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2025-339

Ausnutzung der vulnerablen Situation

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Fallbeschreibung:

ME/CFS: Grenzverletzung durch Arzt in vulnerabler Situation

Ich habe mich mit ach und krach zu einer Hausarztpraxis geschleppt, da ich eine Krankschreibung brauchte. Ich war extrem fatiged, im Crash. Ich hab es kaum die Treppe zur Praxis hoch geschafft, musste meinen Kopf auf die Hände stürzen.
Es war ein Vertretungsarzt, ich habe ihm meine ME/CFS Diagnose genannt und um eine Krankschreibung gebeten.
Er hat mich psychologisiert, konnte mit der Diagnose nichts anfangen. Ich war so schwach ich konnte mich nicht wehren. Ich hatte nur das eine Ziel vor Augen ich brauchte eine Krankschreibung um meinen Ausbildungsplatz nicht zu verlieren.

Nach dem er mich eine Weile psychologisiert hat und ich mich nur schwach gewährt habe. Hat er mich dazu gedrängt doch mit ihm privat einen Kaffee trinken zu gehen.

Gut gelaufen:

Keine Angaben

Schlecht gelaufen:

Meine extrem vulnerable Situation wurde ausgenutzt für die privaten Interessen des Arztes mit mir zu flirten. Es hat mich in eine total doofe Situation gebracht, ich brauchte diese Krankschreibung. Ich hätte unmöglich die Kraft gehabt zu einer weiteren Praxis zu gehe.

Verbesserungsvorschläge:

Keine Angaben

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Wer schwer krank eine Arztpraxis aufsucht, befindet sich in einer Lage, die kaum mehr Kraft lässt als das Nötigste. In einer solchen Situation ist es möglich, auf unangemessenes Verhalten zu treffen – und gleichzeitig nicht die Ressourcen zu haben, sich dagegen zu wehren oder eine Alternative zu suchen.

ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis / Chronisches Fatigue-Syndrom) ist eine schwere neurologische Erkrankung, die zu extremer Erschöpfung und körperlichem Verfall führen kann. Betroffene im sogenannten „Post-Exertional Malaise“-Crash – einer Verschlechterung nach Belastung – sind in ihrer Handlungsfähigkeit massiv eingeschränkt. In einer Situation wie dieser, in der körperliche und kognitive Ressourcen nahezu vollständig erschöpft sind, gibt es für Betroffene oft keinen realistischen Spielraum, sich zu wehren, die Situation zu verlassen oder eine andere Praxis aufzusuchen. Das ist wichtig anzuerkennen.

Was Angehörige oder Begleitpersonen tun können

  • Eine Begleitperson kann bei Arztterminen mitgehen – nicht nur als Unterstützung beim Weg dorthin, sondern auch als Zeugin oder Zeuge im Gespräch. Bereits die Anwesenheit einer weiteren Person kann unangemessenes Verhalten verhindern.
  • Wenn eine Begleitperson bemerkt, dass ein Arztgespräch von medizinischen Themen abweicht oder sich unangemessen entwickelt, ist es möglich, das Gespräch aktiv zu unterbrechen und zum eigentlichen Anliegen zurückzuführen – zum Beispiel mit: „Wir sind wegen der Krankschreibung hier – können wir das jetzt klären?“
  • Nach einem solchen Erlebnis kann es helfen, gemeinsam mit der betroffenen Person das Geschehene zu dokumentieren: Datum, Uhrzeit, Name des Arztes, Beschreibung des Verhaltens. Diese Aufzeichnung ist wichtig, falls später eine Beschwerde eingereicht werden soll.
  • Angehörige können helfen, Beschwerdemöglichkeiten zu recherchieren und – wenn die betroffene Person das wünscht – beim Verfassen einer Beschwerde unterstützen. Zuständig ist in der Regel die zuständige Landesärztekammer.

Für die Zukunft: Was sich vorbereiten lässt

  • Für Menschen mit ME/CFS oder ähnlichen Erkrankungen kann es sinnvoll sein, eine verlässliche Begleitperson zu benennen, die bei Arztterminen – insbesondere in Krankheitsphasen – routinemäßig mitkommt.
  • Eine kurze schriftliche Zusammenfassung der Diagnose und des aktuellen Anliegens (z. B. auf einem Zettel oder dem Smartphone) kann übergeben werden, wenn Sprechen zu anstrengend ist. Das reduziert die Notwendigkeit, sich im Gespräch erklären und behaupten zu müssen.
  • Es ist möglich, sich vorab über Ärztinnen und Ärzte mit Kenntnissen zu ME/CFS zu informieren und eine Liste vertrauter Praxen – auch für Vertretungssituationen – bereitzuhalten, damit im Notfall eine Alternative bekannt ist.
  • Unangemessenes Verhalten von Ärzten kann der zuständigen Landesärztekammer gemeldet werden. Eine Beschwerde ist auch dann möglich, wenn sie erst nach einiger Zeit eingereicht wird – die Dokumentation des Vorfalls ist dabei hilfreich.

Sie sind nicht allein

Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) bietet kostenlose und vertrauliche Beratung für Menschen, die nach einem schwierigen Erlebnis im Gesundheitswesen Orientierung suchen – auch zu Beschwerdewegen. Auf mehr-patientensicherheit.de können Erfahrungen anonym gemeldet werden, damit andere von ähnlichen Situationen erfahren und sich vorbereiten können.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 30-49 Jahre
Art der Einrichtung:Ambulante Praxis, Arztpraxis
Geschlecht: weiblich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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