2024-1177
Fehlende Information über starke Schluckstörung
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Ich habe einen demenzkranken Angehörigen auf einer Intensivstation besucht. Der Patient bat mich, dass ich ihm etwas zu trinken gebe, da er stark durstig sei.
Ich gab ihm schluckweise Wasser aus einem frei zugänglich stehenden Schnabelbecher.
Kurz darauf merke ich, dass er sich so stark verschluckte, dass er keine Luft mehr bekam.
Ich suchte nach Personal, welches mir dann mitteilte, dass der Patient nichts trinken dürfte.
Diese Information erfolgte aus meiner Sicht viel zu spät, denn der Patient musste notfallmäßig durch die Nase abgesaugt werden, damit er nicht erstickt.
Wenn man einen kranken Angehörigen besucht und helfen möchte, handelt man aus Fürsorge – das ist verständlich und menschlich. Dass eine lebensbedrohliche Situation entsteht, obwohl man es gut meint, ist für Betroffene oft erschütternd und schwer zu verarbeiten.
Bei bestimmten Erkrankungen – darunter Demenz oder Erkrankungen nach einem Schlaganfall – kann eine sogenannte Dysphagie (Schluckstörung) vorliegen: Das Schlucken funktioniert nicht mehr sicher, und Flüssigkeiten oder Speisen können in die Atemwege geraten, anstatt in die Speiseröhre. Auf Intensivstationen gehören solche Einschränkungen zum Behandlungsplan. Angehörige erfahren davon aber nicht immer automatisch – besonders dann nicht, wenn die Weitergabe dieser Information nicht ausdrücklich geregelt ist.
In einer Situation wie dieser gab es für die begleitende Person keinen realistischen Spielraum zum Eingreifen – sie handelte nach bestem Wissen und ohne die notwendigen Informationen. Das ist wichtig anzuerkennen.
Wenn Sie als Angehörige oder Angehöriger eine belastende Situation im Krankenhaus erlebt haben, können Sie sich an die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) wenden – kostenlos und vertraulich. Auf mehr-patientensicherheit.de ist es außerdem möglich, Erfahrungen wie diese anonym zu melden und damit dazu beizutragen, dass solche Situationen künftig besser verhindert werden.
Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:
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Die Betriebskrankenkassen:
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