2026-118
Implantat eitert nach 2 Wochen raus – Kieferchirurg reagiert mehrfach ungehalten
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Nach langen Zahnschmerzen an einem wurzelbehandelten Zahn (Aufbohren, Spülen, provisorisch Verschließen) war für mich die Grenze erreicht. Der Zahnarzt wollte den Zahn entfernen und eine Brücke einsetzen. Der Nebenzahn war jedoch vor 16 Jahren auch wurzelbehandelt worden, aber nicht vollständig – Erwartung war, hält vielleicht 1-5 Jahre, machte auch immer mal Probleme. Daher wollte ich das nicht – Antwort des Zahnarztes „ich bin seit 30 Jahren Zahnarzt und das ist ein guter Zahn“.
Er hat mich dann doch zum Kieferchirurgen überwiesen, um ein Implantat zu setzen.
Die Entfernung des Zahnes war unschön – er war schon zerbrochen, daher wäre da auch nichts mehr zu retten gewesen.
Nach der Entfernung traten Blutungen auf.
Im nächsten Termin wurde ein Kieferaufbau durchgeführt.
Danach wurde das Kieferstück des Implantates eingesetzt. Bei jedem Termin wurden Panoramaröntgenaufnahmen des ganzen Kiefers gefertigt.
Beim Einsetzen des ersten Teils des Implantates spürte ich während der OP, wie in meinem Kiefer gebohrt wurde – ich hatte ein Tuch über Nase, Augen und Mund und eine Menge Instrumente im Mund und konnte nur durch Handzeichen Bescheid geben dass etwas nicht in Ordnung war. Daraufhin wurde mehr Betäubungsmittel gespritzt. Ich hatte dann einige Male das Gefühl, gleich umzukippen. Nach der OP ging es mir so mies, dass ich ein Kreislaufmittel brauchte und noch etwas sitzen bleiben mußte – das wurde mit unwirschen Kommentaren begleitet – habe ich doch seinen Zahnarztstuhl länger als vorgesehen belegt.
Nach ca. 1 Woche bekam ich wieder Zahnschmerzen und ging zu meinem Zahnarzt. Der war unwirsch, was ich bei ihm wolle, ich soll zum Kieferchirurgen gehen.
Den informierte er sogleich „die Patientin ist unzufrieden“ bevor ich dort eintraf (ich ließ mir später alle Unterlagen kopieren – wofür ich auch angefaucht wurde).
Zu der Zeit hatte ich eine Schilddrüsenentzündung, die den Kreislauf stark beeinträchtigt.
Dies war dem Kieferchirurgen bekannt (hatte alle Blutwerte vorgelegt). Er empfing mich unfreundlich. Ja, da müsse er schauen ob er das Implantat noch retten kann und nochmal operieren. Ich fragte, ob das mein Kreislauf aushält. Dann wurde er noch ungehaltener. Ja, er hätte schon mal einen kräftigen jungen Mann auf dem Stuhl gehabt, der kippte ihm runter und mußte mit dem Notdienst in die Zahnklinik gebracht werden wo die OP beendet wurde. Super -das hat mich beruhigt…
Er hat mich dann in die Zahnklinik weitergeschickt mit einem knappen Überweisungsschein, da stand aber nichts zu den Befunden drin.
Zwei Tage danach war ich in der Zahnklinik, die mir sagten, sie wären keine Spezialisten für Implantate, aber das Implantat ist ausgeeitert und kann nicht gerettet werden. Normal entfernt das der Chirurg, der es setzt.
Dann bin ich in die Praxis des Kieferchirurgen gefahren, habe das Erlebte geschildert und wollte mit ihm sprechen – er stand 2 Meter daneben und hat sich geweigert, mit mir zu sprechen, man schickte mich weg.
