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2024-1016

Mangelhafte Schmerztherapie nach Schulter-OP

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Fallbeschreibung:

Vor ein paar Jahren musste ich an der Schulter operiert werden, dabei wurden 3 Sehnen angenäht, der entzündete Schleimbeutel, sowie mittels kleiner Knochenfräsen Teile des Schultergelenks (AC-Gelenkresektion), entfernt etc. Die Vorbesprechung und Aufklärung über den bevorstehenden Eingriff durch eine Fachärztin der Schulterklinik waren sehr gut. Mir wurde die Diagnose und vor allem das MRT sehr detailliert erklärt. Auch die OP verlief offensichtlich gut und ohne Komplikationen. Wären da nicht anschließend die sehr starken Schmerzen gewesen. So entfernte man direkt nach der OP den zuvor angebrachten Schmerzkatheter und nachdem die Wirkung dieser Anästhesie vorbei war, wurde die Intensität der Schmerzen fast unerträglich. Bis heute weiß ich auch nicht, warum der Katheter sofort entfernt bzw. warum kein neuer gesetzt wurde. In der vorstationären Aufnahme wurde mir eine Dauer von rund 2 Tagen zugesagt. Auch die jeweiligen Anästhesisten, die an den ersten Tagen zur Kontrolle kamen, konnten mir keine Auskunft geben. Es wurde dann mit unterschiedlichen Schmerzmitteln experimentiert, aber der Erfolgt war eher bescheiden. Das einzige Mittel, das mir eine Erleichterung verschaffte, war Oxycodon. Aber dieses bekam ich leider nur insgesamt zweimal verabreicht. Bedingt durch die starken Schmerzen und Immobilität, konnte auch die vorgesehene Physiotherapie im Krankenzimmer nicht stattfinden. Hier wurde mir nur die Anbringung der Armschlinge nochmals erklärt. Ich sollte dann auf einer Skala von 0 – 10 die Schmerzintensität angeben. Ich verglich die Stärke der Schmerzen dann lieber mit einem in der Kindheit erfolgen Ereignis, als ich beim Skifahren das Knie ausgerenkt hatte. So ähnlich stark empfand ich bei Bewegung in diesen Momenten die Schmerzen in der Schulter. Eine Ärztin setzte mich dann auch noch zusätzlich unter Druck, das Krankenhaus doch bereits am zweiten Tag nach der OP zu verlassen. Es blieb nach meiner Bitte dann doch beim 3. Tag, und so konnte ich einfach meine Frau noch etwas schonen, denn nach Hause kam ich quasi als Pflegefall, und das war für sie doch ein Schock sowie für uns beide eine große Herausforderung. Zur Stabilisierung musste ich mehrere Wochen eine Schulterorthese tragen, und aufgrund des reduzierten, schmerzfreien Bereichs, war der Erfolg der nachfolgenden Physiotherapie anfangs sehr schleppend. Eine ambulante Reha konnte sogar erst einige Monate nach der OP beginnen. Dort wurde ich aber sehr gut therapiert und ich habe heute, ein Jahr nach der Operation, die vollständige Mobilität wieder erreicht. Alle beteiligten Ärzte während der Nachversorgung bestätigten mir, dass die OP kompliziert und anspruchsvoll war, so gesehen ist das Ergebnis hervorragend. Trotzdem muss ich einfach kritisieren, dass die postoperative Schmerztherapie völlig unzureichend war. Einen sogenannten Akutschmerzdienst gab es nicht und ich fühlte mich in der Beziehung auch sehr alleine gelassen. So saß ich häufig nachts auf der Bettkante, weil an Schlaf nicht zu denken war und die Schmerztabletten nur noch bedingt ihre Wirkung zeigten. Die Nachtschwester wirkte leider auch etwas überfordert in der Situation. Durch die intensiven Schmerzen erfolgte auch eine sehr lange Ruhigstellung der Schulter, die wiederum zu einer Art von „Frozen Shoulder“ führte und die Genesung unnötig in die Länge zog.

Gut gelaufen:

Durch die Operation konnte ich meine frühere Mobilität komplett wiedererlangen. Das ist ein großartiges Ergebnis, mit dem ich gar nicht mehr gerechnet hatte.

Schlecht gelaufen:

Es wurde einfach hingenommen, dass ich extrem starke Schmerzen hatte. Außer mit Schmerzmitteln zu experimentieren, gab es keine Versuch mehr, eine Linderung zu erzielen.

Verbesserungsvorschläge:

Höhere Sensibilisierung der Ärzte und auch des Pflegepersonals bei Schmerzen. Dies hätte auch einen positiven Einfluss auf die Genesung.

Weitere Infos:

Während der Diagnose und den anschließenden Gesprächen mit Ärzten erlebte ich auch Formen der Altersdiskriminierung. So meinte eine Fachärztin, dass ich es mir doch gut überlegen sollte, ob ich mit dem Arm noch über den Kopf greifen müsste. Meine Beweglichkeit war zu diesem Zeitpunkt stark eingeschränkt und ich hatte bereits eine Schonhaltung und chronische Schmerzen. An anderer Stelle ging man immer von einer altersbedingten Arthrose aus obwohl dies -wie sich später herausstellte- gar nicht zutraf. Am meisten Empathie erfuhr ich in der Schulterklinik, und trotz der o.g. negativen Erfahrung bin ich den Ärzten sehr dankbar. Diese hatte nicht nur rein auf das chronologische sondern besonders auf das biologische Alter geachtet und die Erfolgsaussichten des Eingriffs damit auch begründet.

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 70-79 Jahre
Art der Einrichtung:Operationssaal, Krankenhaus
Geschlecht: männlich

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