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2025-379

Schrauben in Handgelenkspalt führen zu irreparablen Knorpelschaden

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Fallbeschreibung:

Fehlplatzierte Schrauben im Handgelenk: Irreparabler Knorpelschaden

Mein Mann hat sich kompliziert das Handgelenk gebrochen. Aus der Notaufnahme wurde er nachts wieder nach Hause geschickt – OP-Termin in zwei Wochen.
Dieser OP-Termin wurde mehrfach verschoben (einmal sogar noch, nachdem die Prämedikationspille schon verabreicht wurde).
Die OP ist dann 4 Wochen nach Unfall vermeintlich gut verlaufen. Die Nachsorge beim Chirurgen offensichtlich normal, aber merkwürdig zurückhaltend, was den Heilungsprozess anging (Elle war zusammengewachsen, Speiche nach vier Monaten immer noch nicht). Es folgte eine Überweisung zum Handgelenkspazialisten, dieser erläuterte uns, dass sich drei Schrauben im Handgelenkspalt befinden, die dort niemals hingehören, da sie einen irreparablen Knorpelschaden verursacht haben. Sie wurden kurz darauf entfernt, ebenso wurde der Schmerznerv durchtrennt.
Sechs Monate nach dem Unfall ist die Beweglichkeit weiterhin stark eingeschränkt und Schmerzmittel an der Tagesordnung. Der Gutachter hat guten juristischen Beistand empfohlen.

Gut gelaufen:

Komplizierte Brüche nur in Fachzentren operieren lassen

Schlecht gelaufen:

Bislang eigentlich alles

Verbesserungsvorschläge:

Einfache Krankenhäuser sollten solche Brüche nicht operieren dürfen. Sie sollten ohne Umwege an Fachzentren überweisen, hier wäre die OP spätestens am Folgetag gelaufen

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Ein komplizierter Knochenbruch ist für Betroffene und ihre Angehörigen eine belastende Situation – verbunden mit Schmerzen, Unsicherheit und dem Vertrauen darauf, dass alles richtig gemacht wird. Umso schwerer wiegt es, wenn im Verlauf der Behandlung ernsthafte Komplikationen auftreten, die langfristige Folgen haben.

Bei komplexen Brüchen – etwa am Handgelenk mit mehreren beteiligten Knochen – kann die Wahl der Einrichtung und des operierenden Teams eine wichtige Rolle für das Behandlungsergebnis spielen. Nicht jedes Krankenhaus verfügt über die gleiche Spezialisierung für alle Arten von Frakturen (Knochenbrüchen). Wenn Schrauben oder andere Implantate nicht korrekt platziert werden, kann dies – wie in diesem Fall – zu dauerhaften Schäden am Knorpel führen. Solche Verläufe zeigen, warum das frühzeitige Erkennen von Auffälligkeiten im Heilungsprozess so bedeutsam sein kann.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer mit einem komplexen Bruch konfrontiert ist, kann im Rahmen seiner Möglichkeiten aktiv nachfragen und mitgestalten – auch wenn das in einer Notaufnahme nicht immer einfach ist.

  • Nach der Spezialisierung fragen: Es ist möglich, das Behandlungsteam zu fragen, ob das Haus auf die Art des Bruches spezialisiert ist – zum Beispiel: „Ist das eine Operation, die hier regelmäßig durchgeführt wird, oder gibt es eine spezialisierte Einrichtung, an die Sie uns überweisen können?“
  • Verzögerungen ansprechen: Wenn OP-Termine wiederholt verschoben werden, kann nachgefragt werden, ob der Aufschub medizinisch unbedenklich ist und ob in der Zwischenzeit Kontrolluntersuchungen sinnvoll sind.
  • Verlangsamten Heilungsverlauf aktiv thematisieren: Heilt ein Knochen nach mehreren Monaten noch nicht, ist es möglich, beim behandelnden Arzt konkret nachzufragen – etwa: „Wie würden Sie den bisherigen Heilungsverlauf einschätzen – liegt das im normalen Bereich?“
  • Zweitmeinung einholen: Bei komplexen Eingriffen oder unklarem Heilungsverlauf ist es jederzeit möglich, eine Zweitmeinung bei einer spezialisierten Einrichtung – etwa einem Handchirurgiezentrum – einzuholen. Dieses Recht steht allen Patientinnen und Patienten zu.

Worauf Sie achten können

  • Bei komplexen Brüchen – besonders an Gelenken wie Handgelenk, Schulter oder Sprunggelenk – kann gefragt werden, ob eine spezialisierte Klinik oder ein Handchirurgiezentrum hinzugezogen werden kann.
  • Wenn ein Knochen nach mehreren Monaten noch nicht zusammengewachsen ist oder Schmerzen ungewöhnlich stark bleiben, ist eine Vorstellung bei einem Spezialisten oder einer Spezialistin eine mögliche nächste Maßnahme.
  • Kontrollröntgen oder -aufnahmen nach einer Operation können helfen, die Lage von Implantaten zu überprüfen – es ist möglich, den behandelnden Arzt oder die behandelnde Ärztin nach solchen Kontrollen zu fragen.
  • Bei Verdacht auf einen Behandlungsfehler ist es möglich, die Gutachterstellen der Ärztekammern oder juristischen Beistand hinzuzuziehen – diese Wege stehen Betroffenen offen.

Sie sind nicht allein

Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) bietet kostenlose und unabhängige Beratung für Menschen, die Fragen zu ihrer Behandlung haben oder Unterstützung bei möglichen Behandlungsfehlern suchen – erreichbar unter 0800 011 77 22 (kostenlos, Mo–Fr 8–22 Uhr, Sa 8–18 Uhr). Weitere Informationen und Fallberichte finden Sie auf mehr-patientensicherheit.de, wo Sie auch eigene Erfahrungen anonym melden können.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Angehörige oder Angehöriger einer Patientin oder eines Patienten
Alter: 30-49 Jahre
Art der Einrichtung:Normalstation, Notaufnahme, Operationssaal, Krankenhaus
Geschlecht: männlich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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