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2024-1329

Operationsfehler bei Implantation einer Schlittenprothese

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Fallbeschreibung:

Schlittenprothese & Kreuzbandverletzung: CIRS-Fall

Infolge von Arthrosegrad IV. und arthrosebedingten Knieschmerzen wurde mir trotz meines jungen Alters eine Schlittenprothese implantiert. Postoperativ hatte ich starke Schmerzen und mein Knie war extrem instabil. Dies habe ich im Krankenhaus kommuniziert, wurde aber nicht ernst genommen. Während einer Visite musste ich ohne Gehhilfen eine kurze Strecke gehen und bin dabei hingefallen, weil mein Knie nicht gehalten hat. Dies ebenso wie meine starken Schmerzen wurden seitens der Ärzte ignoriert. Im Entlassungsbericht hat der Operateur mehrfach gelogen und meinen Zustand beschönigt. In der darauffolgenden Reha wurde meine Problematik zwar erkannt, aber nicht weiter verfolgt, da es zunächst nur um die postoperative Versorgung ging (d.h. Schmerzlinderung, einfache KG, Bewegungsbad etc.). Meine Beschwerden (Schmerzen und Instabilität) nahmen im weiteren Verlauf zu. Drei Monate nach der OP stellten drei Orthopäden unabhängig voneinander fest, dass meine Kreuzbänder nicht mehr intakt sind, was meine Beschwerden erklärt, da die implantierte Schlittenprothese nicht dafür ausgelegt ist, ein Knie ohne intakte Kreuzbänder zu halten. Folglich ist nun eine weitere OP (die insgesamt 7.) notwendig – entweder die Rekonstruktion meiner Kreuzbänder (was bei implantierter Schlittenprothese kompliziert ist) oder die Implantation einer Vollprothese (was in meinem Alter ungünstig ist). Beide Operationen sind angesichts der vielen Voroperationen riskant und keine gute Lösung.
Ich habe mittlerweile einen Anwalt für Medizinrecht eingeschaltet. Derzeit läuft gegen den Operateur ein Verfahren bei der zuständigen Ärztekammer. Es wird vermutet, dass der Operateur meine Kreuzbänder während der OP verletzt und die Klinik diesen Behandlungsfehler anschließend bewusst verschleiert hat.

Gut gelaufen:

In der Klinik ist nichts gut gelaufen. Der Operateur hat am Tag meiner OP alle anderen Operationen abgesagt, da er in der Nacht zuvor kaum geschlafen hatte und übermüdet war. Daher habe ich ihn noch gefragt, ob er fit genug für meine OP sei, was er bejaht hat.

Schlecht gelaufen:

Das gesamte Krankenhauspersonal hat mich mit meinen Beschwerden nicht ernst genommen. Er war sichtlich überlastet und genervt, weil ich wiederholt meine Beschwerden kommuniziert habe. Besonders negativ bewerte ich, dass der Operateur den offensichtlichen Fehler nicht eingesteht, sondern zudem lügt (z.B. dass er postoperativ mit mir telefoniert hätte und ich ihm mitgeteilt hätte, dass ich mit dem Zustand meines Knies zufrieden sei, obwohl nachweislich gar kein Telefonat stattgefunden hat). Wir Menschen machen alle Fehler. Warum können die Ärzte dann nicht einfach von ihren hohen Rössern hinabsteigen und Fehler zugeben?

Verbesserungsvorschläge:

Ärzte sollten kritikfähiger und fehlereinsichtiger werden. Krankenhauspersonal sollte entlastet werden. Beschwerden von Patienten sollten ernster genommen und nicht grundlos bagatellisiert werden. Nachsorge (v.a. bei anhaltenden Beschwerden) sollte erfolgen.

Weitere Infos:

Ich habe den Eindruck, dass ärztliche Gutachten, die Ärztekammern einholen, in vielen Fällen zwecklos für die Patienten sind, da die eine Krähe der anderen kein Auge aushackt. In meinem Fall hat bspw. der erste Gutachter meinen Knieschaden etc. bestätigt, kommt aber zu einem merkwürdigen Fazit: Es liege kein Behandlungsfehler vor, da ich nach der OP einen Unfall gehabt hätte, der meine Kreuzbandverletzung erklären würde, obwohl ich nachweislich keinen Unfall hatte. Ich denke, dieses absurde Fazit geht auf die Intention des Gutachters zurück, seinen Kollegen schützen zu wollen. Immerhin hat die Ärztekammer Zweifel an diesem Gutachten und es zur Plausibilitätsprüfung an zwei weitere Ärzte übersandt.

