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2024-1080

Mangelnde Information und Kommunikation post OP

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Fallbeschreibung:

Kommunikationsmängel nach OP: Befunde nicht mitgeteilt

Mir wurden relevante Informationen und Befunde nach einer endoskopischen BauchOP durch den Operateur/ die Operateurin und die weiteren Stationsärzte nur mangelhaft und unvollständig kommuniziert.

Der einzige Kontakt mit dem operierenden Arzt/ Ärztin erfolgte direkt im Aufwachraum, im noch nicht ganz wachen Zustand, wo einem der OP-Befund ohne weitere Einordnung ‚vor die Füße geworfen‘ wurde.

Ab da erfolgte die Kommunikation nur durch andere Stationsärzte, die meinen Fall nicht kannten.
Informationen waren entsprechend widersprüchlich und für mich als Patient schwer nachvollziehbar und konfus. Im Nachhinein und aufgrund anhaltender Beschwerden stellte ich nach ca. 6 Monaten fest, dass mir auch entscheidende Befunde überhaupt nicht mitgeteilt wurden. Nur durch eigene Initiative und wiederholte Arztbesuche kam ich letztlich durch Zufall an den OP-Bericht. Wichtige Diagnosen, die meine weitere Behandlung und meinen Gesundheitszustand maßgeblich beeinflussen, wurden mir nach der OP durch keinen der beteiligten Ärzte mitgeteilt.

Als Patient war ich nach Verlassen das Aufwachraumes quasi auf mich gestellt, und das weitere Procedere und jede medizinische Aufarbeitung schien nicht mehr in den Zuständigkeitsbereich der Operateure zu fallen. Jede ärztliche Kommunikation lief aus meiner Sicht denkbar schlecht ab und stellte letztlich ein erhebliches Risiko für meine Gesundheit dar.

Gut gelaufen:

Keine Angaben

Schlecht gelaufen:

Jede Art der ärztlichen Kommunikation. Der/Die Operateur:in fühlte sich für jegliches Follow-Up nicht zuständig bzw. hatte keine Zeit dafür, und alle weiteren Ärzte waren unzureichend informiert. Eine Mitteilung von Befunden direkt im Aufwachraum ist für eine sinnvolle Kommunikation absolut ungeeignet. Das man als Patient nicht standardmäßig den OP-Bericht erhält, trägt ebenfalls zu schlechter Information und mangelnder Transparenz bei.

Verbesserungsvorschläge:

Jeder Operateur muss für Gespräche und Befunderklärung post OP zur Verfügung stehen und Zeit muss dafür eingeplant werden. Weiterbehandelnde Ärzte müssen über den Fall informiert sein, bevor mit Patienten kommuniziert wird, und Zeit muss auch für die Übergabe, Einlesen in Dokumente etc. eingeplant sein. Jegliche Dokumentation muss dem Patienten unaufgefordert zur Verfügung stehen.

Weitere Infos:

Zusammenfassend finde ich es schockierend, wie viel gesundheitlicher Schaden durch mangelnde Kommunikation entstehen kann und wie sehr sich Zeitdruck, zu hohe Arbeitsbelastung und schlechte Organisation auf die Patientenversorgung auswirken.

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Eine Operation ist für viele Menschen eine belastende Erfahrung – und die Phase danach ist oft nicht weniger herausfordernd. Wenn wichtige medizinische Informationen nach einem Eingriff lückenhaft, widersprüchlich oder gar nicht vermittelt werden, kann das die Genesung erheblich erschweren und im schlimmsten Fall die Gesundheit gefährden.

Wie dieser Fall zeigt, kann es nach einer Operation (hier: ein endoskopischer, also minimalinvasiver Baucheingriff) vorkommen, dass das aufklärende Gespräch in einem Moment stattfindet, in dem Betroffene noch nicht vollständig wach oder ansprechbar sind – etwa direkt im Aufwachraum. Stationsärztinnen und -ärzte, die die Nachsorge übernehmen, sind mitunter nicht ausreichend über den Fall informiert. Relevante Befunde können dabei untergehen oder erst mit erheblicher Verzögerung bekannt werden.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer weiß, welche Informationen nach einem Eingriff wichtig sind, kann gezielter nachfragen – und sich so besser um die eigene Versorgung kümmern.

  • Ein Nachgespräch im wachen Zustand einfordern: Es ist möglich, bereits vor der Operation darum zu bitten, dass das Aufklärungsgespräch über den Befund nicht im Aufwachraum, sondern erst dann stattfindet, wenn man vollständig wach und aufnahmefähig ist. Eine mögliche Formulierung: „Ich möchte die Ergebnisse der Operation gerne in einem ruhigen Gespräch besprechen, wenn ich wieder vollständig wach bin – wann ist das möglich?“
  • Den Operationsbericht anfordern: Patient:innen haben gesetzlich das Recht auf Einsicht in ihre vollständige Patientenakte – dazu gehört auch der Operationsbericht (OP-Bericht). Es ist möglich, diesen Bericht schriftlich anzufordern, noch während des Krankenhausaufenthalts oder kurz danach. Eine Formulierung könnte lauten: „Ich möchte eine Kopie meines Operationsberichts und aller relevanten Befunde erhalten.“
  • Fragen schriftlich festhalten: Gerade nach einer Operation fällt es schwer, spontan die richtigen Fragen zu stellen. Es kann helfen, Fragen vorab aufzuschreiben – etwa: Was wurde genau festgestellt? Welche Diagnosen wurden gestellt? Wie geht es jetzt weiter? Wer ist meine Ansprechperson bei Beschwerden?
  • Eine Vertrauensperson hinzuziehen: Es ist möglich, eine Angehörige oder einen Angehörigen zu wichtigen Gesprächen mitzunehmen – als zweites Paar Ohren und als Unterstützung beim Nachfragen, besonders wenn man sich körperlich oder emotional noch geschwächt fühlt.

Worauf Sie achten können

  • Wurde mir nach der Operation erklärt, was genau festgestellt wurde – in einer Situation, in der ich wirklich aufnahmefähig war?
  • Weiß ich, an wen ich mich bei Fragen oder Beschwerden nach der Entlassung wenden kann – und habe ich Kontaktdaten?
  • Habe ich alle relevanten Unterlagen erhalten oder weiß ich, wie ich sie anfordern kann (z. B. Entlassbrief, OP-Bericht, Befunde)?
  • Sind mir die nächsten Schritte meiner Behandlung bekannt – zum Beispiel Kontrolltermine, Medikamente oder Verhaltenshinweise für die Genesung?

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 30-49 Jahre
Art der Einrichtung:Normalstation, Krankenhaus, Aufwachraum
Geschlecht: weiblich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

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