2025-076
Verlängerung des Klinikaufenthalts durch falsches Medikament
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Mein Mann wurde nach einer Behandlung in einer Parkinson-Klinik in eine normale Klinik zur geriatrischen Reha verlegt. Nach Aufenthalt in der Reha-Klinik besserte sich sein Zustand deutlich.
Während der Reha in der normalen Klinik klagte er regelmäßig über Übelkeit. Deshalb ordneten die Ärzte MCP an, teilweise wurde dieses auch als Injektion verabreicht.
Die Parkinsonsymptome verschlechterten sich konstant und erreichten teilweise Ausmaße, die schlechter als vor dem Aufenthalt in der Parkinsonklinik waren. Wir fühlten uns missverstanden. vermuteten einen Zusammenhang mit den Medikamenten, kannten aber das Ausmaß nicht.
Nach Gespräch mit unserer Apotheke und dem Hausarzt wurde uns beide male ein sofortiger Kontakt mit der Parkinsonklinik empfohlen. Der dortige Oberarzt war schockiert über die regelmäßige MCP Gabe (Hochdosis) und nahm Kontakt mit der aktuellen Klinik auf. Dort wurde das Medikament sofort abgesetzt. Aufgrund des Vertrauensverlustes und der nun erneut aufgetretenen Notwendigkeit einer erneuten Einstellung in einer Klinik, verließen wir das Haus auf eigenen Wunsch.
Wenn sich der Zustand eines nahestehenden Menschen trotz Behandlung zunehmend verschlechtert, ist das für Angehörige eine belastende und verunsichernde Erfahrung. Dass dabei das eigene Gespür für einen möglichen Zusammenhang mit einem Medikament entscheidend sein kann, zeigt dieser Fall auf eindrückliche Weise.
Metoclopramid – kurz MCP – ist ein Mittel gegen Übelkeit, das bei Menschen mit Parkinson jedoch kontraindiziert ist, das heißt: es ist für diese Personengruppe ungeeignet und kann die typischen Bewegungsstörungen (Parkinson-Symptome) deutlich verstärken. In der beschriebenen Situation wurde MCP trotzdem verabreicht, was zu einer erheblichen Verschlechterung des Zustands des Patienten führte. Angehörige, die Auffälligkeiten beobachten und aktiv nach Unterstützung suchen, können in solchen Momenten einen entscheidenden Beitrag zur Sicherheit leisten.
Wenn Angehörige das Gefühl haben, dass etwas nicht stimmt, gibt es verschiedene Wege, diesem Gefühl nachzugehen und Unterstützung zu holen.
Wenn Sie als Angehörige ähnliche Erfahrungen gemacht haben oder sich in einer vergleichbaren Situation befinden, bietet die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) kostenlose und vertrauliche Beratung an. Auf mehr-patientensicherheit.de können Sie Ihren Fall anonym schildern und damit dazu beitragen, dass andere von dieser Erfahrung lernen können.
Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:
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