2025-273
Zahnmedizinischer Notfall bei kardial vorerkranktem Patienten – Versorgungsschwierigkeiten
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Hochaltriger Patient ruft in den frühen Morgenstunden seinen Sohn an, mit der Bitte, den Notarzt zu rufen. Er hat starke Zahnschmerzen sowie eine massive, faustgroße Schwellung im Mundraum. Patient hat erst vor Kurzem eine neue Herzklappe erhalten.
Sohn ist bezüglich des Infektionsrisikos sensibilisiert und ruft den Notruf an und schildert die Vorgeschichte und das Problem. Dieser spricht mit dem Vater und erklärt, er sei ansprechbar, bei Zahnproblemen käme kein Notarzt. Patient solle sich am nächsten Tag bei einem zahnärztlichen Notdienst melden, da Wochenende / Feiertag ist. Der durch die Zahninfektion entstandene Abszess wird immer größer. Der zahnärztliche Notdienst öffnet den betroffenen Zahn und verschreibt ein Antibiotikum. Sollte es nicht besser werden, solle sich der Patient wieder melden. Am frühen Abend wird der Patient schließlich von seinem Sohn in die Notaufnahme eines Krankenhauses mit Kieferchirurgie gebracht. Hier wird bestürzt nachgefragt, warum denn so lange gewartet wurde, da bei einer so massiven Infektion ein erhöhtes Risiko für die Aortenklappe bestünde.
Wenn ältere Menschen mit schweren Vorerkrankungen nachts oder an Feiertagen plötzlich erkranken, ist die Situation für alle Beteiligten belastend und unübersichtlich. Gerade wenn Symptome auf den ersten Blick einem bestimmten Fachgebiet – hier der Zahnmedizin – zugeordnet werden, kann die eigentliche Dringlichkeit des Falls im telefonischen Erstkontakt schwer vermittelt werden.
Zahninfektionen, insbesondere Abszesse (eingekapselte Eiteransammlungen), können sich rasch ausbreiten und bei Menschen mit bestimmten Herzerkrankungen – etwa nach dem Einsetzen einer künstlichen Herzklappe – ein erhöhtes Risiko für lebensbedrohliche Komplikationen darstellen. Diese Zusammenhänge sind in der Notfallversorgung nicht immer sofort präsent, wenn sie im Erstkontakt nicht ausdrücklich kommuniziert werden.
Angehörige, die eine solche Situation begleiten, können durch gezielte Kommunikation dazu beitragen, dass die Dringlichkeit eines Falls besser eingeschätzt wird.
Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt.
Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:
Nach einer Gallenblasen-OP folgten Herzinfarkt und schwere Entzündung. Ein Patient berichtet über fehlende Aufklärung und bleibende Schäden.
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