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2024-1034

Unangemessene, gewaltvolle Untersuchung

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Fallbeschreibung:

Rachenuntersuchung: Wenn Patienten nicht gehört werden

Rachenuntersuchung durch HNO-Arzt/ Ärztin war ausgesprochen unangenehm, fast schmerzhaft und der auftretende, sehr starke Würgereflex wurde ignoriert. Ich versuchte ein Stop verbal zu vermitteln, was bei einer Rachenuntersuchung schwierig ist.

Keine Reaktion seitens des Arztes/ der Ärztin. Als ich den Kopf versuchte wegzudrehen um diese Art (ruppig, unangenehm, Würgereflex) der Untersuchung vorerst zu beenden, griff der Arzt/ die Ärztin meinen Kopf, hielt diesen fest und fuhr noch ruppiger die Untersuchung fort. Nun wurde es schmerzhaft. Ich versuchte den Arzt/ die Ärztin wegzudrücken, was mir aufgrund körperlicher Unterlegenheit nicht gelang. Er/ Sie hielt weiter meinen Kopf fest festgehalten und fuhr minutenlang fort, während ich versuchte mich aus dem Griff zu lösen.

Hinzu kam das Gefühl des völligen Ausgeliefertsein. Nach der „Untersuchung“ sah er/ sie die Tränen in meinen Augen und mein geschocktes Gesicht und sagte leise: Entschuldigung.

Gut gelaufen:

Nichts!

Schlecht gelaufen:

Übergriffigkeit

Verbesserungsvorschläge:

keine Gewalt bei Untersuchungen, Abbruch von Untersuchungen, wenn sie dem Patienten unangenehm oder schmerzhaft sind oder auch einfach nicht gewollt sind

Weitere Infos:

Hat mich tatsächlich traumatisiert und nun traue ich nicht mehr zum HNO. Vor Rachenuntersuchungen bekomme ich Panik.

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Eine medizinische Untersuchung, die als übergriffig erlebt wird, kann tiefe Spuren hinterlassen – körperlich wie seelisch. Dass eine solche Erfahrung das Vertrauen in medizinische Versorgung nachhaltig erschüttern und sogar Angst vor künftigen Untersuchungen auslösen kann, ist eine ernst zu nehmende Folge, die viele Betroffene kennen.

In diesem Fall schildert eine Patientin, dass sie während einer Rachenuntersuchung beim HNO-Arzt oder bei der HNO-Ärztin körperlich festgehalten wurde, obwohl sie verbal und durch Körpersignale signalisierte, dass die Untersuchung zu schmerzhaft war und sie diese unterbrechen wollte. Ihr Widerstand wurde nicht respektiert. Medizinische Untersuchungen setzen grundsätzlich die Einwilligung der untersuchten Person voraus – und diese Einwilligung kann jederzeit zurückgezogen werden. Das gilt auch dann, wenn eine Untersuchung begonnen hat.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Es gibt einige Möglichkeiten, die sich vor oder zu Beginn einer Untersuchung nutzen lassen, um die eigene Sicherheit zu stärken – auch wenn die Situation selbst, wie dieser Fall zeigt, an ihre Grenzen stoßen kann.

  • Ein Stoppzeichen vorab vereinbaren: Vor der Untersuchung ist es möglich, mit der behandelnden Person ein eindeutiges Handzeichen zu vereinbaren, das „bitte pause“ bedeutet – zum Beispiel eine erhobene Hand. Da bei einer Rachenuntersuchung das Sprechen schwierig ist, kann ein solches nonverbales Signal eine wichtige Alternative sein. Ein möglicher Einstieg: „Ich habe manchmal einen starken Würgereflex. Wenn ich die Hand hebe, bedeutet das: bitte kurz stoppen.“
  • Beschwerden oder Vorbehalte offen ansprechen: Es ist möglich, bereits vor der Untersuchung zu sagen, wenn man bestimmte Untersuchungsschritte als unangenehm erlebt oder Bedenken hat. Das gibt der behandelnden Person die Möglichkeit, behutsamer vorzugehen oder das Vorgehen anzupassen.
  • Eine Begleitperson mitbringen: Wer möchte, kann eine Vertrauensperson zu Untersuchungsterminen mitnehmen. Diese kann im Zweifelsfall stellvertretend eingreifen oder das Geschehene bezeugen.
  • Das Erlebte dokumentieren und melden: Wenn eine Untersuchung als übergriffig erlebt wurde, ist es möglich, dies zu dokumentieren – zum Beispiel durch eine zeitnahe schriftliche Schilderung – und sich an eine Patientenberatung, eine Ärztekammer oder eine Beschwerdestelle zu wenden.

Worauf Sie achten können

  • Eine behandelnde Person nimmt körperliche Signale wie Abwehrbewegungen oder Ausweichen ernst und unterbricht die Untersuchung zumindest kurz.
  • Vorab besteht die Möglichkeit, Bedenken, Schmerzen oder besondere Empfindlichkeiten zu äußern – ohne dass dies als Widerstand bewertet wird.
  • Es ist klar, dass eine Einwilligung in eine Untersuchung jederzeit zurückgezogen werden kann – mündlich, durch Handzeichen oder durch körperliche Signale.
  • Nach einer belastenden Erfahrung steht Unterstützung zur Verfügung – etwa durch die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD), die kostenlos und neutral berät.

Sie sind nicht allein

Wenn Sie eine Erfahrung wie diese gemacht haben und nicht wissen, welche Möglichkeiten Sie haben, bietet die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) kostenlose und unabhängige Beratung an – telefonisch, online und in vielen Sprachen. Auf mehr-patientensicherheit.de können Sie eigene Erfahrungen anonym melden und so dazu beitragen, dass solche Situationen sichtbar werden und sich etwas verändert.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 30-49 Jahre
Art der Einrichtung:Ambulante Praxis, Arztpraxis
Geschlecht: weiblich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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