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2026-050

Drei Druckstellen – nicht dokumentiert und nicht versorgt!

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Fallbeschreibung:

Dekubitus nicht dokumentiert: Druckstellen bei Entlassung

Anfang 80 -jähriger männlicher Patient hat sich in stationärer Behandlung befunden.

Am xxx wurde er in ein Pflegeheim entlassen. Hier angekommen stellte das Pflegepersonal fest, dass der Patient insgesamt drei Druckstellen aufweist. Zwei davon (Gesäß und Ferse) waren unübersehbar, schwarz, nekrotisch.
Die Druckstellen waren unbehandelt. Weder im Arztbrief, noch im Pflegeüberleitungsbogen (beide mussten gesondert angefordert werden) wurden die Druckstellen erwähnt.
Der Arztbrief beschreibt vielmehr, dass kein Dekubitusrisiko vorliegt.

Gut gelaufen:

Keine Angaben

Schlecht gelaufen:

Dekubitus/Wundbehandlung ist unterlassen worden!

Verbesserungsvorschläge:

Keine Angaben

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

**FALLANALYSE (intern):** A) Überwiegend negativ – schwerwiegende Versorgungslücke mit körperlichem Schaden. B) Keine realistischen Handlungsmöglichkeiten für den Patienten: hochbetagter Mann (80+), stationär, Druckstellen im Gesäß- und Fersenbereich deuten auf eingeschränkte Mobilität hin. Keine realistische Selbsteinwirkung möglich. → **Falltyp B** —

Was in solchen Situationen passieren kann

Wenn ein älterer Mensch aus dem Krankenhaus entlassen wird, vertrauen Betroffene und Angehörige darauf, dass alle relevanten Befunde dokumentiert und weitergegeben werden. Dass schwerwiegende Wunden dabei unerwähnt bleiben – oder sogar als nicht vorhanden beschrieben werden – ist eine Erfahrung, die tief erschüttern kann.

Ein Dekubitus (auch Druckgeschwür genannt) entsteht, wenn Körperstellen über längere Zeit unter Druck stehen und die Haut sowie das darunter liegende Gewebe geschädigt werden. Solche Wunden können sich schnell verschlechtern, wenn sie unbehandelt bleiben. In Situationen wie dieser – bei einem hochbetagten, in seiner Mobilität eingeschränkten Patienten – gab es für die betroffene Person keinen realistischen Spielraum, selbst einzugreifen oder auf die eigene Wundversorgung aufmerksam zu machen. Das ist wichtig anzuerkennen.

Was Angehörige oder Begleitpersonen tun können

  • Angehörige können beim Entlassungsgespräch aktiv nach dem körperlichen Zustand der betroffenen Person fragen – auch nach dem Hautzustand, insbesondere an Ferse, Steißbein und Gesäß. Eine mögliche Frage: „Gibt es Stellen, auf die wir bei der Pflege besonders achten müssen?“
  • Es ist möglich, sowohl den Arztbrief als auch den Pflegeüberleitungsbogen (ein Dokument, das wichtige Pflegeinformationen von einer Einrichtung zur nächsten weitergibt) noch vor oder direkt bei der Entlassung einzusehen und ggf. gezielt nach Wunden oder Hautverletzungen zu fragen.
  • Beim Einzug in ein Pflegeheim kann darum gebeten werden, dass das dortige Pflegepersonal die betroffene Person unmittelbar nach Ankunft körperlich einschätzt – und etwaige neue oder übersehene Befunde sofort dokumentiert und meldet.
  • Wenn Angehörige das Gefühl haben, dass etwas nicht stimmt oder Fragen offen bleiben, ist es möglich, dies direkt anzusprechen – sowohl gegenüber der aufnehmenden Einrichtung als auch gegenüber der entlassenden. Eine ruhige, direkte Nachfrage ist kein Vorwurf, sondern ein legitimer Beitrag zur Versorgungssicherheit.

Für die Zukunft: Was sich vorbereiten lässt

  • Eine Vorsorgevollmacht und ein Patientenbrief können dazu beitragen, dass bevollmächtigte Angehörige auch ohne Umwege Auskunft über den Gesundheitszustand erhalten und Entscheidungen mittragen können.
  • Bei bekanntem Risiko für Druckgeschwüre – etwa bei eingeschränkter Mobilität oder langen Liegezeiten – kann im Vorfeld mit dem Behandlungsteam vereinbart werden, dass regelmäßige Hautkontrollen durchgeführt und dokumentiert werden.
  • Eine Notfallkarte oder ein persönliches Gesundheitsdokument, das wichtige Vorerkrankungen und Pflegebedürfnisse zusammenfasst, kann bei Übergaben zwischen Einrichtungen als ergänzende Information dienen.
  • Angehörige, die regelmäßig an Übergaben beteiligt sein möchten, können dies frühzeitig kommunizieren – viele Einrichtungen binden Angehörige auf Wunsch aktiv in Entlassungsgespräche ein.

Sie sind nicht allein

Wer als Angehöriger eine solche Situation erlebt hat, kann sich an die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) wenden – sie bietet kostenlose, unabhängige Beratung zu Patientenrechten und nächsten Schritten. Auf mehr-patientensicherheit.de finden Sie weitere Informationen und die Möglichkeit, eigene Erfahrungen anonym zu berichten, damit andere davon lernen können.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Angehörige oder Angehöriger einer Patientin oder eines Patienten
Alter: 80+ Jahre
Art der Einrichtung:Normalstation, Krankenhaus
Geschlecht: männlich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

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