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2024-1550

Trotz Termin bei Pneumologen keine Information und Behandlung zu Rippenserienfraktur

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Fallbeschreibung:

Rippenserienfraktur übersehen: Fehlende Kommunikation beim Arzt

Es wurde eine Röntgenaufnahme der Lunge beim Pneumologen gemacht. Hier wurde neben einer Lungenentzündung auch eine Rippenserienfraktur festgestellt.

Der Arzt hat weder mich noch meinen Hausarzt über die Serienfraktur unterrichtet. Mir ging es immer schlechter, hatte/habe bei jedem Einatmen Schmerzen. Dadurch immer flache Atmung. Auf mein Drängen wurde dann einige Wochen später ein CT gemacht.

Dort wurde dann festgestellt, dass 2 Rippen nicht zusammengewachsen sind und sich Pseudoarthrose gebildet hat. Bis heute wurde keine Therapie eingeleitet. Obwohl ich durch die flache Atmung in diesem Jahr bereits zwei schwere Lungenentzündungen hatte.

Die Atembeschwerden werden auf mein Übergewicht geschoben wobei sich an meinem Gewicht nichts verändert hat und ich schon einige Jahre bei dem Pneumologen in Behandlung bin.

Gut gelaufen:

Nichts

Schlecht gelaufen:

Alles. Sowohl beim Lungenarzt als auch beim Hausarzt. Und es läuft weiter falsch. Werde jetzt einen Anwalt einschalten.

Verbesserungsvorschläge:

Keine Angaben

Weitere Infos:

Ja. Das werde ich hier nicht öffentlich schreiben.

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Eine solche Erfahrung ist belastend und zermürbend: Schmerzen, die ernst genommen werden wollen, und das Gefühl, mit wichtigen Befunden allein gelassen zu werden. Wenn ein Zufallsbefund – also ein medizinischer Befund, der bei einer Untersuchung ohne gezieltes Suchen entdeckt wird – nicht weitergegeben wird, kann daraus eine Versorgungslücke entstehen, die sich auf den weiteren Krankheitsverlauf auswirkt.

Eine Rippenserienfraktur (mehrere gebrochene Rippen) kann die Atemtiefe einschränken. Flaches Atmen über längere Zeit erhöht das Risiko für Atemwegsinfektionen wie eine Lungenentzündung. Wenn solche Zusammenhänge nicht kommuniziert oder untersucht werden, kann sich die Situation verschlechtern – so wie es in diesem Fall beschrieben wird.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer sich in einer ähnlichen Lage befindet, hat verschiedene Möglichkeiten, aktiv auf die eigene Versorgung Einfluss zu nehmen.

  • Nach jeder bildgebenden Untersuchung – also nach Röntgen, CT oder MRT – ist es möglich, ausdrücklich nach allen Befunden zu fragen, nicht nur nach dem ursprünglich gesuchten. Eine mögliche Formulierung: „Wurde bei dieser Aufnahme etwas festgestellt, das ich oder mein Hausarzt wissen sollte – auch wenn es nicht der eigentliche Grund der Untersuchung war?“
  • Es ist möglich, den Befundbericht schriftlich auszuhändigen zu lassen und diesen dem Hausarzt oder einer weiteren Fachärztin bzw. einem weiteren Facharzt mitzubringen. So lässt sich sicherstellen, dass alle Behandelnden dieselbe Informationsgrundlage haben.
  • Wenn anhaltende Schmerzen oder Beschwerden bestehen, kann eine Zweitmeinung eingeholt werden – etwa bei einer anderen Fachpraxis oder einer Klinikambulanz. Das ist ein etabliertes Recht, das ohne Begründung wahrgenommen werden kann.
  • Wenn Beschwerden auf eine bestimmte Ursache zurückgeführt werden, die sich nicht mit der eigenen Wahrnehmung deckt, ist es möglich nachzufragen: „Welche Untersuchungen wären nötig, um diese Ursache zu bestätigen oder auszuschließen?“ – Das kann dazu beitragen, dass alternative Erklärungen nicht vorschnell beiseitegelegt werden.

Worauf Sie achten können

  • Bildgebende Befunde (Röntgen, CT, MRT) immer schriftlich anfordern und selbst aufbewahren – auch als Grundlage für eine Zweitmeinung.
  • Bei neuen oder stärker werdenden Beschwerden nach einer Untersuchung gezielt nachfragen, ob ein Zusammenhang mit einem festgestellten Befund bestehen könnte.
  • Wenn mehrere Ärztinnen oder Ärzte beteiligt sind, kann es hilfreich sein, selbst nachzufragen, wer die Koordination übernimmt – und welche Information an wen weitergegeben wird.
  • Wer das Gefühl hat, mit einem Anliegen nicht gehört zu werden, kann die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) kontaktieren. Die UPD berät kostenlos und unabhängig zu Fragen rund um Patientenrechte und Behandlungsverläufe.

Sie sind nicht allein

Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) bietet kostenlose und unabhängige Beratung zu medizinischen und rechtlichen Fragen – erreichbar unter 0800 011 77 22 (gebührenfrei). Wenn Sie eigene Erfahrungen teilen möchten, können Sie diese anonym auf mehr-patientensicherheit.de melden – jeder Bericht kann dazu beitragen, die Versorgung für andere zu verbessern.

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 50-69 Jahre
Art der Einrichtung:Ambulante Praxis, Arztpraxis
Geschlecht: weiblich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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