2024-168
Unzureichende Dosierung bei Krampfanfall/Herpesencephalitis mit schweren Folgen
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Mein Mann wurde wegen generalisierten Krampfanfall/Herpesencephalitis eingeliefert. Er war 7 Wochen in der Klinik. Man hat die Virenlast nicht in den Griff bekommen. Es lag an einer viel zu niedrigen Dosis der Medikamentengabe. Außerdem hat mein Mann sich in seinem verwirrten Zustand die Kanülen immer selbst herausgezogen so dass das wichtige Mittel nicht in seinen Körper gelangt ist sondern im Bett oder auf dem Boden.
Er hat sich sogar den ZVK herausgezogen. Durch Zufall wurde dies in der Nacht entdeckt. Manchmal hat er sich den Zugang auch im Bad herausgezogen dann ist das Mittel in dem Abfluss gelaufen. Als ich dies festgestellt und angemerkt habe wurde ich „ausgelacht“. Die Pflege war mit der Überwachung meines Mannes völlig überfordert. Er hätte viel besser überwacht werden müssen. Die Ärzte die meinen Mann behandelt haben wechselten leider sehr oft und hatten wenig Erfahrung (sehr junge Ärzte), so dass die Dosis der Medikationen viel zu spät erhöht wurde. Mein Mann hat dadurch einen nicht rückgängig machenden kognitiven Schaden genommen. Er ist als behinderter Mensch entlassen worden und ist nun pflegebedürftig.
Eine schwere Hirnhautentzündung durch Herpesviren – die sogenannte Herpesencephalitis – ist eine lebensbedrohliche Erkrankung, die sehr schnell zu Verwirrtheit und unkontrolliertem Verhalten führen kann. Angehörige, die in einer solchen Situation beobachten, dass etwas nicht stimmt, befinden sich in einer außerordentlich belastenden Lage – zwischen der Sorge um den erkrankten Menschen und dem Gefühl, nicht gehört zu werden.
Bei einer Herpesencephalitis wird ein antivirales Medikament – meist Aciclovir – über eine Vene verabreicht, häufig über einen zentralen Venenkatheter (ZVK), also einen Schlauch, der direkt in eine große Vene führt. Wenn Betroffene aufgrund ihrer Verwirrtheit diesen Zugang entfernen, gelangt das Medikament nicht in den Körper – ein Problem, das in diesem Fall schwerwiegende Folgen hatte. Gleichzeitig stellt die ausreichende Dosierung des Medikaments eine komplexe medizinische Entscheidung dar, die von vielen Faktoren abhängt und regelmäßiger Überprüfung bedarf.
Angehörige kennen den erkrankten Menschen oft am besten – und können dadurch wichtige Beobachtungen einbringen, die dem medizinischen Team helfen. Folgende Möglichkeiten können dabei unterstützen:
Wer als Angehöriger eine belastende Erfahrung wie diese gemacht hat, kann sich an die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) wenden – kostenlos, vertraulich und ohne rechtliche Konsequenzen. Auf mehr-patientensicherheit.de ist es außerdem möglich, solche Erlebnisse anonym zu melden und damit dazu beizutragen, dass ähnliche Situationen in Zukunft seltener werden.
Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt.
Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:
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Die Betriebskrankenkassen:
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