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2026-021

Notaufnahme hat Behandlung nach Verabreichung von K.O.-Tropfen abgelehnt

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Fallbeschreibung:

K.O.-Tropfen: Behandlung in Notaufnahme abgelehnt

Meine Tochter (ca. 30 Jahre) klagte nach dem Verzehr eines Glases Sekt über plötzliche Übelkeit, Orientierungslosigkeit, und Angstzustände. Nach ca. 30 Minuten setzte ständiges Erbrechen und Durchfall ein, zudem trat eine oberflächliche Atmung ein, die in eine Hyperventilation überging.
Wir haben uns sofort in die Notaufnahme eines Krankenhauses begeben, wo eine Behandlung abgelehnt wurde mit dem Kommentar/Zitat: „Gehen Sie nach Hause und schlafen Sie ihren Rausch aus“.

Im Interesse aller Menschen, die Opfer von K.O.-Tropfen wurden oder werden, werde ich diese Vorgehensweise einer Notaufnahme nicht akzeptieren und alle Möglichkeiten und rechtlichen Schritte ausschöpfen, um derartige Vorfälle in Zukunft zu verhindern.
Vielen Dank für Ihre Unterstützung.

Gut gelaufen:

Keine Angaben

Schlecht gelaufen:

Verbesserungsvorschläge:

Keine Angaben

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Wenn ein Mensch plötzlich und unerwartet nach dem Konsum eines einzelnen Getränks schwere körperliche Symptome entwickelt, ist das für alle Beteiligten ein erschreckender Moment. Der Bericht zeigt, wie belastend es sein kann, wenn die Notaufnahme – die erste Anlaufstelle in einer solchen Situation – keine Behandlung anbietet und Betroffene abweist.

K.O.-Tropfen ist ein Sammelbegriff für Substanzen, die heimlich in Getränke gegeben werden können und bei der betroffenen Person innerhalb kurzer Zeit schwere Symptome auslösen – darunter Übelkeit, Orientierungslosigkeit, Atemveränderungen und Bewusstseinseintrübung. Diese Substanzen sind im Blut oder Urin oft nur wenige Stunden nachweisbar. Für Betroffene selbst war es in einer Situation wie dieser nicht möglich, eigenständig einzugreifen oder sich selbst zu versorgen – das ist wichtig anzuerkennen. Die Verantwortung für die Versorgung lag vollständig bei den anwesenden Fachkräften und den begleitenden Personen.

Was Angehörige oder Begleitpersonen tun können

Begleitpersonen können in einer solchen Situation eine entscheidende Rolle übernehmen. Folgende Schritte sind möglich:

  • Eine zweite Meinung oder ein anderes Krankenhaus aufsuchen: Wird eine Behandlung in einer Notaufnahme abgelehnt, ist es möglich, umgehend eine andere Klinik oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Rufnummer 116 117) zu kontaktieren. Bei akuter Lebensgefahr ist der Notruf 112 die richtige Anlaufstelle.
  • Auf einer Untersuchung bestehen: Begleitpersonen können gegenüber dem Personal klar benennen, was sie beobachtet haben – zum Beispiel: „Meine Tochter hat nur ein Glas getrunken und zeigt diese Symptome seit 30 Minuten. Ich mache mir ernsthafte Sorgen und bitte um eine Untersuchung.“ Eine ruhige, bestimmte Formulierung kann dabei helfen.
  • Proben sichern: Wenn noch vorhanden, kann ein Rest des betreffenden Getränks oder des Behälters für eine spätere Analyse aufbewahrt werden. Auch eine frühzeitige Blut- und Urinprobe – möglichst innerhalb von zwei bis vier Stunden – kann für einen möglichen Nachweis wichtig sein.
  • Den Vorfall dokumentieren: Uhrzeit, Ort, Symptome und die Reaktion des Personals lassen sich schriftlich festhalten – auch als Grundlage für eine spätere Beschwerde oder rechtliche Schritte.

Für die Zukunft: Was sich vorbereiten lässt

  • Notrufnummern kennen: 112 (Rettungsdienst bei Lebensgefahr), 116 117 (ärztlicher Bereitschaftsdienst), sowie die lokale Giftnotrufnummer – diese ist rund um die Uhr erreichbar und kann bei unklaren Vergiftungssymptomen beraten.
  • Bei einer Ablehnung in der Notaufnahme ist es möglich, die diensthabende Pflege- oder Ärztliche Leitung (Chefarzt-Dienst) direkt anzusprechen und um eine Überprüfung der Entscheidung zu bitten.
  • Beschwerden über eine abgelehnte Notfallversorgung können bei der zuständigen Ärztekammer, dem Krankenhausträger oder der Patientenombudsstelle eingereicht werden. Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) unterstützt dabei kostenlos.
  • Positive Erfahrungen, aber auch kritische Vorfälle lassen sich auf mehr-patientensicherheit.de anonym melden – so können andere Menschen von diesen Erfahrungen profitieren.

Sie sind nicht allein

Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) bietet kostenlose, neutrale Beratung für Betroffene und Angehörige – erreichbar unter 0800 011 77 22 (kostenlos, Mo–Fr 8–22 Uhr, Sa 8–18 Uhr). Weitere Informationen und die Möglichkeit zur anonymen Fallmeldung finden Sie auf mehr-patientensicherheit.de.

Infos zum Fall:

Perspektive: Angehörige oder Angehöriger einer Patientin oder eines Patienten
Alter: 19-29 Jahre
Art der Einrichtung:Notaufnahme, Krankenhaus
Geschlecht: weiblich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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