2026-189
Nach einer abweisenden Notfallerfahrung zögerte Pat. beim nächsten Herzinfarkt
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Meine damals alleinlebende Schwiegermutter rief aufgrund von Beschwerden den Notruf. Sie vermutete, einen Herzinfarkt zu haben (es war nicht ihr erster). Der Notarzt wollte sie zunächst nicht mitnehmen und schimpfte mit ihr, weil sie einen fitten Eindruck mache und den Dienst somit grundlos in Anspruch nehmen würde.
Im Krankenhaus wurde dann tatsächlich ein Herzinfarkt diagnostiziert. Meine Schwiegermutter war eine eher zurückhaltende Frau, die darauf bedacht war, niemandem zur Last zu fallen. Als sie im darauffolgenden Jahr zuhause einen weiteren Herzinfarkt erlitt, zögerte sie, zum Hörer zu greifen, entmutigt durch die schroffe Erfahrung vom Vorjahr. Leider zögerte sie zu lange. Als der Notdienst schließlich kam, musste sie notoperiert werden und wachte nicht mehr auf. Mir ist klar, dass sie vielleicht auch bei früherem Anruf verstorben wäre. Aber eine letzte Ungewissheit bleibt, weil sie sich einfach nicht getraut hat, beizeiten um Hilfe zu telefonieren. So oder so tut es weh zu wissen, wie viele Stunden sie zuhause allein mit der Frage gerungen hat, ob sie die 112 wählen soll oder nicht. Es gab vor der OP noch ein Telefonat mit ihr, deshalb wissen wir von ihrem Abwägen und Hadern.
Dieser Fall berührt tief – und er zeigt, wie nachhaltig eine einzelne Erfahrung das Verhalten von Menschen in lebensbedrohlichen Momenten beeinflussen kann. Wenn Betroffene bei einem Notruf abweisend behandelt werden, kann das Vertrauen in das Notfallsystem erschüttert werden – mit Folgen, die sich erst viel später zeigen.
Menschen, die den Notruf wählen, befinden sich in einer Ausnahmesituation. Sie kennen ihren eigenen Körper – und häufig ist genau dieses Körpergefühl ein wichtiges Signal. Dass dieses Signal von außen infrage gestellt wird, kann tiefe Verunsicherung hinterlassen. In einer Situation wie dieser gab es für die Betroffene keinen realistischen Spielraum zum Eingreifen – das ist wichtig anzuerkennen. Die Entscheidung, ob und wann sie den Notruf wählt, war durch die vorangegangene Erfahrung erheblich beeinflusst. Diese Last lag allein bei ihr, alleinlebend und ohne Unterstützung im entscheidenden Moment.
Angehörige können nach einer belastenden Notfallerfahrung eine wichtige Rolle übernehmen – nicht als Kontrolle, sondern als Unterstützung.
Wenn Sie eine belastende Erfahrung im Zusammenhang mit dem Notfallsystem gemacht haben – als Betroffene oder als Angehörige –, können Sie sich an die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) wenden, die kostenlos und vertraulich berät. Auf mehr-patientensicherheit.de ist es außerdem möglich, solche Erfahrungen anonym zu melden und damit zur Verbesserung der Versorgung für andere beizutragen.
Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt.
Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:
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Die Betriebskrankenkassen:
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Vielen Dank für Ihr Verständnis, Ihr Mehr-Patientensicherheit-Team