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2024-1416

Falsche Medikation für Atemprobleme – Spray führt zu zittern und 3 Wochen später Lungenentzündung

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Fallbeschreibung:

Inhalerspray: Nebenwirkungen und Lungenentzündung nach Notfall

Ich hatte starke Atemprobleme und kam als Notfall zum Lungenfacharzt. Nach gründlicher Untersuchung bekam ich Atemgymnastik und ein Spray verordnet. Nachdem ich das Spray 2mal genommen hatte, fing ich stark an zu zittern und hatte heftige Muskelkontraktionen. Ich setzte das Spray sofort ab und versuchte den Arzt telefonisch zu erreichen, jedoch vergebens. Daraufhin schrieb ich ihm eine mail zur Information, dass ich das Spray nicht vertrage und es abgesetzt habe. Einige Tage später kam die Antwort, dass er sich das schon gedacht habe und es okay sei, das Spray nicht mehr anzuwenden. 3 Wochen später war ich stationär in der Klinik mit einer starken Lungenentzündung, was ich ihm auch mitgeteilt habe. Leider kam darauf niemals eine Reaktion. Ich habe mittlerweile einen sehr guten Lungenfacharzt gefunden. Leider ist es so, dass ich 3 Monate später immer noch richtig heftig unter den Nebenwirkungen und der Krankheit leide, und kann nur hoffen, dass meine Lebensqualität irgendwann wieder zurück kommt.

Gut gelaufen:

In der Klinik wurde ich schnell und gut versorgt, und mein Fazit: beim nächsten Notfall sofort ins Krankenhaus!

Schlecht gelaufen:

Sowohl die Diagnose (falsches atmen), als auch die Medikation waren absolut daneben.

Verbesserungsvorschläge:

Die Praxis veröffentlicht auf ihrer website die Zeiten für Notfallsprechstunden. Es ist jedoch eine Gemeinschaftspraxis mit 2 praktischen Ärzten und dem Lungenfacharzt, und laut Aussage der MTA gilt die Notfallsprechstunde lediglich für die praktischen Ärzte, obwohl dies im Internet keineswegs so zu verstehen ist.

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Starke Nebenwirkungen auf ein neu verordnetes Medikament können erschreckend sein – besonders dann, wenn man in einem solchen Moment niemanden in der Praxis erreicht. Dass eine Person in einer solchen Situation eigenständig handelt, das Medikament absetzt und schriftlich Kontakt aufnimmt, zeigt eindrücklich, wie wichtig das eigene Urteilsvermögen im Umgang mit dem eigenen Körper ist.

Nebenwirkungen (also unerwünschte Wirkungen eines Medikaments) können sich sehr unterschiedlich äußern – von leichten Beschwerden bis hin zu starken körperlichen Reaktionen wie Zittern oder Muskelkrämpfen. Wenn nach dem Absetzen eines Medikaments weiterhin Beschwerden bestehen oder neue Symptome auftreten, kann eine engmaschige ärztliche Begleitung dabei helfen, Folgeerkrankungen früh zu erkennen.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer selbst ein neues Medikament verordnet bekommt oder starke Nebenwirkungen erlebt, kann verschiedene Schritte in Betracht ziehen, um die eigene Sicherheit zu stärken.

  • Nebenwirkungen sofort dokumentieren: Es kann hilfreich sein, Zeitpunkt, Art und Stärke der Beschwerden schriftlich festzuhalten – zum Beispiel in einer Notiz-App oder auf Papier. Diese Aufzeichnungen sind bei späteren Arztterminen eine wertvolle Grundlage.
  • Bei starken Nebenwirkungen eine Notaufnahme aufsuchen: Wenn die behandelnde Praxis nicht erreichbar ist und die Beschwerden stark sind, ist es möglich, direkt eine Notaufnahme im Krankenhaus aufzusuchen oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117 anzurufen.
  • Erreichbarkeit der Praxis im Voraus klären: Vor oder nach der Verordnung eines neuen Medikaments kann man in der Praxis nachfragen: „An wen kann ich mich außerhalb der Sprechzeiten wenden, wenn ich starke Nebenwirkungen bemerke?“ So ist im Notfall klar, welche Anlaufstelle zur Verfügung steht.
  • Bei ausbleibender Rückmeldung aktiv nachfragen: Wenn auf eine wichtige Mitteilung – etwa über eine Krankenhauseinweisung – keine Antwort kommt, ist es möglich, erneut Kontakt aufzunehmen und um eine ausdrückliche Rückmeldung zu bitten. Ein Wechsel zu einer anderen Fachpraxis ist ebenfalls jederzeit möglich.

Worauf Sie achten können

  • Bei der Verordnung eines neuen Medikaments ist es möglich, nach den häufigsten Nebenwirkungen und nach einem konkreten Ansprechweg für Probleme zu fragen.
  • Informationen über Notfallsprechstunden auf Praxis-Websites lassen sich direkt telefonisch bestätigen – da es, wie in diesem Fall, Unklarheiten darüber geben kann, für wen genau das Angebot gilt.
  • Eine schriftliche Kommunikation mit der Praxis (z. B. per E-Mail) kann als Dokumentation hilfreich sein – es empfiehlt sich, Kopien aufzubewahren.
  • Wenn das Vertrauen in die Versorgung verloren gegangen ist, ist ein Wechsel der Fachpraxis eine legitime und sinnvolle Möglichkeit – das Recht auf freie Arztwahl steht allen Patient:innen zu.

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 50-69 Jahre
Art der Einrichtung:Ambulante Praxis, Arztpraxis
Geschlecht: weiblich

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