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2025-259

Immunsuppressivum erhalten, obwohl nicht notwendig

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Fallbeschreibung:

Fehldiagnose Morbus Bechterew: Immunsuppressivum unnötig

Bei mir wurde vermeintlich Morbus Bechterew festgestellt. Ich habe dann ein Immunsuppressivum bekommen. Mir ging es immer schlechter, ich hatte mehr Schmerzen, habe fast 20kg zugenommen, Bluthochdruck und Prädiabetes bekommen.

Alles das wurde abgetan.

In der Reha sagte man schon, dass wenig für die Spondyloarthritis spricht.

Ich habe den Arzt gewechselt, nehme das Medikament nicht mehr und es geht mir erheblich besser.

Gut gelaufen:

Keine Angaben

Schlecht gelaufen:

falsche Diagnose, dadurch Medikament, das gar nicht nötig war

Verbesserungsvorschläge:

Keine Angaben

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Eine Diagnose zu erhalten und auf dieser Grundlage behandelt zu werden – das ist ein großer Vertrauensschritt. Wenn Beschwerden sich trotz Behandlung nicht bessern oder sogar verschlechtern, kann das sehr belastend sein und viele Fragen aufwerfen. Solche Situationen, in denen sich im Nachhinein zeigt, dass eine Diagnose nicht zutreffend war, kommen im medizinischen Alltag vor – auch ohne dass jemand leichtfertig gehandelt hat.

Manche Erkrankungen sind schwer zu diagnostizieren, weil ihre Zeichen (Symptome) denen anderer Erkrankungen ähneln. Morbus Bechterew – eine entzündliche Erkrankung der Wirbelsäule, medizinisch auch Spondyloarthritis genannt – gehört dazu. Verändern sich der Gesundheitszustand oder die Beschwerden unter einer laufenden Behandlung, kann es sinnvoll sein, die Diagnose erneut zu prüfen.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer den Eindruck hat, dass eine Behandlung nicht anschlägt oder neue Beschwerden entstehen, hat verschiedene Möglichkeiten.

  • Es ist möglich, die behandelnde Person gezielt auf Veränderungen anzusprechen – auch wenn diese auf den ersten Blick nichts mit der Haupterkrankung zu tun zu haben scheinen. Ein Formulierungsbeispiel: „Seit Beginn der Behandlung bemerke ich folgende neue Beschwerden – kann das mit dem Medikament zusammenhängen?“
  • Eine zweite ärztliche Meinung einzuholen ist in jeder Phase einer Behandlung möglich – das ist ein normaler und anerkannter Schritt in der medizinischen Versorgung, keine Kritik an der behandelnden Person.
  • Es kann hilfreich sein, Beschwerden und Veränderungen schriftlich festzuhalten – zum Beispiel in einem kurzen Tagebuch mit Datum, Art der Beschwerden und Zeitpunkt der Einnahme. Diese Aufzeichnungen lassen sich dann beim nächsten Gespräch vorlegen.
  • Spricht eine Einrichtung wie eine Reha-Klinik Zweifel an der bisherigen Diagnose aus, ist es möglich, diese Einschätzung aktiv aufzugreifen und beim niedergelassenen Arzt oder einer Fachärztin anzusprechen.

Worauf Sie achten können

  • Neue oder sich verändernde Beschwerden während einer Behandlung – wie Gewichtszunahme, Blutdruckveränderungen oder Stimmungsveränderungen – können auf Nebenwirkungen eines Medikaments hinweisen und lohnen eine Rücksprache.
  • Bei langfristiger Medikamenteneinnahme, insbesondere bei Immunsuppressiva (Mittel, die das Immunsystem dämpfen), ist eine regelmäßige Überprüfung der Diagnose und der Notwendigkeit der Behandlung möglich und sinnvoll.
  • Arztberichte und Befunddokumente – auch aus der Reha oder von Fachärzt:innen – können gesammelt und bei neuen Behandler:innen vorgelegt werden, um ein vollständiges Bild zu ermöglichen.
  • Ein Arztwechsel oder die Suche nach einer spezialisierten Einrichtung ist jederzeit möglich und kann dazu beitragen, eine Diagnose neu einordnen zu lassen.

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 30-49 Jahre
Art der Einrichtung:Krankenhaus
Geschlecht: weiblich

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