2024-085
Keine Hilfe für Menschen mit Behinderung/keine Behandlung, trotz Notfalltermin
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Meine Mutter ist 86 Jahre alt, ist aufgrund einer kindlichen Polio-Erkrankung schwer gehbehindert und auf
einen Rollstuhl angewiesen, mit dem sie sich selber nur schwer fortbewegen kann. Sie ist Patientin
in einer Hautarztpraxis.
Meine Mutter hatte eine starke Allergie und hatte einen durch die Hausärztin vermittelten
Notfalltermin. In der Sprechstunde war Herr B. sehr unfreundlich. Dies war leider kein
Einzelfall, denn auch bei länger zurückliegenden Terminen in der Sprechstunde war dieses
unhöfliche Verhalten deutlich, in Aussagen und Wortwahl m. E. teilweise abschätzig und verletzten. So sprach er meine Mutter mit „Oma“ an.
Zur Verdeutlichung das aktuelle Geschehen:
Meine Mutter hatte in der Praxis keinerlei Unterstützung, um sich mit dem Rollstuhl in der Praxis zu
bewegen und musste die Wege in Praxis alleine bewältigen, was ihr mühevoll und auch langsam
gelang. Als sie im türoffenen Sprechzimmer ankam und die Türe wegen ihrer Einschränkungen nicht richtig schließen konnte, wurde sie von Herrn B. „herrisch“ aufgefordert, die
Tür zu schließen. Eingeschüchtert durch den „Gott in Weiß“ rollte meine Mutter nun zurück zur
Tür und schloss diese. Meine Mutter ist eine höfliche alte Dame, die die ein solches Verhalten
extrem verunsichert. Herr B. hätte kurz aufstehen können, um die Tür selbst zu schließen.
Herr B. hat dann den Ausschlag gar nicht untersucht. Meine Mutter wurde in ein
Behandlungszimmer gebeten und machte ihren Oberkörper frei. Nach kurzer Zeit kam eine
Mitarbeiterin in den Raum und forderte sie auf, sich wieder anzuziehen und den Raum zu
verlassen: Sie würde heute nicht mehr untersucht. Auf Nachfrage, was sie jetzt machen soll,
wurde ihr gesagt, sie solle aushalten bis zum Allergietest eine Woche später. Es wurden auch
keine lindernden Medikamente verschrieben.
Der Ausschlag ist inzwischen so stark, dass meine Mutter sich in der Hautklinik vorgestellt hat.
Leider gibt es es in unserer Stadt und Umgebung kaum Hautarztpraxen, die barrierefrei sind. So kann
man schwerlich ausweichen und muss ein solches Benehmen hinnehmen.
Meine Mutter ist gesetzlich versichert und ich habe den Eindruck, dass die Praxis kein Interesse an
gesetzlich versicherten Patienten hat, da nicht nur das Verhalten von Arzt und Personal gegenüber
Patienten höchst unfreundlich und respektlos ist, sondern auch weitere Hinweise darauf hindeuten,
diese Patienten aus der Praxis fernzuhalten.
Es ist sehr belastend, wenn ein Notfalltermin nicht zu der erhofften Behandlung führt – besonders dann, wenn die betroffene Person bereits geschwächt ist und sich auf die Versorgung verlassen hat. Ältere Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, befinden sich in Arztpraxen oft in einer besonders verletzlichen Situation: Sie sind auf Unterstützung angewiesen, die nicht immer selbstverständlich angeboten wird.
Situationen wie diese – fehlende Unterstützung bei der Fortbewegung in der Praxis, eine als respektlos erlebte Kommunikation und das Ausbleiben einer medizinischen Untersuchung trotz dringlichem Anlass – können Betroffene und Angehörige tief verunsichern. Hinzu kommt, dass barrierefreie Alternativen in vielen Regionen kaum verfügbar sind, was den Handlungsspielraum erheblich einengt. Das ist eine strukturelle Realität, die Betroffene nicht zu verantworten haben.
Wenn Angehörige eine solche Situation begleiten oder im Nachhinein davon erfahren, gibt es einige Möglichkeiten, die hilfreich sein können:
Wenn Sie oder Angehörige ähnliche Erfahrungen gemacht haben, steht Ihnen die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) unter www.patientenberatung.de kostenlos zur Verfügung. Auf mehr-patientensicherheit.de können Sie Ihre Erfahrungen anonym berichten und so dazu beitragen, dass solche Situationen sichtbar werden und sich etwas verändert.
Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:
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Die Betriebskrankenkassen:
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Patient:innen und Angehörige,
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