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2025-085

Einnahme von Antipsychotika – Folge extreme Akathisie (Sitzunruhe), mehrere Suizidversuche

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Fallbeschreibung:

Akathisie durch Antipsychotika: Nebenwirkung nicht erkannt

Ich habe Jahrelang eine extreme Akathisie (Sitzunruhe) aushalten müssen, durch zu schnell und zu hoch dosierte Antipsychotika.

Die Nebenwirkung wurde als Traumafolgestörung abgetan.
Es folgten in der Zeit mehrere (fast erfolgreiche) Suizidversuche sowie schwere Selbstverletzungen.

Durch die Höchstdosis des Depopräparates Xeplion, war ich nur noch ein innerlich toter, extrem unruhiger, sich nicht mehr wehren könnender, furchtbar gequälter Mensch.

Ich komme nicht darüber hinweg…

Das hat mich zusätzlich traumatisiert.

Gut gelaufen:

Es ist alles schief gelaufen.

Schlecht gelaufen:

Das man mich nicht ernst nahm, als diese Nebenwirkungen das erste Mal bei einem anderen Antipsychotika auftrat und ich verlangte es abzusetzen. Die Akathisie verschwand wieder und ich sagte, dass das von dem Medikament kam. Mir wurde nicht geglaubt.

Verbesserungsvorschläge:

Das Akathisie im Psychiatrischen und anderen Bereich(en) sehr ernst genommen wird. Eine Vielzahl an Medikamenten, (nicht nur Psychopharmaka) kann dies auslösen. Niemand weiß, wie es sich anfühlt, bis man es selbst erlebt hat. Es ist Folter. Und das sind nicht nur meine Aussagen darüber.

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Dieser Bericht beschreibt schweres, lang anhaltendes Leid – und die schmerzhafte Erfahrung, damit nicht gehört worden zu sein. Was diese Person durchgemacht hat, war real, körperlich und psychisch belastend, und es ist wichtig, das klar anzuerkennen.

Akathisie ist eine ernste Nebenwirkung, die unter anderem durch Antipsychotika (Medikamente zur Behandlung von Psychosen oder anderen psychiatrischen Erkrankungen) ausgelöst werden kann. Sie äußert sich als quälender innerer Bewegungsdrang und extreme Unruhe, die von Betroffenen häufig als kaum aushaltbar beschrieben wird. Studien und Fachberichte bestätigen, dass Akathisie in schweren Fällen das Risiko für Suizidgedanken und Selbstverletzungen deutlich erhöhen kann. In einer Situation wie dieser – in der Betroffene durch die Medikamentenwirkung in ihrer Handlungsfähigkeit stark eingeschränkt waren und nicht gehört wurden – gab es für die betroffene Person keinen realistischen Spielraum, alleine einzugreifen. Das ist wichtig anzuerkennen.

Was Angehörige oder Begleitpersonen tun können

Wenn Angehörige oder nahestehende Personen ähnliche Situationen beobachten, können folgende Schritte hilfreich sein:

  • Angehörige können die geschilderten Symptome – insbesondere starke innere Unruhe, Bewegungsdrang oder verzweifelte Äußerungen – ernst nehmen und aktiv beim Behandlungsteam ansprechen. Eine Formulierung wie „Die Person, die ich begleite, beschreibt eine extreme innere Unruhe seit Beginn der Medikation – bitte prüfen Sie, ob das eine Nebenwirkung sein könnte“ ist dabei möglich.
  • Es ist möglich, explizit nach dem Begriff „Akathisie“ zu fragen und darum zu bitten, dass diese als mögliche Ursache geprüft wird – auch wenn das Behandlungsteam zunächst eine andere Erklärung nennt.
  • Angehörige können Symptome schriftlich festhalten: Wann traten sie auf, in welcher Stärke, in welchem zeitlichen Zusammenhang mit der Medikamenteneinnahme? Diese Dokumentation kann bei Gesprächen mit Ärzt:innen hilfreich sein.
  • Wenn Betroffene oder Angehörige das Gefühl haben, nicht gehört zu werden, ist es möglich, eine zweite ärztliche Meinung einzuholen oder die Patientenfürsprecherin bzw. den Patientenfürsprecher der Einrichtung anzusprechen – eine Person, die offiziell dafür zuständig ist, die Interessen von Patient:innen zu vertreten.

Für die Zukunft: Was sich vorbereiten lässt

  • Eine Vertrauensperson benennen, die im Falle einer eingeschränkten Handlungsfähigkeit – etwa durch starke Medikamentenwirkungen – für die betroffene Person sprechen kann.
  • Eine Patientenverfügung oder Behandlungsvereinbarung (auch „Psychiatrische Vorausverfügung“ genannt) vorbereiten, in der festgehalten wird, welche Medikamente oder Vorgehensweisen abgelehnt werden und welche früheren Unverträglichkeiten bekannt sind.
  • Bekannte Unverträglichkeiten oder frühere Nebenwirkungen schriftlich dokumentieren und zu jedem Behandlungsgespräch mitbringen – auch beim Wechsel von Einrichtungen oder Behandelnden.
  • Sich über Beschwerde- und Beratungsangebote im Vorfeld informieren, damit diese im Ernstfall schnell erreichbar sind.

Sie sind nicht allein

Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) bietet kostenlose, vertrauliche Beratung für Menschen, die in ihrer Behandlung nicht gehört wurden oder Unterstützung suchen – erreichbar unter 0800 011 77 22 (kostenlos, Mo–Fr 8–22 Uhr, Sa 8–18 Uhr). Auf mehr-patientensicherheit.de finden Betroffene und Angehörige weitere Informationen sowie die Möglichkeit, eigene Erfahrungen zu teilen und damit zur Verbesserung der Versorgung beizutragen.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 19-29 Jahre
Art der Einrichtung:anderer Bereich
Geschlecht: weiblich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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