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Eine Operation am Knie – besonders wenn es bereits die mehrte ist – ist mit großen Hoffnungen verbunden, endlich weniger Schmerzen zu haben und wieder beweglicher zu werden. Umso belastender ist es, wenn nach dem Eingriff genau das Gegenteil eintritt: Die Beschwerden werden schlimmer, und das Gefühl entsteht, mit diesen Sorgen nicht gehört zu werden.

In manchen Fällen können nach einer Knieoperation Komplikationen auftreten, die sich durch anhaltende Schmerzen und eine spürbare Instabilität des Gelenks zeigen. Eine Schlittenprothese – das ist ein Implantat, das nur den verschlissenen Teil des Kniegelenks ersetzt – setzt voraus, dass bestimmte Strukturen im Knie, insbesondere die Kreuzbänder, intakt sind. Sind diese Bänder beschädigt, kann das Implantat das Knie nicht ausreichend stabilisieren. Solche Zusammenhänge sind für Betroffene ohne medizinisches Fachwissen in der Akutsituation kaum einschätzbar. Wenn Beschwerden im Krankenhaus kommuniziert werden, aber keine zufriedenstellende Reaktion erfolgt, ist das für Betroffene eine besonders schwierige Lage.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer nach einer Operation das Gefühl hat, dass Beschwerden nicht ausreichend wahrgenommen werden, hat verschiedene Möglichkeiten, sich Gehör zu verschaffen und die eigene Situation zu dokumentieren.

  • Beschwerden schriftlich festhalten: Ein kurzes persönliches Tagebuch – auch als Notiz auf dem Smartphone – kann helfen, Symptome, Zeitpunkte und Gespräche mit dem medizinischen Personal zu dokumentieren. Diese Aufzeichnungen können später wichtig sein, etwa wenn ein zweites ärztliches Urteil eingeholt oder rechtliche Schritte erwogen werden.
  • Eine zweite ärztliche Meinung einholen: Nach einer Operation ist es jederzeit möglich, eine unabhängige Einschätzung bei einer anderen Fachpraxis oder einer spezialisierten Klinik zu erfragen. Eine solche Zweitmeinung – also das Urteil eines weiteren Arztes oder einer weiteren Ärztin zur eigenen Diagnose oder Behandlung – kann Klarheit bringen, wenn Unsicherheit über den Verlauf besteht.
  • Begleitperson einbeziehen: Wer möchte, kann eine Vertrauensperson zu Visiten oder Aufklärungsgesprächen mitbringen. Diese Person kann als zusätzliche Zeugin fungieren und dabei helfen, Informationen zu behalten. Es ist möglich zu sagen: „Ich möchte gerne, dass meine Begleitperson bei diesem Gespräch dabei ist.“
  • Patientenfürsprechende ansprechen: Die meisten Krankenhäuser haben eine unabhängige Patientenfürsprecherin oder einen Patientenfürsprecher – eine Person, die Beschwerden von Patient:innen aufnimmt und vermittelt. Diese Anlaufstelle ist kostenfrei und unabhängig vom Krankenhauspersonal.

Worauf Sie achten können

  • Nach einer Knieoperation ist es möglich, das medizinische Personal gezielt nach den Zeichen zu fragen, die auf Komplikationen hinweisen können – und zu erfragen, wann eine erneute ärztliche Einschätzung sinnvoll wäre.
  • Entlassungsbriefe – also die schriftliche Zusammenfassung des Krankenhausaufenthalts – können und dürfen von Patient:innen angefordert werden. Es ist möglich, diese sorgfältig zu lesen und bei Unklarheiten oder Unstimmigkeiten nachzufragen.
  • Bei dem Verdacht auf einen Behandlungsfehler stehen unabhängige Beratungsangebote zur Verfügung, etwa die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD), die kostenlos und vertraulich berät.
  • Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen der Ärztekammern sind eine Möglichkeit, einen möglichen Behandlungsfehler prüfen zu lassen. Parallel dazu kann die Beratung durch eine auf Medizinrecht spezialisierte Anwaltskanzlei sinnvoll sein – beide Wege schließen sich nicht aus.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 30-49 Jahre
Art der Einrichtung:Normalstation, Operationssaal, Krankenhaus
Geschlecht: weiblich

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