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2026-212

Hygiene und Datenschutz

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Fallbeschreibung:

Krankenhausinfektion nach Hygienemängeln und Datenschutzverletzung

Patient wurde wegen Dehydrierung eingeliefert und aufgepäppelt. Nach 14 Tagen wurde er von der Zwischenintensiv auf ein Einzelzimmer wegen Immunschutz verlegt. Hier fand das Arztgespräch am Counter der Pfleger statt, wo andere Besucher alles mithören konnten. Das Gespräch war auch nicht leise, sondern man konnte die Diagnose und alles weitere sehr gut auf der anderen Seite des Counters mithören. Desweiteren war die Ausstattung des Zimmers soweit ok, allerdings der Heizkörper (öfter Zimmerwechsel jedes mal gleich) zur Hälfte schwarz und ohne Farbe. Das restliche Zimmer sah optisch aus, als wäre es schnell freigeräumt worden und nicht sehr sauber. Danke auch, das der Patient daraufhin mit dem Krankenhauskeim (wurde durch Bronchoskopie festgestellt) mit Lungenentzündung starb.

Gut gelaufen:

Hier ist nichts gut gelaufen.

Schlecht gelaufen:

Datenschutz hat nicht stattgefunden und Hygiene war alles andere.

Verbesserungsvorschläge:

Zimmer müssten saniert werden oder wenigstens ordentlich geputzt.

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Einen nahestehenden Menschen im Krankenhaus zu verlieren ist ein tiefer Einschnitt – besonders dann, wenn im Rückblick Fragen offen bleiben, die man sich nicht aussucht. Der folgende Fallbericht beschreibt, was Angehörige in einer solchen Situation erlebt haben: Ein Patient wurde nach einer Verlegung auf ein Einzelzimmer in einer Situation betreut, in der vertrauliche Arztgespräche an einem öffentlich zugänglichen Pflegetresen stattfanden – so laut, dass andere Personen die Diagnose und weitere medizinische Informationen mithören konnten. Gleichzeitig wiesen sichtbare Verschmutzungen am Heizkörper und im Zimmer auf mögliche Mängel bei der Reinigung hin. Im weiteren Verlauf erkrankte der Patient an einer Infektion mit einem Krankenhauskeim – einer Infektion, die er nicht überlebte.

In einer solchen Situation – mit einem schwer kranken, über 80-jährigen Menschen, der bereits auf einer Zwischenintensivstation behandelt worden war – hatten weder der Patient noch die Angehörigen einen realistischen Spielraum, unmittelbar und wirksam einzugreifen. Das ist wichtig anzuerkennen: Was hier passiert ist, lag nicht in der Hand der Betroffenen.

Was Angehörige oder Begleitpersonen tun können

Auch wenn sich nicht jede Situation beeinflussen lässt, gibt es Möglichkeiten, wie Angehörige im Krankenhausalltag aufmerksam agieren können – ganz nach eigenen Möglichkeiten und Kräften.

  • Vertraulichkeit bei Arztgesprächen einfordern: Es ist möglich, vor einem Gespräch darum zu bitten, es in einem geschlossenen Raum oder zumindest abseits von Mitpatienten und Besucher:innen zu führen – zum Beispiel mit dem Hinweis: „Wäre es möglich, das Gespräch an einem ruhigeren Ort zu führen? Mir ist wichtig, dass wir ungestört sind.“
  • Auffälligkeiten im Zimmer ansprechen: Wenn Bereiche des Zimmers – etwa Heizkörper oder Oberflächen – sichtbar verschmutzt wirken, kann dies dem Pflegepersonal oder dem Stations-Hygienebeauftragten (der für Infektionsprävention zuständigen Person auf der Station) gemeldet werden. Eine ruhige, direkte Rückmeldung ist dabei vollkommen angemessen.
  • Fragen zur Hygienesituation stellen: Bei Bedenken zur Sauberkeit oder zur Infektionsvorbeugung – insbesondere bei immungeschwächten Patient:innen – ist es möglich, gezielt nachzufragen: „Welche besonderen Hygienemaßnahmen gelten für dieses Zimmer?“
  • Beschwerden dokumentieren: Wenn Anliegen mündlich nicht gehört werden, kann eine schriftliche Rückmeldung an das Patientenfürsprecheramt der Einrichtung – eine unabhängige Anlaufstelle innerhalb des Krankenhauses – eine weitere Möglichkeit sein.

Für die Zukunft: Was sich vorbereiten lässt

  • Eine Vertrauensperson benennen, die bei Krankenhausaufenthalten regelmäßig begleitet und im Bedarfsfall Rückmeldungen an das Personal geben kann – besonders wenn der Patient selbst nicht in der Lage ist, das zu tun.
  • Eine Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung vorbereiten – diese Dokumente ermöglichen es einer benannten Person, im Ernstfall stellvertretend Entscheidungen zu treffen und Auskunftsrechte wahrzunehmen.
  • Sich vorab über das Patientenfürsprecheramt der jeweiligen Einrichtung informieren – diese Stelle ist kostenfrei und unabhängig erreichbar und kann bei Konflikten oder Beschwerden vermitteln.
  • Eigene Beobachtungen während eines Krankenhausaufenthalts kurz notieren – Datum, Zimmer, was aufgefallen ist. Das kann hilfreich sein, wenn später eine offizielle Rückmeldung gegeben werden soll.

Sie sind nicht allein

Wer als Angehöriger einen Todesfall im Krankenhaus erlebt hat und Fragen zu den Umständen hat oder einfach Unterstützung sucht, kann sich an die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) wenden – kostenfrei und vertraulich, telefonisch unter 0800 011 77 22. Auch auf mehr-patientensicherheit.de finden Angehörige weitere Informationen und die Möglichkeit, eigene Erfahrungen anonym zu berichten – denn jeder Bericht kann dazu beitragen, dass andere Familien ähnliche Situationen nicht durchleben müssen.

Wenn der Verlust schwer wiegt und die Gedanken nicht zur Ruhe kommen, ist die TelefonSeelsorge jederzeit erreichbar – kostenfrei, rund um die Uhr: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Angehörige oder Angehöriger einer Patientin oder eines Patienten
Alter: 80+ Jahre
Art der Einrichtung:Krankenhaus, sonstiger Bereich
Geschlecht: weiblich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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Wichtige Mitteilung:

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Patient:innen und Angehörige,

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Vielen Dank für Ihr Verständnis, Ihr Mehr-Patientensicherheit-Team