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2025-352

Keine Behandlung erhalten – mehrere Tage unversorgt in der Wohnung

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Fallbeschreibung:

Allein und unversorgt: 3 Tage ohne Hilfe bei starken Schmerzen

Ich lebe erst seit 3 Jahren in diesem Ort, habe zwar einen Hausarzt, aber ich bin selten krank und daher nicht oft bei diesem Hausarzt. Ich lebe alleine und hatte fürchterliche Schmerzen im linken Handgelenk und konnte nicht mehr selbstständig mit dem Auto fahren. Die Arztpraxis lehnte einen Hausbesuch ab. Wegen solchen Beschwerden kommen sie nicht. Da ich keine Bekannte oder Verwandte hier habe, lag ich 3 Tage unversorgt in der Wohnung. Ich habe täglich 1 Glas Wasser getrunken zu mehr war ich nicht fähig.
Entweder ich schaff es oder halt nicht.

Gut gelaufen:

Nichts – keine ärztliche Versorgung auf dem Land

Schlecht gelaufen:

Wieso wird nicht berücksichtigt, dass ich keine Hilfe (Bekannte, Verwandte hier habe) habe. Keine ärztliche Versorgung. In der Patientenakte hätte man sehen können, dass ich nicht wegen unnötigen Behandlungen beim Arzt erscheine.

Verbesserungsvorschläge:

Einzelfälle beachten

Weitere Infos:

Nein, mittlerweile bin ich enttäuscht- dass der Mensch nicht mehr respektiert wird!

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Wer allein lebt und plötzlich erkrankt, kann sich rasch in einer Lage befinden, in der selbst einfache Dinge – wie das Fahren zum Arzt oder das Holen von Wasser – nicht mehr möglich sind. Solche Situationen können jeden treffen, besonders wenn man in einer neuen Umgebung noch kein soziales Netzwerk aufgebaut hat.

In einem Fall wie diesem gab es für die Betroffene keinen realistischen Spielraum, selbst einzugreifen: starke Schmerzen, eingeschränkte Mobilität, kein Auto fahren möglich, keine nahestehenden Personen vor Ort. Das ist wichtig anzuerkennen – die Situation war nicht das Ergebnis einer falschen Entscheidung, sondern eine echte Versorgungslücke.

Was Angehörige oder Begleitpersonen tun können

  • Wer eine alleinstehende Person kennt, die in einer neuen Umgebung lebt, kann regelmäßigen Kontakt halten – auch per Telefon oder Messenger – und im Zweifel nachfragen, ob Unterstützung gebraucht wird.
  • Wenn eine Arztpraxis einen Hausbesuch ablehnt, ist es möglich, den ärztlichen Bereitschaftsdienst (erreichbar unter der Rufnummer 116 117) zu kontaktieren. Dieser Dienst ist speziell für Situationen gedacht, in denen jemand die Praxis nicht aufsuchen kann.
  • Bei akuter körperlicher Hilflosigkeit – etwa wenn jemand kaum essen oder trinken kann – kann auch der Notruf 112 gerufen werden. Das ist keine Übertreibung, sondern genau dafür vorgesehen.
  • Begleitpersonen können bei Bedarf stellvertretend Kontakt mit Arztpraxen oder dem Bereitschaftsdienst aufnehmen und die Situation schildern.

Für die Zukunft: Was sich vorbereiten lässt

  • Es ist möglich, schon im Gesunden eine kurze Notfallkarte anzulegen: mit Namen, Erkrankungen, Medikamenten, der Hausarztpraxis und einem Kontakt, der im Notfall erreichbar ist – auch wenn dieser weiter entfernt wohnt.
  • Die Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes (116 117) lässt sich gut sichtbar oder im Telefon gespeichert bereithalten – dieser Dienst ist rund um die Uhr erreichbar und auch für Menschen ohne familiäre Unterstützung vor Ort zugänglich.
  • In Gesprächen mit der Hausarztpraxis kann man die eigene Lebenssituation – zum Beispiel das Alleinleben ohne Netzwerk vor Ort – einmal ansprechen und erfragen, welche Optionen im Notfall bestehen.
  • Lokale Anlaufstellen wie Nachbarschaftshilfen, Sozialstationen oder Gemeindeunterstützungsangebote können – wo vorhanden – eine wertvolle Ergänzung sein. Informationen dazu gibt es oft bei Gemeinden oder der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD).

Sie sind nicht allein

Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) bietet kostenlose und unabhängige Beratung zu Fragen rund um Versorgung und Patientenrechte – erreichbar unter 0800 011 77 22 (kostenlos, Mo–Fr 8–22 Uhr, Sa 8–18 Uhr). Wenn Sie eigene Erfahrungen teilen möchten, damit andere davon lernen können, ist das auf mehr-patientensicherheit.de anonym möglich.

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 50-69 Jahre
Art der Einrichtung:Ambulante Praxis, Arztpraxis
Geschlecht: weiblich

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