Immer noch mit starken Zahnschmerzen habe ich einen kurzfristigen Termin bei einem anderen Kieferchirurgen bekommen – er war perplex und konnte das ganze nicht verstehen. Er bestätigte, dass das Implantat nicht zu retten sei – die Ursache war der Zahn daneben, da hatte sich eine Fistel gebildet (der Zahn der die Brücke halten sollte), der müsse auch entfernt werden, sonst wird auch kein neues Implantat halten. Auch hier die Meinung, das müsse der Erstoperateur machen – auch wegen entstehender Kosten.
Ich habe also einen Termin in der ersten Praxis gemacht – das dauerte nochmal eine Woche, mit starken Zahnschmerzen.
Als erstes wurde ich angeschnauzt „so, jetzt sind Sie also doch wieder da“ – als ich mir erlaubte, das in der Zahnklinik erlebte zu schildern fuhr er mich an „ich kann Sie auch rausschmeißen, das Recht habe ich“. Eine Praktikantin und Zahnarzthelferinnen standen daneben. Er wollte dann mit der OP beginnen. Mir war überhaupt nicht wohl dabei und ich fragte, ob er mich wirklich operieren will nach solchen Worten.
Er wollte. Mußte das Implantat entfernen und auch den Zahn daneben. Es ging recht schnell.
Nach rd. 6 Wochen hat er ein neues Implantat eingesetzt. Das machte dann auch kein Problem.
Aber ich bekam nun eine neuerliche Rechnung (ich hatte für alle vorherigen Leistungen bereits Privatrechnungen bekommen und bezahlt) für das Setzen des zweiten Implantates. Auf die Frage, ob das nicht unter Gewährleistung fällt, wurde dies einfach verneint. Ich bezahlte nicht und wurde mehrfach von seiner Sprechstundenhilfe angerufen und mit rechtlichen Schritten, „das wird teuer“ bedroht.
Das Öffnen und Einsetzen des Oberteils des Implantates danach ließ ich in einer anderen Praxis machen, wechselte auch den Zahnarzt und ließ den Zahn dort fertigen.
Bei einem Anruf bei meiner Rechtschutzversicherung wurde ich dort sofort von einem Rechtsexperten bestärkt, wenn ein Implantat nach 2 Wochen rausgeeitert ist, war das nicht korrekt ausgeführt und fällt unter Gewährleistung. Ich solle nicht zahlen, der nächste Schritt müsse vom Chirurgen kommen, die Versicherung übernimmt das dann. Er hat aber nie Klage eingereicht. Ich hoffe, das kommt nicht noch. Ich hatte insgesamt 1,5 Jahre Ärger, OPs, Schmerzen. Und eine Zahnlücke.
Eine Behandlung, die sich über Monate hinzieht und von anhaltenden Schmerzen, mehreren Eingriffen und belastenden Begegnungen begleitet wird, ist körperlich wie emotional erschöpfend. Wenn zudem das Gefühl entsteht, mit berechtigten Fragen nicht gehört zu werden, kann das das Vertrauen in die Versorgung grundlegend erschüttern.
Implantologische Behandlungen – also das chirurgische Einsetzen von Zahnersatz im Kieferknochen – sind aufwendige Eingriffe, die mehrere Schritte umfassen und bei denen verschiedene Faktoren den Verlauf beeinflussen. Dazu gehört auch der Zustand der Nachbarzähne. Wenn sich im Verlauf Komplikationen zeigen, wie eine Entzündung oder ein Versagen des Implantats, entsteht häufig Klärungsbedarf: Was ist passiert? Wer ist zuständig? Wer trägt die Kosten? Diese Fragen sind berechtigt – und nicht immer leicht zu beantworten.
Wer sich in einer vergleichbaren Situation befindet, kann auf verschiedene Wege zurückgreifen, um die eigene Versorgung aktiv mitzugestalten.
Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) bietet kostenfreie, unabhängige Beratung zu medizinischen und rechtlichen Fragen rund um die Gesundheitsversorgung – auch bei Problemen mit Behandlungsverläufen oder Abrechnungen. Eigene Erfahrungen – ob belastend oder hilfreich – können auf mehr-patientensicherheit.de anonym gemeldet werden, damit andere Betroffene und das Gesundheitssystem davon lernen können.
Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:
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