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2026-174

belastender Klinikaufenthalt mit unzureichender Unterbringung, Hygiene & respektlosem Umgang

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Fallbeschreibung:

Würdeloser Klinikaufenthalt: Hygiene, Schmerz & Respekt

Obgleich Privatversicherter lag ich nach zwei Lungenembolien und einem Niereninfarkt geschwächt und abgemagert im alten Teil der Klinik, zwecks ‚Ermittlung von Tumoren‘ – ‚da muss es ja etwas geben‘. Zusammen mit vier Frauen – davon eine dement, die andere Strahlungspatientin – war ich in einem Zimmer ohne Bad untergebracht. Die einzige Toilette besetzte Letztere, wir mussten auf das Besucher-WC, um dort prompt den Noro-Virus aufzuschnappen. Ich galt als ‚schwierig‘, weil ich mich über das Essen beklagte sowie über starke Schmerzen klagte. Wenn ich klingelte, ging die Nachtwache erst zu allen anderen Patienten, verweigerte mir Schmerzmittel und verhöhnte mich -> ‚wer Schmerzen hat, löst keine Kreuzworträtsel‘.
Eine Zimmernachbarin bestellte nachts Pizza, der Bote tauchte vor meinem Bett auf und weckte mich, weil sie kein Bargeld bei sich hatte. Bei Besuchen wurde ich beglotzt, derweil ich mich vor Schmerzen krümmte und als einzige Privatsphäre blieb, die Decke über den Kopf zu ziehen. Nach dem Röntgen im kalten Keller, es war Winter, vergaß man mich. Ich kauerte im Rollstuhl, keiner kam, Handy war verboten. Eine Reinigungskraft entdeckte mich auf ihrem Heimweg und brachte mich zurück zur Station. Dort herrschte man mich an, Ich solle nicht so ein Theater machen …
Ich wog nur noch sehr wenig, für die Magenspiegelung musste man mich narkotisieren, das Abführmittel für die Darmspiegelung erbrach ich, worauf mich die Pflegekraft vor allen Zimmergenossinnen anschrie. Mein Hausarzt befand, dass ich keinen weiteren Strapazen auszusetzen sei und wies mich ambulant einem Arzt zu, der NULL TUMORE feststellte. Inzwischen sind mehrere Jahre vergangen, dennoch beginne ich zu zittern und mir sträuben sich die Haare, wenn ich nur in die Nähe dieser Klinik komme.
Auf meine Beschwerde hin antwortete die Direktion, dass sie bedaure, „dass Ihr Aufenthalt nicht Ihren Erwartungen entsprochen hat“. Eine solche Antwort passt zu einem Wellness-Resort, nicht aber zu einem staatlich finanzierten Grundversorger …

Gut gelaufen:

Als Ich vom Notfall auf die Station verlegt wurde, verordnete ein Arzt Morphium, damit ich den Niereninfarkt überstehen und an einem Stück durchschlafen konnte.

Schlecht gelaufen:

Nahezu alles, selbst die stationäre Aufnahme auf der Notfallstation am Ereignistag war der Horror. Im Flur schrie ein Demenzkranker, weil er sich von Dämonen bedroht sah, niemand gab ihm ein Medikament gegen die Halluzinationen. Neben mir weinte eine Patientin, weil sie sich vor der bevorstehenden Operation fürchtete. Als ich über anhaltende Schmerzen klagte, meinte eine Pflegekraft zynisch: ‚Ich kann sie ja schon mal in den Kühlraum schieben!‘ Nach dem Aufwachen entdeckte eine Putzkraft, dass jemand ins Bett gemacht hatte. Er war komplett verkabelt und geschwächt. Dennoch herrschte sie ihn an: ‚Pippi Kakka, Pippi Kakka, können Sie sich nicht wie ein Erwachsener benehmen? Mitleid, Einfühlungsvermögen oder Respekt!!!

Verbesserungsvorschläge:

Kommunikation Information Haltung gg Patient*innen (Klinikleitung, die Chef- und Oberärzte stehen diesbezüglich in der Pflicht) Bauliche Voraussetzungen Hygiene

Weitere Infos:

Wenn die Ärzte und Pflegekräfte sich entschuldigen würden – zum Beispiel im Rahmen einer Mediation – und bekräftigen, dass sie das Vorgefallene bedauern, es ihnen leid täte, könnte ich die Erlebnisse für mich besser abschließen. Dass hier das Essen in Kitas und Krankenhäusern ausgegeben wird, ist ein Skandal!!! Heute weiß ich, wie reagieren: Verlegung in eine andere Klinik, bei verweigerten medizinischen Leistungen die 112 rufen. Die verständigten Sanitäter kommen auch auf die Station, der Vorfall erregt Aufsehen und zieht Konsequenzen nach sich. Allein die Drohung nützt!

