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2024-1382

Schlaganfall nicht erkannt

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Fallbeschreibung:

Schlaganfall spät erkannt: Wallenberg-Syndrom im Krankenhaus

Ich bin mit starken Kopfschmerzen , starker Schwindel, Fallneigung nach links ins Krankenhaus gekommen. Mein Zustand verschlechterte sich. Ich sah alles verschwommen und mich nur noch am übergeben. MRT wurde gemacht. Ein Schlaganfall ausgeschlossen. Es wäre eine Entzündung vom Gleichgewichtsnerv. Ich bekam Cortisoninfudionen und auf Normalstation. Mein Zustand besserte sich nicht. Ich habe nichts in mir behalten. Konnte nicht laufen, nicht sitzen ohne Stütze. Die Kopfschmerzen unerträglich.
4 Tage lag ich dort und erst auf mein Bitten in ein anderes Krankenhaus verlegt zu werden, weil sie mir hier nicht helfen konnten. Kam dann endlich ein Ärztin zu mir die mich ernst nahm. Ordnete ein weiteres MRT an.
Es wurden insgesamt zwei weitere MRT gemacht und dann kam: Entschuldigung, sie haben doch ein Schlaganfall. Ein ganz seltener, im Stammhirn, hinter dem Rückenmark, Wallenbergsyndrom. Sie haben noch Glück gehabt, hätte viel schlimmer sein können.
Ich weiss nicht was mit mir passiert wäre, wenn ich nicht mit letzter Kraft gebeten hätte, verlegt zu werden. Seitdem gehen mir die Nerven sofort durch wenn es heisst….Krankenhaus.

Gut gelaufen:

Keine Angaben

Schlecht gelaufen:

Besonders schlecht war, dass in diesem Krankenhaus überwiegend fremdsprachige Ärzte beschäftigt waren. Die mich schlecht verstanden haben und gebrochenes Deutsch sprachen. Als Patient wurde man überhaupt nicht ernst genommen

Verbesserungsvorschläge:

Die Krankenhäuser müssten staatlich werden. Mehr Ärzte die sich auch Zeit nehmen können für Patienten. Ich hatte manchmal nur zur Visite keine 5min irgendeinen Arzt gehabt, der kurz über die Krankenakte flog und nur sagte, daß brauch Zeit.

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Eine solche Erfahrung kann zutiefst erschütternd sein: Mit schweren Beschwerden ins Krankenhaus zu kommen, sich nicht ernst genommen zu fühlen und erst nach Tagen die richtige Diagnose zu erhalten – das ist eine enorme körperliche und seelische Belastung. Manche Erkrankungen, wie bestimmte seltene Formen des Schlaganfalls, sind medizinisch schwer zu erkennen und können selbst bei durchgeführten Untersuchungen zunächst übersehen werden.

Das Wallenberg-Syndrom – ein Schlaganfall in einem bestimmten Bereich des Hirnstamms – gehört zu den selteneren Schlaganfallformen. Die Beschwerden wie Schwindel, Schluckstörungen und Gleichgewichtsprobleme ähneln denen anderer Erkrankungen, was die Diagnose erschweren kann. Hinzu kommen in manchen Krankenhäusern Kommunikationsbarrieren oder knappe Zeitressourcen, die dazu führen können, dass Symptome nicht vollständig erfasst werden.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wenn Beschwerden anhalten oder sich verschlechtern, ist es möglich, aktiv auf Veränderungen hinzuweisen – auch dann, wenn das viel Kraft kostet.

  • Es ist möglich, das Pflegepersonal oder die diensthabende Ärztin bzw. den diensthabenden Arzt gezielt auf eine Verschlechterung des Zustands hinzuweisen. Eine konkrete Formulierung kann sein: „Mein Zustand hat sich seit gestern deutlich verschlechtert – ich möchte, dass das heute nochmals ärztlich bewertet wird.“
  • Wenn verständliche Kommunikation schwierig ist – etwa durch Sprachbarrieren –, kann man darum bitten, eine andere Ärztin oder einen anderen Arzt hinzuzuziehen oder eine Dolmetscherin bzw. einen Dolmetscher anzufordern. Krankenhäuser sind verpflichtet, für eine verständliche Kommunikation zu sorgen.
  • Eine Angehörige oder eine Vertrauensperson kann in solchen Situationen eine wichtige Rolle übernehmen: Sie kann Beobachtungen schildern, Fragen stellen und dafür sorgen, dass Anliegen wahrgenommen werden – besonders dann, wenn die betroffene Person selbst kaum Kraft hat.
  • Wenn das Gefühl besteht, dass die Versorgung nicht ausreicht, ist es möglich, eine Verlegung in ein anderes Krankenhaus anzusprechen – wie es in diesem Fall letztlich zur richtigen Diagnose geführt hat. Patientinnen und Patienten haben das Recht, eine Zweitmeinung einzuholen oder eine Verlegung zu erbitten.

Worauf Sie achten können

  • Veränderungen im Befinden – insbesondere eine Verschlechterung – lassen sich gezielt und konkret beschreiben: Wann hat sich was verändert? Was ist neu dazugekommen?
  • Bei Unklarheiten über eine Diagnose oder Behandlung ist es möglich, nachzufragen: „Welche anderen Ursachen wurden ausgeschlossen?“ oder „Was passiert, wenn sich mein Zustand weiter verschlechtert?“
  • Wenn eine Begleitperson vorhanden ist, kann es hilfreich sein, ihr eine klare Rolle zu geben – etwa: Gespräche mit dem ärztlichen Personal führen, Beobachtungen aufschreiben oder im Notfall die Rufanlage betätigen.
  • Alle wichtigen Informationen – Symptome, Zeitpunkte, Gespräche mit dem Personal – lassen sich stichpunktartig notieren oder durch eine Begleitperson notieren lassen. Das kann helfen, den Verlauf nachzuvollziehen und im Gespräch konkret zu bleiben.

Sie sind nicht allein

Wenn Sie eine ähnliche Erfahrung gemacht haben oder Unterstützung bei der Einordnung von Erlebnissen im Gesundheitswesen suchen, hilft die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) kostenlos und neutral weiter. Auf mehr-patientensicherheit.de können Sie Ihre Erfahrungen anonym berichten und damit dazu beitragen, dass solche Situationen künftig besser erkannt werden.

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 30-49 Jahre
Art der Einrichtung:Krankenhaus
Geschlecht: weiblich

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Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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