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2024-1186

Schübe durch nichtsteroidale Antirheumatika bei Chronisch entzündliche Darmerkrankung (CED)

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Fallbeschreibung:

NSAR bei CED: Schmerzmittel können Schübe auslösen

In einer Weiterbildung für Ärzt:innen und Patient:innen wurde davon gesprochen, dass bei Schmerzen NSAR verabreicht wurden. Wir anwesenden Patientinnen haben den/die Arzt/Ärztin darauf hingewiesen, dass diese Schmerzmittelart kontraindiziert ist, wenn man eine chronisch entzündliche Darmerkrankung (CED) hat. Die anwesenden Gastroenterolog:innen haben es bestätigt.

Gut gelaufen:

Bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen sind nichtsteroidale Antirheumatika, beispielsweise ASS, Ibuprofen nur in Ausnahmefällen zu verordnen. Sie können einen Schub der CED auslösen. Wir konnten den Fehler in der Aussage noch vor Ort korrigieren.

Schlecht gelaufen:

Verbesserungsvorschläge:

Offenbar bedarf es bei Schmerzmitteln einer klareren Auslistung, bei welchen Erkrankungen welche Schmerzmittel kontraindiziert sind.

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was hier gut gelaufen ist

Diese Situation zeigt, wie wertvoll das Wissen von Patient:innen über die eigene Erkrankung sein kann. In einer gemeinsamen Fortbildung für Ärzt:innen und Patient:innen wiesen betroffene Patientinnen darauf hin, dass bestimmte Schmerzmittel bei einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung – kurz CED, darunter fallen zum Beispiel Morbus Crohn und Colitis ulcerosa – problematisch sein können. Konkret geht es um sogenannte nichtsteroidale Antirheumatika, kurz NSAR – das sind entzündungshemmende Schmerzmittel wie Ibuprofen oder ASS (Aspirin). Diese Mittel können bei Menschen mit einer CED einen Krankheitsschub auslösen und gelten daher in den meisten Fällen als ungeeignet. Die anwesenden Fachärzt:innen für Magen-Darm-Erkrankungen (Gastroenterolog:innen) bestätigten den Hinweis. Der Fehler konnte noch vor Ort korrigiert werden.

Wie Sie ähnlich gute Bedingungen aktiv herbeiführen können

  • Wer eine chronische Erkrankung hat, kann die behandelnden Ärzt:innen bei jeder neuen Verordnung eines Schmerzmittels aktiv ansprechen – zum Beispiel: „Ich habe eine CED – ist dieses Schmerzmittel damit verträglich?“ Das ist kein Misstrauensausdruck, sondern ein sinnvoller Sicherheitscheck.
  • Es ist möglich, eine persönliche Liste mit Medikamenten anzulegen, die bei der eigenen Erkrankung nicht eingenommen werden dürfen. Diese Liste lässt sich zu Arztterminen, in die Notaufnahme oder ins Krankenhaus mitbringen.
  • Auch Apotheken sind eine gute Anlaufstelle: Beim Kauf von Schmerzmitteln – auch von rezeptfreien – kann man die Apothekerin oder den Apotheker auf die eigene Diagnose hinweisen und gemeinsam prüfen, ob das Mittel geeignet ist.
  • In Selbsthilfegruppen oder Patientenorganisationen zu CED lässt sich gezielt Wissen über Wechselwirkungen und ungeeignete Medikamente sammeln – und dieses Wissen kann, wie in diesem Fall, in konkreten Situationen hilfreich sein.

Daran erkennen Sie gute Versorgung

  • Ärzt:innen fragen bei der Verordnung von Schmerzmitteln aktiv nach bestehenden Vorerkrankungen – auch nach einer CED.
  • Hinweise von Patient:innen werden ernst genommen und, wenn nötig, mit Fachkolleg:innen abgestimmt.
  • Rezeptfreie Schmerzmittel werden nicht ohne Rücksicht auf Vorerkrankungen empfohlen – weder in der Arztpraxis noch in der Apotheke.
  • Patient:innen erhalten bei der Diagnose einer CED klare Informationen darüber, welche Medikamente sie in Zukunft meiden oder nur nach Rücksprache einnehmen sollten.

Teilen Sie Ihre Erfahrungen

Erfahrungen wie diese – ob positiv oder kritisch – sind wertvoll für die Sicherheit aller Patient:innen. Auf mehr-patientensicherheit.de ist es möglich, eigene Erlebnisse anonym zu melden und damit zur Verbesserung der Versorgung beizutragen.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 30-49 Jahre
Art der Einrichtung:Ambulante Praxis
Geschlecht: weiblich

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Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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