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2024-1400

Sprachbarriere: Falsche Diagnose Prellung statt Fraktur

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Fallbeschreibung:

Sprachbarriere: Fraktur als Prellung verkannt

Nach einem Sturz stellte ich mit Schmerzen im Oberarm in der Ambulanz im Klinikum vor. Ich konnte auch den Arm nicht bewegen. Der Arzt verstand Deutsch leider nicht gut und verstand wohl auch das Ereignis nicht. Ich wurde geröntgt und mit Diagnose Prellung entlassen. Nachdem ich nach 7 Tagen immer noch nix bewegen konnte und nicht mal mit Schmerzmittel aushielt, schickte mich die Hausärztin zum Orthopäden. Das dauerte erneut 2 Wochen und der schickte mich ins MRT. Dieser Termin hatte ich nach weiteren 14 Zagen. Die Rückmeldung nach erneut 7 Tagen. Es war eine Oberarmkopffraktur mit Rotatorenmanschettenruptur. Nun konnte man nix mehr machen. Heute, nach 2,5 Jahren mache ich immer noch manuelle Therapie, was mir vim Orthopäde natürlich nicht mehr verschrieben wird.

Gut gelaufen:

Keine Angaben

Schlecht gelaufen:

Siehe Text.

Verbesserungsvorschläge:

Siehe Text.

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Ein Sturz mit starken Schmerzen und eingeschränkter Beweglichkeit ist eine belastende Situation – und die Hoffnung auf eine schnelle, klare Diagnose ist verständlich. Wenn Arzt und Patient unterschiedliche Sprachen sprechen, kann die Verständigung über Beschwerden, den genauen Unfallhergang und die Untersuchungsergebnisse erschwert sein – mit Folgen, die sich erst Wochen später zeigen.

In dieser Situation gab es für die Betroffene keinen realistischen Spielraum, die Sprachbarriere in der Notaufnahme eigenständig zu überbrücken oder die Fehldiagnose zu erkennen. Das ist wichtig anzuerkennen.

Was Angehörige oder Begleitpersonen tun können

  • Eine Begleitperson kann in der Notaufnahme aktiv als Kommunikationshilfe einspringen – auch wenn nur eine Person gut Deutsch spricht, kann das den Unterschied machen. Möglich ist zum Beispiel die Aussage: „Ich begleite diese Person und übersetze – darf ich dabei sein?“
  • Wenn keine Begleitperson vor Ort ist, kann man das medizinische Personal um Unterstützung bitten – etwa durch eine Dolmetsch-App, einen telefonischen Dolmetschdienst oder eine zweisprachige Mitarbeiterin oder einen zweisprachigen Mitarbeiter des Hauses.
  • Begleitpersonen können darauf hinweisen, wenn Beschreibungen der Schmerzen oder des Unfalls erkennbar missverstanden werden – zum Beispiel wenn die Reaktion des Arztes nicht zur geschilderten Situation zu passen scheint.
  • Nach der Untersuchung kann es helfen, die genannte Diagnose und die nächsten Schritte schriftlich zu erhalten oder sich aufschreiben zu lassen – so lässt sich das Gespräch bei Bedarf später noch einmal prüfen oder übersetzen.

Für die Zukunft: Was sich vorbereiten lässt

  • Eine persönliche Notfallkarte mit den wichtigsten Sprachhinweisen, bekannten Erkrankungen und Medikamenten lässt sich vorab erstellen – in der eigenen Sprache und auf Deutsch.
  • Mehrsprachige Übersetzungshilfen für medizinische Begriffe sind kostenlos im Internet verfügbar und können auf dem Smartphone gespeichert werden, sodass sie in der Notaufnahme schnell zur Hand sind.
  • Bei anhaltenden Beschwerden nach einer Erstdiagnose ist es möglich, eine Zweitmeinung einzuholen – zum Beispiel bei einer Hausärztin oder einem Hausarzt, der die eigene Sprache spricht.
  • Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) bietet Beratung in mehreren Sprachen an und kann helfen, Rechte und Möglichkeiten im Gesundheitssystem zu verstehen – auch rückwirkend nach einer schwierigen Erfahrung.

Sie sind nicht allein

Wer eine ähnliche Erfahrung gemacht hat, kann sich an die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) wenden – die Beratung ist kostenlos und in mehreren Sprachen möglich. Auf mehr-patientensicherheit.de ist es außerdem möglich, eigene Erfahrungen anonym zu melden und damit dazu beizutragen, dass solche Situationen sichtbarer werden.

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 50-69 Jahre
Art der Einrichtung:Notaufnahme, Krankenhaus
Geschlecht: weiblich

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Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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