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2024-1061

Röntgen „ nicht nötig“ — Fraktur nicht erkannt

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Fallbeschreibung:

Fraktur nicht erkannt: Röntgen trotz Sturz abgelehnt

Nachdem ich den Tag zuvor beim Sport rückwärts gefallen bin und mich mit dem Arm aufgestützt hatte und noch mit dem Kopf gegen die Wand geprallt bin, wollte ich am nächsten Tag zum Chirurgen, da ich erhebliche Probleme mit dem Handgelenk/Arm und einen großen Bluterguss an der Innenseite des Ellenbogens hatte, und ich davon ausgegangen bin, dass der Arm geröntgt werden muss.

Da der eine Chirurg gar nicht erst ans Telefon gegangen ist, trotz diverser Anrufe, der andere mich an den Hausarzt verwiesen hat und die Notaufnahme im Krankenhaus ja eigentlich nur aufgesucht werden soll, wenn man den Kopf bereits unterm Arm hat, bin ich dann doch zum Hausarzt gegangen.

Es wurde eine Prellung Handgelenk und Schädel diagnostiziert. Da ich die Finger bewegen konnte, hielt meine Hausärztin trotz meiner Nachfrage an beiden Behandlungsterminen und der Schilderung über den Unfallhergang einen Röntgenuntersuchung für nicht notwendig. Nach ca. 3 Wochen sollte es verheilt sein.

Wegen andauernder Schmerzen habe ich nach ca. 7 Wochen einen Orthopäden aufgesucht. Dort wurde dann zum ersten Mal geröntgt und eine verschobene Radiusköpfchenfraktur festgestellt.

Eine Operation wurde jetzt nicht mehr empfohlen, da das verschobene Knochenstück jetzt bereits falsch angewachsen ist und eine Verbesserung nicht garantiert werden kann. Der Arzt im Krankenhaus meinte, wenn es sein Arm wäre würde, er nichts machen, zumal ich relativ wenig Bewegungseinschränkungen habe.

Gut gelaufen:

Keine Angaben

Schlecht gelaufen:

Die Ärztin hätte aufgrund des geschilderten Unfallverlaufs eine Röntgenuntersuchung veranlassen müssen. Es ist eine typische! Fraktur für einen Sturz mit Abstützen auf den Armen. Für mich ein klassischer Behandlungsfehler. Wäre die Fraktur rechtzeitig durch eine Röntgenuntersuchung festgestellt worden, hätte eine Operation mit Osteosynthese stattgefunden.

Verbesserungsvorschläge:

Ärzte sollten ZUHÖREN, was der Patient berichtet.

Weitere Infos:

Ich habe momentan, 2 Monate danach, noch Schmerzen, wenn ich den Arm durchstrecken will und das Gefühl, das Gelenk „verzögert“ bestimmte Bewegungen. Das soll noch besser werden. Bei unbehandelten Radiusköpfchenfrakturen besteht jedoch die Gefahr einer Einsteifung im Alter und Arthrose. Wie soll ich denn dann einen kausalen Zusammenhang nachweisen? Bislang habe ich die Ärztin noch um keine Stellung/Entschuldigung gebeten. Hab ich aber noch vor.

Präventionsmaßnahmen:

Dieser Fall zeigt, wie wichtig ist es, dass Patienten und Angehörige Ängste, Sorgen und Bedenken im gesamten Behandlungsprozess offen ansprechen und diese vom Gesundheitspersonal ernst genommen werden. Hierzu haben wir bereits einen ersten Tipp für Patienten und Angehörige erstellt: https://mehr-patientensicherheit.de/wp-content/uploads/2024/02/mehrPatientensicherheit_TippsVersicherte_01.pdf Sollten Sie sich trotz der Kommunikation Ihrer Bedenken vom Arzt nicht ernst genommen oder nicht gut aufgehoben fühlen, wäre es zu empfehlen bei Zweifeln, eine Zweitmeinung von einem anderen Arzt einzuholen. Eine sorgfältige Untersuchung bzw. Diagnosestellung ist zentral für die Patientensicherheit. Es kann zunächst sinnvoll sein, zuerst das persönliche Gespräch mit dem jeweiligen Arzt zu suchen, um eventuelle Missverständnisse zu klären. Sollte dies zu keinem Ergebnis führen, haben Patienten, die sich schlecht oder falsch behandelt fühlen oder davon ausgehen, dass ihr Arzt oder ihre Ärztin gegen ärztliche Pflichten verstoßen hat, das Recht sich zu beschweren: https://gesund.bund.de/beschwerde-aerztliche-behandlung Bei Herausforderungen hinsichtlich der Behandlung können Sie sich jederzeit an Ihre Krankenkasse (Hotline) wenden und sich hier beraten lassen sowie eine Meldung zu solchen kritischen Erfahrungen machen. Darüberhinaus können Sie Beschwerden zu Ärzten auch bei der jeweiligen Landesärztekammer einreichen. Zusätzlich hinaus empfehlen wir, solche kritischen Verläufe dem klinikinternen Risiko- und Beschwerdemanagement (telefonisch oder schriftlich) zu melden. Damit die Klinik die Möglichkeit hat aus solchen kritischen Ereignissen zu lernen.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 50-69 Jahre
Art der Einrichtung:Ambulante Praxis, Arztpraxis
Geschlecht: weiblich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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