2024-187
Zu spät reagiert bei Meningitis, falsche Erstdiagnose – Kind verstirbt
Dieser Fall hilft die Patientensicherheit für alle zu verbessern. Sie möchten ebenfalls einen Fall melden? Zum Meldeformular
Ich brachte meinen Sohn ins Krankenhaus. Er hatte seit Mittag starke Kopfschmerzen und erbrach sich.
Man nahm ihn auf, nahm ihm Blut ab (war unauffällig) und legte ihn auf eine Kinderstation an die Überwachung.
Ich kam am Vormittag wieder von zu Hause zurück. Man sagte mir er hätte eine schlimme Migräne (hatte er noch nie). Seine Blutdruck Werte waren sehr hoch (145/90). Nachdem er mich nicht mehr erkannte, machte man ein Notfall CT. Er wurde eine Stunde später in eine andere Klinik verlegt.
Dort erfolgte ein MRT und eine Notfall Operation. Er starb noch in der selben Nacht. Grund unbekannt: post-mortem wurde eine Meningitis als wahrscheinlich angenommen.
Der Verlust eines Kindes ist das Schwerste, was Eltern erleben können – und wenn dazu Fragen offenbleiben, kann das den Schmerz noch schwerer machen. Situationen wie diese zeigen, wie wichtig es ist, dass Warnsignale frühzeitig erkannt und konsequent weiterverfolgt werden – und wie schwer das im Alltag einer Klinik manchmal gelingt.
Meningitis (eine Hirnhautentzündung) ist eine seltene, aber lebensbedrohliche Erkrankung, die sich rasch verschlechtern kann. Ihre frühen Zeichen – starke Kopfschmerzen, Erbrechen, veränderte Wachheit – können mit anderen, häufigeren Erkrankungen verwechselt werden. Veränderte Vitalwerte wie Blutdruck und Puls (sogenannte Vitalparameter) sind dabei wichtige Hinweise, die eine Neubewertung der Situation auslösen können. In diesem Fall gab es für die betroffene Familie keinen realistischen Spielraum, in die medizinische Entscheidungsfindung einzugreifen – das ist wichtig anzuerkennen.
Wenn Sie ein Kind oder eine nahestehende Person in einer ähnlichen Situation begleiten, können einige Dinge dazu beitragen, dass Veränderungen schneller wahrgenommen werden:
Wenn Sie nach einem solchen Erlebnis Fragen haben oder Unterstützung suchen, steht Ihnen die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) kostenlos und unabhängig zur Verfügung. Auf mehr-patientensicherheit.de können Sie Ihre Erfahrung anonym teilen und damit dazu beitragen, dass andere Familien von ähnlichen Situationen geschützt werden.
Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt.
Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:
Ein CIRS-Fall zeigt, wie verlorene Minuten bei schwerer Hirnblutung fatale Folgen haben können. Was lief schief – und was kann verbessert werden?
Fall lesen →Eine 16-Jährige erlitt nach einem Reitunfall eine schwere Leberruptur. Verzögerungen im Rettungsdienst und fehlende CT-Diagnostik beinahe mit fatalen Folgen.
Fall lesen →Ein Patient mit Herzinfarkt und Perikarderguss wird früh entlassen – und stirbt kurz darauf zu Hause. Ein CIRS-Fall über Risiken bei Entlassungsmanagement.
Fall lesen →Ein Patient erlitt einen zweiten Schlaganfall, obwohl Angehörige früh auf neue Symptome hinwiesen. Was dieser CIRS-Fall über Kommunikation im Notfall lehrt.
Fall lesen →Ein 3 Wochen altes Baby erbricht Blut – die Mutter besteht auf Behandlung. Wie Vitamin-K-Mangel lebensbedrohlich werden kann und warum Eltern ernst genommen werden müssen.
Fall lesen →Ein Patient mit festsitzendem Fremdkörper wartete stundenlang auf eine Gastroskopie. Erst die zweite Klinik erkannte den Notfall sofort. Was lief schief?
Fall lesen →Ein Bauchaortenaneurysma wurde im Krankenhaus festgestellt, aber nicht behandelt. Der Patient verstarb. Ein CIRS-Fall über Kommunikationslücken und Diagnosefehler.
Fall lesen →Eine junge Frau mit Gerinnungsstörung und Atemnot wurde falsch behandelt. Wie eine übersehene Lungenembolie beinahe tödlich endete.
Fall lesen →Ein Mann kam mit starken Bauchschmerzen in die Notaufnahme. Die verzögerte Diagnostik nach einer Koloskopie wirft Fragen zur Patientensicherheit auf.
Fall lesen →Ein älterer Patient kam mit Verdacht auf hirnorganischen Prozess in die Notaufnahme – ohne CT entlassen. Wochen später: Koma durch Subduralhämatom.
Fall lesen →
Die Betriebskrankenkassen:
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Patient:innen und Angehörige,
Vielen Dank für Ihre wichtigen Meldungen. Unser System ist aufgrund der zahlreichen Eingänge im Moment an der Belastungsgrenze. Es ist daher zur Zeit nicht möglich, eine Meldung abzugeben. Wir arbeiten daran, das Problem zu lösen. Bitte versuchen Sie es in wenigen Stunden wieder.
Vielen Dank für Ihr Verständnis, Ihr Mehr-Patientensicherheit-Team