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2024-133

Nicht richtig gesetzte PDA – trotz Schmerzen nicht ernst genommen

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Fallbeschreibung:

Fehlende PDA-Wirkung bei Kaiserschnitt – Schmerzen ignoriert

Bei der Geburt meines Kindes musste es plötzlich schnell gehen, da die Herztöne schlechter wurden. Also wurde festgelegt, dass statt einer natürlichen Geburt ein Kaiserschnitt gemacht werden muss. Alle im Kreißsaal waren total nett und nahmen mir zunächst meine Angst. Dann wurde die PDA gesetzt, auch hier zunächst keine Probleme, Schmerzen oder Ähnliches.

Es wurde dann überprüft, ob ich noch Gefühle in meinen Beinen habe. Ich bejahte dies, der Anästhesist nahm mich aber nicht Ernst und meinte, dass ich mir dies wohl einbilden würde und sagte dem Gynäkologen, dass er schneiden kann. Ich spürte den Schnitt sofort und schrie, aber der Anästhesist machte sich fast etwas lustig über mich.

Ich sagte unter Tränen meiner Hebamme, dass ich noch alles spüre und ich unendliche Schmerzen habe und strampelte vor Panik mit den Beinen. Erst dann sagte der Gynäkologe, dass das so nicht geht und mir wurde ohne Vorwarnung eine Maske auf den Mund gelegt und ich schlief ein.

Mein Mann wurde über das Ganze erst im Nachhinein informiert und ich wachte alleine ohne Infos Aufwachraum auf. Im Nachhinein wurde das Ganze runtergespielt , „kann ja mal passieren“.

Gut gelaufen:

Die Hebamme hat sich im Nachhinein gut um mich gekümmert und auch die Schwestern auf der Station waren total fürsorglich.

Schlecht gelaufen:

Dem Anästhesist fehlte jede Form von Empathie.

Verbesserungsvorschläge:

Empathie, zuhören

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Eine Geburt, die plötzlich einen anderen Verlauf nimmt, ist für werdende Mütter und ihre Familien eine außerordentlich belastende Situation. Dass Schmerzsignale in einem solchen Moment nicht ernst genommen werden, kann tiefe Verunsicherung und ein Gefühl der Hilflosigkeit hinterlassen – auch noch lange nach der Geburt.

Eine PDA (Periduralanästhesie) ist ein Verfahren zur Schmerzausschaltung, bei dem ein Betäubungsmittel in den Rückenbereich injiziert wird. In seltenen Fällen wirkt sie nicht vollständig oder gleichmäßig. Bevor ein operativer Eingriff beginnt, wird daher geprüft, ob die Betäubung ausreichend ist – zum Beispiel durch Kältereize oder Berührung. Wie zuverlässig diese Überprüfung erfolgt und wie Rückmeldungen der Patientin dabei einbezogen werden, kann variieren.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer sich im Voraus mit einigen Möglichkeiten vertraut macht, kann sich in einer solchen Situation leichter Gehör verschaffen – auch wenn das in einem Notfall nicht immer einfach ist.

  • Die eigene Wahrnehmung klar und wiederholt benennen: Es ist möglich, Schmerzempfindungen in einfachen, direkten Worten zu schildern – zum Beispiel: „Ich spüre Berührungen und Druck an meinem Bauch deutlich. Bitte überprüfen Sie das noch einmal, bevor Sie beginnen.“ Mehrfaches Wiederholen kann helfen, wenn man das Gefühl hat, nicht gehört zu werden.
  • Eine Begleitperson als Unterstützung einbeziehen: Wenn eine Vertrauensperson im Raum anwesend ist – zum Beispiel der Partner oder die Partnerin – kann diese die eigenen Aussagen bekräftigen und im Bedarfsfall das Gespräch mit dem medizinischen Team aktiv einfordern.
  • Gezielt andere Fachpersonen ansprechen: Sind im Raum mehrere Personen anwesend – etwa Hebamme, Pflegepersonal oder Gynäkolog:in – ist es möglich, sich direkt und namentlich an eine davon zu wenden, wenn man das Gefühl hat, nicht ausreichend gehört zu werden.
  • Den Eingriff explizit verzögern bitten: Es ist möglich zu sagen: „Ich bitte darum, erst zu beginnen, wenn wir gemeinsam sicher sind, dass ich nichts spüre.“ Dieser Wunsch darf geäußert werden – auch in einer eiligen Situation.

Worauf Sie achten können

  • Vor dem Eingriff nachfragen, wie die Wirksamkeit der Betäubung geprüft wird und welche eigene Rückmeldung dabei erwartet wird.
  • Eine Begleitperson benennen, die im Voraus weiß, dass sie bei Bedarf aktiv das Wort ergreifen kann – auch gegenüber dem medizinischen Team.
  • Im Geburtsplan – sofern vorhanden – festhalten, dass die eigene Schmerzwahrnehmung im Zweifelsfall ernst genommen und erneut überprüft werden soll.
  • Nach einer belastenden Erfahrung professionelle Unterstützung in Anspruch nehmen: Viele Geburtskliniken bieten Nachgespräche an; auch psychosoziale Beratung kann helfen, das Erlebte zu verarbeiten.

Sie sind nicht allein

Wenn Sie eine ähnliche Erfahrung gemacht haben oder Unterstützung suchen, erreichen Sie die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) kostenlos unter 0800 011 77 22. Ihre Erfahrungen können Sie anonym auf mehr-patientensicherheit.de melden – damit andere von Ihrem Erlebnis lernen können.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 30-49 Jahre
Art der Einrichtung:Krankenhaus, Geburt, Kreißsaal, Krankenhaus
Geschlecht: weiblich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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