Icon Mehr-Patientensicherheit
2024-801

Kein Augenarzttermin für Kleinkind in Großstadt möglich

Dieser Fall hilft die Patientensicherheit für alle zu verbessern. Sie möchten ebenfalls einen Fall melden? Zum Meldeformular

Fallbeschreibung:

Augenarzttermin für Kleinkind: Monatelange Wartezeit

Unser Kinderarzt empfahl uns mit unserem Kind >3 Jahre, einen Augenarzt aufzusuchen. Zur Routine. Ich musste über eine Stunde, mehr als 10 Augenärzte durchtelefonieren, bis ich einen Termin erhalten habe. Dieser fand mehrere Monate später statt. Wir leben in einer größeren Stadt Deutschlands und es war uns kaum möglich einen Termin zu erhalten obwohl wir uns bei den Telefonaten maximal zeitlich flexibel zeigten.

Gut gelaufen:

Keine Angaben

Schlecht gelaufen:

selbst auf meinen Hinweis, dass das Kind geringe Auffälligkeiten zeigt, die auf eine Sehschwäche hindeuten könnten, habe ich keinen Termin bekommen. Gerade bei Kindern ist eine schnelle Intervention sinnvoll und wichtig. Jede Arztpraxis hat auf eine andere verwiesen und immer die gleiche Aussage: „Wir sind voll“, „Wir können ihnen in einem halben Jahr einen Termin anbieten“.

Verbesserungsvorschläge:

Zur Behandlung von Kleinkindern sollten doch Terminkontingente bei allen Facharztrichtungen vorgehalten werden. Durch unsere demografische Entwicklung sind wir doch auf die Gesundheit unserer Kinder und Jugendlichen angewiesen. Ich kann nicht nachvollziehen, dass so wenig in die medizinische Versorgung von Kleinst-, Kleinkindern und Jugendlichen investiert wird. Auch in den Diskussionen der Gesundheitspolitik geht es ausschließlich um die Finanzierung und Versorgung von Pflegebedürftigen und die medizinische Versorgung Erwachsener oder älterer Personen.

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Die Sorge um das Sehvermögen des eigenen Kindes ist belastend – und diese Sorge wird größer, wenn trotz intensiver Bemühungen kein zeitnaher Facharzttermin zu finden ist. Dass Eltern in einer solchen Situation an strukturelle Grenzen stoßen, ist eine Erfahrung, die viele Familien kennen und die nichts mit fehlendem Engagement der Betroffenen zu tun hat.

Kinderärztliche Überweisungen zu Augenärztinnen und Augenärzten sind häufig Routineempfehlungen im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen (sogenannte U-Untersuchungen). Gleichzeitig ist die augenärztliche Versorgungskapazität – besonders für Kleinkinder – in vielen Regionen begrenzt. Lange Wartezeiten entstehen dabei nicht durch Gleichgültigkeit einzelner Praxen, sondern durch ein systemisches Ungleichgewicht zwischen Bedarf und Angebot.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Einige Wege können die Suche nach einem Termin erleichtern oder beschleunigen, auch wenn sie keine Garantie bieten.

  • Die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) sind gesetzlich dazu verpflichtet, bei der Vermittlung von Facharztterminen zu helfen. Diese sind über die bundesweit gültige Rufnummer 116 117 erreichbar – auch online über 116117.de. Bei Vorliegen einer Überweisung ist eine Vermittlung innerhalb von vier Wochen vorgesehen.
  • Es ist möglich, beim Anruf in der Praxis gezielt auf die Überweisung und die bereits beobachteten Auffälligkeiten hinzuweisen und dabei nach einer medizinischen Einschätzung der Dringlichkeit zu fragen – zum Beispiel: „Unser Kinderarzt hat uns mit einer Überweisung geschickt. Das Kind zeigt Hinweise auf eine mögliche Sehschwäche – wie stufen Sie das ein, ist eine frühere Terminvergabe möglich?“
  • Universitätskliniken und größere Augenkliniken mit pädiatrisch-ophthalmologischer Abteilung (das heißt: auf Kinder spezialisierte Augenheilkunde) verfügen gelegentlich über eigene Ambulanzen mit anderen Terminkapazitäten als niedergelassene Praxen.
  • Falls sich der Termin über mehrere Monate verzögert, kann es hilfreich sein, sich auf eine Warteliste mehrerer Praxen eintragen zu lassen und gleichzeitig den Kinderarzt oder die Kinderärztin zu informieren – dieser kann die Situation erneut einschätzen und gegebenenfalls die Dringlichkeit schriftlich bestätigen.

