2024-999
Tödliche Erkrankung als Fehldiagnose auf AU
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Ich bekam vor gut zehn Jahren diffuse Symptome, die erst in Richtung Rheuma gedeutet wurden. Später kamen neurologische Symptome dazu. Mein damaliger Hausarzt (sowie einige andere Ärzte) deuteten dies dann in Richtung Motoneuronenerkrankung (ALS). Dies ist eine tödliche Diagnose. Weil es der Physiotherapeut ebenso sah, hatte dies zunächst nur eine stark verunsichernde Wirkung bei mir. Ich ließ dies mehrfach abklären denn ich hatte damals noch kleine Kinder. Die Auswirkung auf mein soziales Leben waren mindestens ebenso groß: so stand diese Diagnose als gesichert auf meiner Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Irgendwann bekam auch mein Arbeitgeber das mit. Ich verlor meine Arbeitsstelle, und durch die seelische Dauer-Belastung auch meine Ehe. Später stellte sich eine andere – nicht tötliche Erkrankung heraus. Fünf Jahre dauerte es, bis ich diese erlösende Diagnose (Seltene Erkrankung) und eine hilfreiche Therapie bekam. Ich musste hart darum kämpfen und viele Ärzte aufsuchen, was mir heute leider den Ruf eingebracht hat, Ärztehopping zu betreiben. Das ist unverschämt in Anbetracht der Tatsache, was mir angetan wurde.
Wenn Symptome über lange Zeit unklar bleiben und verschiedene – teils schwerwiegende – Diagnosen im Raum stehen, ist das für Betroffene eine außerordentliche Belastung. Dass sich eine solche Unsicherheit über Jahre hinzieht und gleichzeitig Auswirkungen auf Arbeit, Familie und das soziale Leben hat, macht die Situation noch schwerer.
Seltene Erkrankungen – also Erkrankungen, von denen weniger als fünf von 10.000 Menschen betroffen sind – werden im Durchschnitt erst nach mehreren Jahren erkannt. Das liegt nicht daran, dass Betroffene zu wenig tun, sondern daran, dass diese Erkrankungen in der Breite der medizinischen Versorgung selten gesehen werden. Wer viele Ärztinnen und Ärzte aufsucht, weil eine Diagnose ausbleibt, handelt nachvollziehbar – und nicht falsch.
Dieser Fallbericht macht außerdem auf einen wenig bekannten Aspekt aufmerksam: Diagnoseangaben auf einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (kurz: AU) können unter Umständen für Arbeitgebende sichtbar werden – mit weitreichenden Folgen für Betroffene.
Wer sich in einer ähnlichen Situation befindet – mit unklaren Symptomen, wechselnden Verdachtsdiagnosen und dem Gefühl, nicht gehört zu werden –, findet hier einige Möglichkeiten, die sich in solchen Lagen bewährt haben.
Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt.
Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:
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