Icon Mehr-Patientensicherheit
2025-329

Mehrere Tage warten auf allergenfreies Essen bei bestehendem Untergewicht

Dieser Fall hilft die Patientensicherheit für alle zu verbessern. Sie möchten ebenfalls einen Fall melden? Zum Meldeformular

Fallbeschreibung:

Milcheiweißallergie im Krankenhaus: Mangelernährung durch fehlendes Spezialmenü

Ich wurde als Notfall vor dem Wochenende eingeliefert und musste eine ganze Woche stationär in der Kardiologie bleiben. Ich habe eine Milcheiweißallergie. Es war nicht möglich das Essen vor Montag anzupassen. Das gesamte Wochenende musste ich mich also morgens und Abends von trockenem Brot und Mittags von Brühe und Apfelmus ernähren und das obwohl ich bereits sichtbar untergewichtig war und einen BMI von unter 18 hatte. Es wurde dann allerdings nicht besser, da die Küche nicht den Unterschied zwischen Milcheiweiß und Laktose kannte. Das offiziell milchfreie Essen hat laktosefreie Milchprodukte wie z.B. Joghurt enthalten.

Gut gelaufen:

Keine Angaben

Schlecht gelaufen:

Stationären Patienten Essen bzw genug Kalorien zur Verfügung zu stellen, sollte nicht optional sein.

Verbesserungsvorschläge:

Ein veganes Aufnahmemenü würde gleichzeitig mehrere Allergien und Intoleranzen, sowie mehrere Religionen, Vegetarier und Veganer abdecken, während der Standard mit Fleisch und Milch weder zwingend zur Ernährung notwendig, noch sonderlich gesund ist. Ich als Nicht-Veganer würde mich sehr über diese Option freuen.

Weitere Infos:

Die Pflegekräfte fanden mein Essen deutlich schlimmer als ich selbst, konnten aber nichts daran ändern.

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Eine ungeplante Krankenhausaufnahme ist für viele Menschen bereits belastend – wenn dann grundlegende Ernährungsbedürfnisse nicht erfüllt werden können, kommt zu der medizinischen Situation eine zusätzliche, vermeidbare Belastung hinzu. Besonders für Menschen mit bestehenden Allergien oder einem niedrigen Körpergewicht kann eine mehrtägige unzureichende Versorgung mit Kalorien die Genesung erschweren.

In diesem Fall lag eine Milcheiweißallergie vor – das bedeutet: die betroffene Person reagiert allergisch auf bestimmte Proteine in Milchprodukten. Das ist nicht gleichzusetzen mit Laktoseintoleranz, bei der lediglich der Milchzucker (Laktose) nicht vertragen wird. Laktosefreie Produkte enthalten aber weiterhin Milcheiweiß und sind für Menschen mit einer Milcheiweißallergie daher nicht geeignet. Dieser Unterschied ist in der Praxis nicht immer bekannt – auch in Klinikkantinen kann es hier zu Verwechslungen kommen.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer eine Allergie oder besondere Ernährungsanforderung hat, kann bereits bei der Aufnahme aktiv darauf hinweisen – auch wenn dies in einem Notfall nicht immer sofort möglich ist.

  • Die Allergie so präzise wie möglich benennen: Es kann hilfreich sein, den genauen Begriff zu verwenden und den Unterschied zu erklären – zum Beispiel: „Ich habe eine Milcheiweißallergie, keine Laktoseintoleranz. Laktosefreie Milchprodukte sind für mich nicht geeignet – ich brauche Speisen, die komplett ohne Milch und Milchbestandteile zubereitet werden.“
  • Schriftliche Information mitgeben: Wer zu einer Allergie ein ärztliches Attest oder eine kurze schriftliche Beschreibung dabei hat oder nachholen lässt, kann damit Missverständnisse im Stationsalltag verringern. Angehörige können solche Unterlagen gegebenenfalls nachbringen.
  • Das Pflegepersonal gezielt um Weiterleitung bitten: Da Pflegekräfte häufig nicht direkt über die Küche entscheiden, ist es möglich, darum zu bitten, dass die Information an die zuständige Diätassistenz (Fachperson für Ernährungsberatung im Krankenhaus) oder die Stationsleitung weitergegeben wird.
  • Eigene Lebensmittel als Übergangslösung anfragen: In manchen Häusern ist es möglich, vorübergehend eigene, verträgliche Lebensmittel zu verwenden oder durch Angehörige liefern zu lassen – das lässt sich beim Pflegepersonal erfragen.

Worauf Sie achten können

  • Beim Aufnahmegespräch aktiv nach einer diätischen Betreuung oder Diätassistenz fragen, wenn Allergien oder besondere Ernährungsbedürfnisse bestehen.
  • Darauf hinweisen, wenn das gelieferte Essen Zutaten enthält, die laut Menüplan nicht enthalten sein dürften – auch scheinbar kleine Abweichungen können bei Allergien relevant sein.
  • Den Unterschied zwischen Milcheiweißallergie und Laktoseintoleranz bei jedem Kontakt mit neuem Personal kurz erklären – Informationen gehen im Schichtbetrieb manchmal verloren.
  • Wenn die Versorgung trotz Hinweisen nicht verbessert wird, ist es möglich, das Patientenfürsprecher-Angebot des Krankenhauses (eine unabhängige Ansprechperson für Patientenanliegen, die in vielen Kliniken vorhanden ist) in Anspruch zu nehmen.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 30-49 Jahre
Art der Einrichtung:Normalstation, Notaufnahme, Krankenhaus
Geschlecht: weiblich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

Icon Pfeil nach unten

Wählen Sie eines der anderen Themen

Wählen Sie das Thema aus, das zu Ihrem Fall am besten passt oder über welches Sie weitere Informationen und berteits veröffentlichte Fälle lesen möchten. Alternativ können Sie Ihren Fall auch direkt über das Meldeformular berichten.
Ersatzkassen des vdek

Die Betriebskrankenkassen:

Wichtige Mitteilung:

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Patient:innen und Angehörige,

Vielen Dank für Ihre wichtigen Meldungen. Unser System ist aufgrund der zahlreichen Eingänge im Moment an der Belastungsgrenze. Es ist daher zur Zeit nicht möglich, eine Meldung abzugeben. Wir arbeiten daran, das Problem zu lösen. Bitte versuchen Sie es in wenigen Stunden wieder.

Vielen Dank für Ihr Verständnis, Ihr Mehr-Patientensicherheit-Team