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2024-227

Belästigung bei Hausbesuch durch sexualisierte Bemerkungen von Arzt

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Fallbeschreibung:

Sexuelle Belästigung beim Hausbesuch – Patientensicherheit

KV Arzt zum Hausbesuch bei extrem starkem Migräneanfall. Sexualisierte Bemerkungen! Habe ihn trotzdem geschafft so deutlich in seine Grenzen zu weisen, dass er unsicher geworden ist u damit aufgehört hat. Aber was für eine Frechheit!!

Gut gelaufen:

Rechtzeitig und klar Kontra geben. Grenzen aufzeigen – aber hej, wenn es einem so mies geht, ist das echt schwer! Und umso mehr eine fiese Ungerechtigkeit.

Schlecht gelaufen:

Dass der Arzt sich dermaßen schlecht benommen hat. Dass der männliche Mitarbeiter an der KK Hotline, bei der ich danach versucht habe mich zu beschweren und den Namen des Arztes rauszufinden, weil ich diesen Arzt nie wieder zu uns nach Hause holen wollte, so unsensibel und perplex reagiert hat, dass es überhaupt nicht hilfreich war.

Verbesserungsvorschläge:

Schulung insbesondere männlicher MA. Männer erleben aufgrund ihrer Rolle deutlich seltener sexualisierte Grenzüberschreitungen. Was an sich schon ungerecht ist! Tatsächlich sollte niemand davon betroffen sein. Aber wenn so noch Schutz usw. so erschwert werden ist das nicht hilfreich!

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Eine ärztliche Behandlung zu Hause bedeutet besondere Verletzlichkeit – gerade dann, wenn man durch starke Schmerzen kaum handlungsfähig ist. Dass es in einer solchen Situation zu sexualisierten Bemerkungen durch eine medizinische Fachkraft kommen kann, ist eine ernste Grenzverletzung, die nichts mit dem Verhalten der betroffenen Person zu tun hat.

Sexualisierte Übergriffe (d. h. unerwünschte Äußerungen oder Handlungen mit sexuellem Bezug) durch Behandelnde können in verschiedenen Versorgungssituationen vorkommen – auch beim Hausbesuch, wo keine weiteren Personen anwesend sind. Für Betroffene ist es in solchen Momenten oft besonders schwer, zu reagieren, weil man gleichzeitig auf die medizinische Hilfe angewiesen ist.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer eine solche Situation erlebt – oder erlebt hat – kann verschiedene Schritte in Betracht ziehen, um sich zu schützen und Gehör zu finden.

  • Eine klare verbale Reaktion ist möglich, wenn man dazu in der Lage ist – etwa: „Was Sie gerade gesagt haben, ist nicht angemessen. Ich möchte, dass das aufhört.“ Dass dies manchmal körperlich und emotional sehr viel abverlangt, ist vollständig nachvollziehbar.
  • Eine Beschwerde ist im Nachgang möglich – auch wenn die Reaktion in der akuten Situation schwierig war. Die Ärztekammer des jeweiligen Bundeslandes nimmt Beschwerden über ärztliches Fehlverhalten entgegen und ist verpflichtet, diesen nachzugehen.
  • Bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) – also der Organisation, die den ärztlichen Bereitschaftsdienst koordiniert – ist es möglich, den Namen des eingesetzten Arztes oder der Ärztin zu erfragen. Dies kann schriftlich oder per E-Mail geschehen, wenn eine telefonische Auskunft nicht zufriedenstellend ist.
  • Unterstützung bei der Formulierung einer Beschwerde bietet die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD): 0800 011 77 22 (kostenlos und anonym).

Worauf Sie achten können

  • Notieren Sie nach einem Vorfall möglichst bald: Datum, Uhrzeit, Namen (soweit bekannt), und was genau gesagt oder getan wurde – diese Aufzeichnung kann bei einer Beschwerde hilfreich sein.
  • Eine Begleitperson beim Hausbesuch – wenn möglich – kann sowohl schützend als auch als Zeugin oder Zeuge wirken.
  • Bei einer telefonischen Beschwerde ist es möglich, ausdrücklich um eine Rückfrage oder einen schriftlichen Kontakt zu bitten, wenn man das Gefühl hat, nicht ernst genommen zu werden.
  • Beratungsangebote wie die Onlineberatung der UPD oder spezialisierte Stellen gegen sexualisierte Gewalt im Gesundheitswesen stehen zur Verfügung – auch wenn man unsicher ist, ob eine Beschwerde der richtige Weg ist.

Sie sind nicht allein

Erfahrungen wie diese verdienen es, gehört und ernst genommen zu werden – von Anfang an. Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) bietet kostenlose, vertrauliche Beratung unter 0800 011 77 22. Auf mehr-patientensicherheit.de ist es möglich, eigene Erfahrungen anonym zu melden und damit dazu beizutragen, dass solche Situationen sichtbar werden.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 30-49 Jahre
Art der Einrichtung:Ärztin oder Arzt beim Hausbesuch, Ambulante Praxis
Geschlecht: weiblich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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