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2024-1227

Verpflegung mit allergiefreien Speisen klappt nicht

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Fallbeschreibung:

Allergiegerechte Ernährung in der Reha: Wenn Laktose und Histamin im Essen bleiben

Es gab eine Auswahl von drei Speisen, die man für jeden Wochentag ankreuzen konnte. Aber in fast allen 3 Auswahlmenüs war Laktose und Histamin verarbeitet worden. Es gab eine „Ernährungsberatung“, die aber nichts ausrichten konnte, denn das Essen wurde „günstig“ von auswärts angeliefert und nicht in der privaten EInrichtung zubereitet (wie früher, als diese noch eine Klinik war).

Der ebenfalls vorgehaltene „Sonderspeisen“plan wurde mir zwar gezeigt, aber kam nicht zum Einsatz, Statt dessen durfte ich eine Mischung aus „Bausteinen“ essen, die sich wiederholten. Zum Beispiel „Kaisergemüse“ und dazu essigfreier „Salat“ aus Rote Bete Stückchen. Der Vorteil war, daß ich dort abgenommen habe. ABER: die Reha-Patienten waren alle älter und frisch operiert. Solche Patienten benötigen viel Einweiß und Gemüse, das Essen war aber Kohlenhydratlastig. Für Allergiker war so gut wie nichts da, obwohl ich vor der Reha einen Anamnesebogen ausgefüllt hatte.

Gut gelaufen:

Ich habe abgenommen. Das Personal war sehr bemüht und freundlich, aber machtlos. Ich wurde gebeten, einen Bericht einzureichen, denn wenn eine Patientin etwas sagen würde, würde die Klinikleitung / das (auswärtige zentrale) Management darauf hören, nicht aber auf die in der Klinik angestellte Beraterin. Es sollte auch nicht sein, daß Pflegepersonal, Ernährungsberaterin, Beschwerdemanagerin usw in Urlaub geschickt werden, ohne daß Ersatz für die jeweilige Funktion da ist.

Schlecht gelaufen:

Das System ist nicht änderbar. Es sei denn, die Ernährungsberaterin und die anderen Betreuungskräfte bekommen Einfluß. Für 150 Patienten waren gerade mal 6 Schwestern im hauseigenen Pflegestützpunkt. Die Folge: Patienten nach Hüft OP – die sich nicht über 90 Grad bücken dürfen – mußten mit nassen Füßen nach dem Duschen mit dem Aufzug zum Pflegestützpunkt fahren, um sich den Fuß trocknen, eincremen und den Kompressionsstrumpf anziehen zu lassen. Natürlich war auch eine vorherige Terminabsprache erforderlich, weil die Pflege andauernd zu tun hatten. Es gab auch den „guten Rat“ zum Füße trocknen einen Föhn zu benutzen. Was im Fall von Neurodermitis / Psoriasis eine Zumutung ist.

Verbesserungsvorschläge:

Bei der Auswahl einer Anschluß-Reha sollten auch sonstige Krankheiten/Behinderungen berücksichtigt werden. Ich durfte zB nicht in das Bewegungsbad, weil darin Chlor war, aber es gab keinen „Ersatz“ dafür – auch gab es bei der Reha-Gymnastik keine Alternative zu den Latexhaltigen Terabändern und Bällen. Erst kurz vor Ende der Reha hat eine Physiotherapeutin tatsächlich Tennisbälle anstelle der Latexbälle „angeboten“.

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Wer mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Allergien eine stationäre Rehabilitation antritt, vertraut darauf, dass die dort gemachten Angaben zur eigenen Gesundheit bei der Versorgung berücksichtigt werden. Wenn das trotz ausgefüllter Anamnesebögen – also der schriftlichen Erfassung der Krankengeschichte vor Behandlungsbeginn – nicht gelingt, kann das nicht nur belastend, sondern auch gesundheitlich folgenreich sein, besonders für Menschen, die sich nach einer Operation in einer Genesungsphase befinden.

In solchen Fällen kann die Ursache außerhalb der einzelnen Einrichtung liegen: Wenn Mahlzeiten zentral von externen Anbietern geliefert werden und das Personal vor Ort keinen direkten Einfluss auf die Zusammensetzung hat, entstehen Lücken zwischen dem, was dokumentiert wurde, und dem, was tatsächlich auf dem Teller landet. Engpässe beim Pflegepersonal können zusätzlich dazu führen, dass auch andere individuelle Bedarfe – zum Beispiel bei der Körperpflege oder bei Therapiematerialien – nicht ausreichend berücksichtigt werden.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer im Vorfeld oder während eines Reha-Aufenthalts auf ähnliche Schwierigkeiten stößt, kann verschiedene Wege nutzen, um auf die eigene Situation aufmerksam zu machen.

  • Unverträglichkeiten und Allergien frühzeitig und mehrfach kommunizieren: Es ist möglich, die eigenen Unverträglichkeiten nicht nur im Anamnesebogen zu vermerken, sondern diese beim Aufnahmegespräch noch einmal ausdrücklich anzusprechen – am besten schriftlich, damit sie dokumentiert sind. Eine Formulierung könnte lauten: „Ich habe eine Laktose- und Histaminintoleranz eingetragen. Können Sie mir zeigen, welche Speisen für mich geeignet sind und wie das gehandhabt wird?“
  • Konkrete Alternativen erfragen: Wenn das reguläre Angebot nicht passt, ist es möglich, gezielt nach einem Sonderernährungsplan oder einzelnen Ersatzoptionen zu fragen – und sich bestätigen zu lassen, wie und durch wen dieser umgesetzt wird.
  • Beschwerdemanagement und Rückmeldewege nutzen: Viele Einrichtungen haben ein offizielles Beschwerdemanagement. Eine schriftliche Rückmeldung – auch während des Aufenthalts – kann dazu beitragen, dass Probleme dokumentiert und weitergeleitet werden. Wie dieser Fall zeigt, kann eine Patientenstimme manchmal mehr bewegen als interne Hinweise des Personals.
  • Auf fehlende Therapiealternativen aufmerksam machen: Wenn bestimmte Therapieangebote wegen einer Allergie oder Unverträglichkeit nicht zugänglich sind – etwa ein Bewegungsbad mit Chlor oder latexhaltige Materialien –, ist es möglich, frühzeitig nach gleichwertigen Alternativen zu fragen, damit diese rechtzeitig organisiert werden können.

Worauf Sie achten können

  • Wurde der ausgefüllte Anamnesebogen mit dem Aufnahmepersonal besprochen, und ist dokumentiert, wie auf Ihre Unverträglichkeiten reagiert wird?
  • Gibt es in der Einrichtung eine Ansprechperson für Ernährungsfragen, und hat diese tatsächlich Einfluss auf das Speiseangebot – oder wird das Essen extern geliefert ohne individuelle Anpassungsmöglichkeit?
  • Sind alle für Sie relevanten Therapieangebote zugänglich, oder gibt es Einschränkungen durch Allergien oder andere Erkrankungen, für die eine Alternative nötig wäre?
  • Ist während des gesamten Aufenthalts eine Ansprechperson für Beschwerden erreichbar – auch wenn einzelne Beratungskräfte abwesend sind?

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 70-79 Jahre
Art der Einrichtung:Rehaeinrichtung, stationär, Krankenhaus
Geschlecht: weiblich

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