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2024-1409

Kein Wasser ans Bett erhalten trotz Verordnung

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Fallbeschreibung:

Flüssigkeitsversorgung im Krankenhaus: Verordnung nicht umgesetzt

Mein Schwager sollte täglich 2 Liter Wasser trinken, das stand so auf der Tafel im Krankenhaus. Bei unseren Besuchen war nie eine Wasserflasche am Bett, wir mussten es selbst besorgen. Der Patient hatte jeweils um Wasser gebeten, manchmal nach mehreren Stunden keines bekommen.

Gut gelaufen:

Leider gar nichts.

Schlecht gelaufen:

Unfreundliches Pflegepersonal.

Verbesserungsvorschläge:

Alles!

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Wenn jemand nach einer ärztlichen Verordnung eine bestimmte Trinkmenge einhalten soll, ist die regelmäßige Flüssigkeitszufuhr ein fester Bestandteil der Behandlung. Es kann belastend sein, als Angehörige:r zu beobachten, dass etwas so Grundlegendes wie ein Glas Wasser über Stunden ausbleibt – trotz klarer Vorgabe und trotz eigener Bitte des Patienten.

Auf Krankenhausstationen arbeiten Pflegeteams häufig unter erheblichem Zeitdruck. Gleichzeitig zeigt dieser Fall, dass verordnete Maßnahmen – hier die Flüssigkeitszufuhr – im Stationsalltag manchmal nicht zuverlässig umgesetzt werden. Für Angehörige kann das eine wichtige Rolle bedeuten: nicht als Ersatz für professionelle Pflege, sondern als zusätzliche Unterstützung und aufmerksame Begleitung.

Was Angehörige oder Begleitpersonen tun können

Wer regelmäßig zu Besuch kommt, kann auf verschiedene Weisen dazu beitragen, dass verordnete Maßnahmen im Blick bleiben.

  • Es ist möglich, beim Pflegepersonal oder der Stationsleitung direkt und ruhig auf die fehlende Umsetzung hinzuweisen – zum Beispiel: „Ich sehe, dass für meinen Schwager 2 Liter täglich verordnet sind – kann bitte geprüft werden, ob er regelmäßig Wasser ans Bett bekommt?“ Ein freundlich, aber klar formuliertes Ansprechen ist kein Angriff, sondern ein legitimer Beitrag zur Patientensicherheit.
  • Angehörige können selbst eine Wasserflasche mitbringen und dafür sorgen, dass sie beim Besuch greifbar ist – ohne dabei die Verantwortung des Pflegeteams aus dem Blick zu verlieren.
  • Wenn ein Problem wiederholt auftritt, ist es möglich, den Patientenfürsprecher oder die Patientenfürsprecherin der Einrichtung anzusprechen. Das ist eine interne Anlaufstelle, die speziell dafür eingerichtet ist, Anliegen von Patient:innen und Angehörigen aufzunehmen – ohne dass es einer formellen Beschwerde bedarf.
  • Es kann hilfreich sein, Beobachtungen kurz zu notieren – mit Datum und Uhrzeit – falls das Thema im Gespräch mit dem Behandlungsteam erneut aufgegriffen werden soll.

Für die Zukunft: Was sich vorbereiten lässt

  • Vor einem Krankenhausaufenthalt lässt sich klären, wie Angehörige bei der Versorgung mitwirken können und an wen sie sich bei Fragen oder Problemen wenden.
  • Eine Vorsorgevollmacht und ein Patientenbrief können dazu beitragen, dass die Wünsche und Bedürfnisse des Patienten auch dann vertreten werden, wenn er sich selbst nicht mehr ausreichend äußern kann.
  • Es ist möglich, schon bei der Aufnahme gezielt nach dem Patientenfürsprecher oder der Patientenfürsprecherin der Einrichtung zu fragen und die Kontaktdaten zu notieren.
  • Bei längeren Aufenthalten kann die Absprache im Familienkreis helfen, wer wann zu Besuch kommt – so ist eine regelmäßige Begleitung und Beobachtung leichter sicherzustellen.

Sie sind nicht allein

Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) bietet kostenlose und vertrauliche Beratung für Patient:innen und Angehörige – telefonisch, online und in vielen Sprachen. Weitere Informationen und Möglichkeiten zur Meldung ähnlicher Erlebnisse finden Sie auf mehr-patientensicherheit.de.

Infos zum Fall:

Perspektive: Angehörige oder Angehöriger einer Patientin oder eines Patienten
Alter: 70-79 Jahre
Art der Einrichtung:Normalstation, Krankenhaus
Geschlecht: männlich

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Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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