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2024-987

Gute Aufklärung – sehr einfühlsam

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Fallbeschreibung:

Patientenaufklärung bei Brustkrebs: Begleitperson stärkt Gespräch

Aufgrund der Erkrankung (Brustkrebs) der Oma musste die Behandlung abgesprochen werden. Da die Oma an diesem Tag sehr aufgeregt war, sie nicht fahren wollte, habe ich sie in die Klinik gefahren.

Die Dame an der Rezeption war sehr freundlich und hat gleich gesagt, dass es gut ist, wenn eine Begleitperson dabei ist.

Auch wenn ich eigentlich nicht mit zur Beratung wollte, wurde ich mit in den Behandlungsraum gerufen, damit meine Oma Beistand hat. Die Ärztin/ Der Arzt hat alles gut erklärt. Da die Ärztin/ der Arzt wohl aufgrund meiner Rückfragen das Gespräch wohl mehr mit mir führte, lenkte die Schwester bestimmt aber höflich das Gespräch so, dass meine Oma auch auf Fragen antworten musste / sollte, da sie schließlich die Behandlung entscheiden soll.

Gut gelaufen:

Sehr gut war das Verhalten der Schwester, damit auch die älteren Personen die Behandlungsansätze verstehen.

Schlecht gelaufen:

Verbesserungsvorschläge:

Keine Angaben

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was hier gut gelaufen ist

Eine Krebsdiagnose und die damit verbundenen Behandlungsentscheidungen sind für Betroffene und ihre Angehörigen eine außerordentlich belastende Situation. In diesem Fall hat das gesamte Team der Einrichtung durch sein Verhalten dazu beigetragen, dass eine ältere Patientin diese schwierige Situation mit Unterstützung und Würde erleben konnte.

Besonders hervorzuheben ist das Zusammenspiel mehrerer positiver Momente: Die Rezeption begrüßte die Begleitperson aktiv und signalisierte, dass ihre Anwesenheit willkommen ist. Die Ärztin oder der Arzt nahm sich Zeit für eine verständliche Erklärung der Behandlungsmöglichkeiten. Und die Pflegefachperson – also die Schwester – sorgte mit Fingerspitzengefühl dafür, dass die Patientin selbst im Mittelpunkt des Gesprächs blieb und ihre eigene Stimme gehört wurde. Genau das ist entscheidend: Bei medizinischen Entscheidungen steht das Selbstbestimmungsrecht der Patientin oder des Patienten an erster Stelle.

Wie Sie ähnlich gute Bedingungen aktiv herbeiführen können

  • Als Begleitperson ist es möglich, die eigene Rolle vor dem Gespräch kurz zu klären – zum Beispiel: „Ich bin heute zur Unterstützung mitgekommen. Meine Oma entscheidet selbst, ich bin einfach dabei.“ Das hilft dem Team, das Gespräch von Anfang an entsprechend auszurichten.
  • Ältere oder aufgeregte Patient:innen können davon profitieren, wenn ihnen vorab bekannte Informationen schriftlich mitgegeben werden – etwa eine kurze Liste mit Fragen, die sie selbst stellen möchten. Das stärkt ihre aktive Teilnahme am Gespräch.
  • Es ist möglich, das medizinische Personal zu bitten, Fachbegriffe zu erklären oder besonders wichtige Informationen am Ende des Gesprächs noch einmal zusammenzufassen – das kommt oft allen Beteiligten zugute.
  • Wenn man als Angehörige oder Angehöriger bemerkt, dass man versehentlich das Gespräch dominiert, ist es möglich, die Patientin oder den Patienten bewusst einzubeziehen – etwa mit einem kurzen: „Was meinst du dazu, Oma?“

Daran erkennen Sie gute Versorgung

  • Das Team richtet Fragen und Erklärungen direkt an die Patientin oder den Patienten – auch wenn Angehörige anwesend sind.
  • Begleitpersonen werden aktiv willkommen geheißen, ohne dass die Eigenverantwortung der Patientin oder des Patienten dabei in den Hintergrund tritt.
  • Fachliche Informationen werden in verständlicher Sprache erklärt – ohne Zeitdruck und mit Raum für Nachfragen.
  • Das gesamte Team – nicht nur die Ärztin oder der Arzt, sondern auch Pflege- und Empfangspersonal – trägt gemeinsam zu einem würdevollen und sicheren Gesprächsklima bei.

Teilen Sie Ihre Erfahrungen

Positive Erlebnisse wie dieses sind wertvoll – auch für andere Patient:innen und Angehörige, die sich fragen, worauf sie achten können. Auf mehr-patientensicherheit.de ist es möglich, eigene Erfahrungen anonym zu melden und damit zur Verbesserung der Versorgung beizutragen.

Infos zum Fall:

Perspektive: Angehörige oder Angehöriger einer Patientin oder eines Patienten
Alter: 80+ Jahre
Art der Einrichtung:Krankenhaus, sonstiger Bereich, Ambulante Praxis, Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ)
Geschlecht: weiblich

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