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Dieser Fallbericht schildert einen Krankenhausaufenthalt, der körperlich und seelisch außerordentlich belastend war – und der auch Jahre später noch nachwirkt. Die betroffene Person war durch schwere Erkrankungen geschwächt und befand sich gleichzeitig in einer Umgebung, die ihr kaum Würde, Privatsphäre oder angemessene Schmerzversorgung ließ.

Erfahrungen wie diese – respektlose Kommunikation, mangelnde Hygiene, vergessen werden nach einer Untersuchung, verweigerte Schmerzbehandlung – sind keine Einzelphänomene. Sie können in Einrichtungen entstehen, in denen Überlastung, bauliche Mängel und fehlende Führungskultur zusammentreffen. Wer in einem solchen Moment körperlich geschwächt ist, hat oft kaum Kraft, sich zu wehren. Das ist wichtig anzuerkennen.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer sich in einer vergleichbaren Situation befindet oder eine solche erlebt hat, findet hier einige Möglichkeiten – nicht als Pflicht, sondern als Angebot.

  • Verlegung in eine andere Klinik ansprechen: Es ist möglich, während eines stationären Aufenthalts um eine Verlegung in eine andere Einrichtung zu bitten – zum Beispiel über den behandelnden Hausarzt oder eine Vertrauensperson. Der Hausarzt kann in solchen Situationen eine wichtige Vermittlerrolle übernehmen, wie dieser Fallbericht zeigt.
  • Bei akut verweigerter medizinischer Versorgung den Notruf einschalten: Wenn dringende medizinische Leistungen – etwa Schmerzbehandlung – verweigert werden und keine andere Möglichkeit bleibt, ist es möglich, den Notruf 112 zu rufen. Rettungskräfte können auch stationäre Einrichtungen aufsuchen. Allein das Ansprechen dieser Möglichkeit kann in manchen Situationen bereits Wirkung zeigen.
  • Beschwerden schriftlich festhalten: Wer erlebt, dass Beschwerden, Schmerzangaben oder Vorfälle nicht ernst genommen werden, kann diese mit Datum, Uhrzeit und beteiligten Personen notieren – entweder selbst oder durch eine Begleitperson. Solche Aufzeichnungen können für spätere Beschwerden hilfreich sein.
  • Die Klinikleitung oder den Patientenfürsprecher ansprechen: Viele Krankenhäuser verfügen über eine Patientenfürsprecherin oder einen Patientenfürsprecher – eine unabhängige Person, die Anliegen von Patient:innen aufgreift. Es ist möglich, diese direkt anzusprechen und zu sagen: „Ich möchte eine Beschwerde einreichen und bitte um Unterstützung dabei.“

Worauf Sie achten können

  • Gibt es in der Klinik eine Patientenfürsprecherin oder einen Patientenfürsprecher – und wie ist diese Person erreichbar?
  • Ist eine Begleitperson möglich, die bei Bedarf für Sie sprechen oder Vorfälle dokumentieren kann?
  • Werden Ihre Schmerzangaben ernst genommen und ist nachvollziehbar, warum ein Schmerzmittel gegeben oder verweigert wird?
  • Fühlen Sie sich nach einer Untersuchung allein gelassen oder sind Abläufe unklar – dann ist es möglich, laut nach Hilfe zu rufen oder, wenn vorhanden, eine Klingel zu betätigen.

Wenn das Erlebte nachwirkt

Manche Erfahrungen im Krankenhaus hinterlassen tiefe Spuren – körperlich wie seelisch. Wenn Erinnerungen an einen Aufenthalt auch nach langer Zeit noch Angst, Zittern oder innere Anspannung auslösen, kann es hilfreich sein, das mit einer Vertrauensperson oder einer Fachkraft zu besprechen.

Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) berät kostenfrei und unabhängig – auch zu Beschwerdemöglichkeiten und dem Umgang mit belastenden Erfahrungen im Gesundheitssystem. Sie ist telefonisch unter 0800 011 77 22 erreichbar.

Wenn die Erinnerungen an den Aufenthalt als sehr belastend erlebt werden, kann auch die TelefonSeelsorge ein erster Anlaufpunkt sein – kostenfrei und rund um die Uhr: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222.

Ihre Erfahrung kann anderen helfen

Fallberichte wie dieser sind wertvoll – sie machen sichtbar, was im Versorgungsalltag passieren kann, und tragen dazu bei, dass Verbesserungen angestoßen werden. Auf mehr-patientensicherheit.de ist es möglich, eigene Erfahrungen anonym zu melden und damit zur Patientensicherheit in Deutschland beizutragen.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 50-69 Jahre
Art der Einrichtung:Normalstation, Krankenhaus
Geschlecht: weiblich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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