Worauf Sie achten können

  • Die Rufnummer 116 117 ist rund um die Uhr erreichbar und kann bei der Terminvermittlung zum Facharzt helfen – auch wenn kein akuter Notfall vorliegt.
  • Eine schriftliche oder mündliche Einschätzung des Kinderarztes zur Dringlichkeit kann bei der Terminsuche als Argument gegenüber Facharztpraxen hilfreich sein.
  • Beobachtete Auffälligkeiten – etwa Schielen, Blinzeln, Lichtempfindlichkeit oder auffälliges Nähertreten an Gegenstände – lassen sich für das Gespräch mit der Praxis oder dem Kinderarzt kurz notieren.
  • Erfahrungen wie diese können auf mehr-patientensicherheit.de gemeldet werden – solche Berichte tragen dazu bei, strukturelle Versorgungsprobleme sichtbar zu machen.

Sie sind nicht allein

Wer nach einem belastenden Versorgungserlebnis Orientierung sucht, findet Unterstützung bei der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) unter 0800 011 77 22 (kostenfrei). Weitere Informationen und die Möglichkeit, eigene Erfahrungen anonym zu teilen, bietet mehr-patientensicherheit.de.

Infos zum Fall:

Perspektive: Angehörige oder Angehöriger einer Patientin oder eines Patienten
Alter: 1-4 Jahre
Art der Einrichtung:Ambulante Praxis
Geschlecht: weiblich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

Icon Pfeil nach unten

Wählen Sie eines der anderen Themen

Wählen Sie das Thema aus, das zu Ihrem Fall am besten passt oder über welches Sie weitere Informationen und berteits veröffentlichte Fälle lesen möchten. Alternativ können Sie Ihren Fall auch direkt über das Meldeformular berichten.
Ersatzkassen des vdek

Die Betriebskrankenkassen:

Ihre Meinung hilft uns!
Bitte helfen Sie mit das Portal weiter zu verbessern, damit unsere Maßnahmen zur Verbesserung der Patientensicherheit noch mehr Menschen erreichen.

Wie gefällt Ihnen unser Portal insgesamt?

Wie gefällt Ihnen unser Portal insgesamt?

Zurücksetzen

Haben Sie auf unserem Portal hilfreiche Informationen zur Patientensicherheit gefunden?

Haben Sie auf unserem Portal hilfreiche Informationen zur Patientensicherheit gefunden?

Zurücksetzen

Was gefällt Ihnen an unserem Portal besonders gut?

Was gefällt Ihnen an unserem Portal besonders gut?

Zurücksetzen

Was gefällt Ihnen an unserem Portal nicht so gut? Welche Verbesserungsvorschläge haben Sie?

Was gefällt Ihnen an unserem Portal nicht so gut? Welche Verbesserungsvorschläge haben Sie?

Zurücksetzen
Ihre Meinung 2/2

Wie sind Sie auf unsere Website aufmerksam geworden?

Wie sind Sie auf unsere Website aufmerksam geworden?

Zurücksetzen

Welche Themen haben Sie auf unserer Website interessiert?

Welche Themen haben Sie auf unserer Website interessiert?

Zurücksetzen

Wichtige Mitteilung:

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Patient:innen und Angehörige,

Vielen Dank für Ihre wichtigen Meldungen. Unser System ist aufgrund der zahlreichen Eingänge im Moment an der Belastungsgrenze. Es ist daher zur Zeit nicht möglich, eine Meldung abzugeben. Wir arbeiten daran, das Problem zu lösen. Bitte versuchen Sie es in wenigen Stunden wieder.

Vielen Dank für Ihr Verständnis, Ihr Mehr-Patientensicherheit-Team