oft eine fundierte Einschätzung.

Daran erkennen Sie gute Versorgung

  • Die behandelnde Fachperson bezieht sich erkennbar auf aktuelle Leitlinien und kann auf Nachfrage erläutern, auf welcher Grundlage eine Therapieentscheidung getroffen wurde.
  • Eine Zweitmeinung wird nicht als Misstrauen gewertet, sondern als normaler und unterstützenswerter Schritt anerkannt.
  • Bei seltenen Mutationen oder komplexen Diagnosen wird aktiv auf spezialisierte Zentren oder Tumorboards hingewiesen.
  • Die Fachperson nimmt sich Zeit, Behandlungsalternativen zu erklären, und bezieht die Patientin oder den Patienten in die Entscheidung ein.

Teilen Sie Ihre Erfahrungen

Wenn Sie ähnliche Erfahrungen gemacht haben – positive wie negative –, können Sie diese anonym auf mehr-patientensicherheit.de melden. Jeder Bericht trägt dazu bei, Muster zu erkennen und die Versorgung für alle zu verbessern.

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 50-69 Jahre
Art der Einrichtung:Ambulante Praxis, Arztpraxis
Geschlecht: weiblich

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Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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