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2026-155

Entscheidung für die Operation falsch

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Fallbeschreibung:

OP trotz schlechter Blutwerte: Wenn Warnzeichen ignoriert werden

Auf Grund der vor der OP ermittelten Blutwerte, z.B. zu niedrige Thrombozytenwerte, stimmten die Anästhesisten gegen die komplizierte OP wegen der zu erwartenden starken Blutung während der OP. Die Neurochirurgen operierten trotzdem mit verheerenden Folgen, die nach 7 Monaten zum Tod führten.

Gut gelaufen:

Keine Angaben

Schlecht gelaufen:

Die Ursache der alarmierenden Blutwerte hätte vor einer OP abgeklärt werden müssen.

Verbesserungsvorschläge:

Keine OP bevor die Ursache der außerhalb der Normen liegenden Blutwerte aufgeklärt ist.

Weitere Infos:

Im Krankenhaus wurde nach der OP auf Grund des sehr schlechten Gesundheitszustandes und der festgestellten Blutwerte eine Knochenmarkuntersuchung durchgeführt und ein myelodysplastisches Syndrom festgestellt. Dadurch weitere Komplikationen.

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Der Verlust eines nahestehenden Menschen nach einer medizinischen Behandlung ist eine außerordentlich belastende Erfahrung – besonders dann, wenn im Nachhinein Fragen offenbleiben. Der vorliegende Fall zeigt eine Situation, in der medizinisches Fachpersonal intern unterschiedliche Einschätzungen zur Operationsbereitschaft hatte: Die Anästhesisten (Fachärzte für Narkose und Betäubung) bewerteten die Blutgerinnungswerte – konkret zu niedrige Thrombozytenwerte, also eine verminderte Anzahl der für die Blutgerinnung wichtigen Blutplättchen – als zu risikoreich für einen größeren Eingriff. Die Operation wurde dennoch durchgeführt, mit schwerwiegenden Folgen. Erst nach dem Eingriff wurde ein myelodysplastisches Syndrom (MDS) diagnostiziert, eine Erkrankung des Knochenmarks, die die Blutbildung beeinträchtigt und die auffälligen Laborwerte erklärte.

In einer Situation wie dieser – ein älterer Patient, ein komplexer Eingriff, ein interner Dissens unter Fachärztinnen und Fachärzten kurz vor der Operation – gab es für die betroffene Person selbst keinen realistischen Spielraum zum Eingreifen. Das ist wichtig anzuerkennen.

Was Angehörige oder Begleitpersonen tun können

Angehörige können in bestimmten Situationen eine wichtige Rolle einnehmen – nicht als medizinische Entscheidungsträger, aber als aufmerksame Begleitung und als Stimme der betroffenen Person.

  • Wenn vor einer geplanten Operation Laborwerte auffällig sind, ist es möglich, als Angehörige oder Angehöriger nachzufragen: „Sind alle Voruntersuchungsergebnisse besprochen und freigegeben worden?“ – eine solche Frage ist berechtigt und kann dazu beitragen, dass offene Punkte noch einmal geprüft werden.
  • Es ist möglich, aktiv darum zu bitten, dass die Aufklärungsgespräche vor einem Eingriff in Anwesenheit einer Vertrauensperson stattfinden. So können wichtige Informationen gemeinsam gehört und festgehalten werden.
  • Wenn bekannt ist, dass Fachärztinnen oder Fachärzte unterschiedliche Einschätzungen haben, kann nachgefragt werden, wie dieser Dissens intern gelöst wird und ob eine einheitliche Empfehlung vorliegt. Eine mögliche Formulierung: „Ich habe verstanden, dass es unterschiedliche Meinungen zur Operation gibt – wie wird das jetzt entschieden?“
  • Angehörige können darum bitten, dass alle relevanten Vorinformationen – zum Beispiel bekannte Vorerkrankungen, Dauermedikamente oder frühere Laborauffälligkeiten – schriftlich dokumentiert und dem Behandlungsteam vollständig vorliegen.

Für die Zukunft: Was sich vorbereiten lässt

  • Eine Vorsorgevollmacht ermöglicht es einer Vertrauensperson, im Ernstfall rechtlich wirksam für den Betroffenen zu sprechen und Auskünfte zu erhalten – auch gegenüber dem medizinischen Personal.
  • Eine Patientenverfügung hält fest, welche medizinischen Maßnahmen eine Person unter bestimmten Umständen wünscht oder ablehnt – sie kann helfen, den Willen der betroffenen Person auch dann einzubringen, wenn diese selbst nicht mehr sprechen kann.
  • Bei bekannten Vorerkrankungen oder auffälligen Laborwerten in der Vorgeschichte empfiehlt es sich, diese Informationen gesammelt und griffbereit zu haben – etwa als kurze schriftliche Übersicht, die vor einem Krankenhausaufenthalt übergeben werden kann.
  • Angehörige, die Fragen zu einer Behandlung haben, können die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) kontaktieren. Die UPD bietet kostenlose, unabhängige Beratung zu medizinischen und rechtlichen Fragen rund um die Gesundheitsversorgung.

Sie sind nicht allein

Wenn Sie als Angehörige oder Angehöriger unsicher sind, ob eine Behandlung korrekt verlaufen ist, oder wenn Sie Fragen zu Ihren Rechten haben, ist die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) unter 0800 011 77 22 (kostenfrei) erreichbar. Erfahrungen wie die in diesem Fall beschriebenen können außerdem auf mehr-patientensicherheit.de anonym gemeldet werden – jeder Bericht trägt dazu bei, die Versorgung für andere Menschen sicherer zu machen.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Angehörige oder Angehöriger einer Patientin oder eines Patienten
Alter: 70-79 Jahre
Art der Einrichtung:Normalstation, Krankenhaus
Geschlecht: männlich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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