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2024-457

Mit Neugeborenem bei Fieber und Geburtsverletzungen im Gang warten

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Fallbeschreibung:

Wochenbett: Fieber nach Geburt – 4 Stunden Warten mit Neugeborenem

In der 8. Nacht nach Geburt (Sa auf So) habe ich Fieber bekommen und mich an die 116117 gewandt. Dort wurde mir empfohlen, die örtliche Notfallpraxis aufzusuchen.
Dort musste ich 4 Stunden lang mit meinem Baby warten, obwohl ich nicht richtig sitzen konnte. Hätte ich liegen wollen, wäre ich von meinem Baby getrennt gewesen.

Gut gelaufen:

Nichts

Schlecht gelaufen:

Dass mein Baby stundenlang den Krankenhauskeimen ausgesetzt war – er musste eine Woche später stationär wegen einer Staphylokokken Infektion behandelt werden Dass ich mit Geburtsverletzungen und Fieber im Flur auf einem Stuhl warten musste

Verbesserungsvorschläge:

116117 hätte mich in den Kreißsaal schicken sollen, wo ich entbunden habe

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Die erste Zeit nach einer Geburt ist körperlich und emotional außerordentlich fordernd – und wenn dann in der Nacht Fieber auftritt, ist schnelle Hilfe dringend nötig. Es ist gut nachvollziehbar, wie belastend es ist, in einer solchen Situation stundenlang in einem Wartezimmer ausharren zu müssen, ohne angemessen sitzen oder liegen zu können und ohne das Neugeborene dabei bei sich behalten zu können.

Frisch entbundene Frauen haben häufig noch Wunden oder Verletzungen aus der Geburt – das Sitzen auf einem harten Stuhl kann dabei sehr schmerzhaft sein. Neugeborene sind in den ersten Lebenswochen besonders anfällig für Infektionskrankheiten, da ihr Immunsystem (körpereigene Abwehr) noch nicht vollständig ausgereift ist. Wartebereiche in medizinischen Einrichtungen können für sie ein erhöhtes Ansteckungsrisiko darstellen. Dass in dieser Situation die Versorgung als unzureichend erlebt wurde, ist nachvollziehbar – und dieser Bericht ist ein wertvoller Hinweis auf eine Lücke im Versorgungssystem.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer kurz nach einer Geburt ärztliche Hilfe benötigt, hat möglicherweise mehr Anlaufstellen zur Auswahl, als im Moment der Not bekannt ist.

  • Es ist möglich, direkt die Geburtsstation (Kreißsaal) des Krankenhauses anzurufen, in dem die Geburt stattgefunden hat – besonders in den ersten Wochen nach der Entbindung. Viele Kreißsäle nehmen Wochenbettpatientinnen mit akuten Beschwerden auf, kennen die medizinische Vorgeschichte und sind auf die besonderen Bedürfnisse von Mutter und Kind eingestellt. Eine mögliche Formulierung am Telefon: „Ich habe vor acht Tagen dort entbunden und habe jetzt Fieber – kann ich direkt zu Ihnen kommen?“
  • Beim Anruf bei der 116117 (ärztlicher Bereitschaftsdienst) ist es möglich, aktiv auf die besondere Situation hinzuweisen: auf das Neugeborene, die Geburtsverletzungen und die Einschränkungen beim Sitzen oder Liegen. Das kann dabei helfen, eine passendere Versorgungsstelle zu erhalten.
  • In der Notaufnahme oder Notfallpraxis kann man beim Eintreffen ausdrücklich darauf hinweisen, dass man sich in der frühen Wochenbettphase befindet und aufgrund von Verletzungen nicht längere Zeit sitzen kann. Eine mögliche Formulierung: „Ich habe vor einer Woche entbunden, habe noch Wunden und kann nicht auf einem Stuhl warten – gibt es eine Möglichkeit, mich hinzulegen?“ Solche Angaben fließen in die Ersteinschätzung (das sogenannte Triage-System, bei dem festgelegt wird, wie dringend jemand behandelt wird) ein.
  • Wenn eine Begleitperson – zum Beispiel eine Hebamme, ein Familienmitglied oder eine Freundin – verfügbar ist, kann sie in dieser Situation unterstützen: beim Ansprechen des Personals, beim Halten des Babys oder beim Einfordern einer geeigneten Wartesituation.

Worauf Sie achten können

  • Die Rufnummer des Kreißsaals, in dem die Geburt stattgefunden hat, lässt sich bereits vor der Entlassung notieren – für den Fall, dass in der Wochenbettzeit (den ersten Wochen nach der Geburt) Beschwerden auftreten.
  • Beim Erstkontakt mit dem medizinischen Personal – egal ob telefonisch oder vor Ort – ist es möglich, explizit zu erwähnen, wie viele Tage die Geburt zurückliegt und welche körperlichen Einschränkungen bestehen.
  • Neugeborene können bei einem Arztbesuch in einem Tuch oder einer Tragehilfe dicht am Körper getragen werden – das reduziert den Kontakt mit Oberflächen im Wartebereich.
  • Wenn die Versorgungssituation als unzumutbar erlebt wird, ist es möglich, das Personal direkt darauf anzusprechen oder – wenn das nicht hilft – zu fragen, ob eine alternative Wartemöglichkeit besteht, etwa ein separater Raum.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 30-49 Jahre
Art der Einrichtung:Notaufnahme, Krankenhaus
Geschlecht: weiblich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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