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2025-317

Wegen falscher Verordnung massiv Überdosiert

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Fallbeschreibung:

RLS-Überdosierung: Augmentation durch falsche Verordnung

Seit Herbst 2019 habe ich Ein- und Durchschlafstörungen. Schon als Kind war ich immer ein Zappelphilipp.
Die Schlafstörungen wurde jahrelang ärztlicherseits nicht ernst genommen und auf Wechseljahre geschoben ohne weitere Untersuchung.
2020 kam es zum Burnout, es wurde Trimipramin verordnet. Durch dieses Antidepressiva wurde meine Zappelei immer schlimmer, 2021 wurde dann ein moderates Restless Legs Syndrom (RLS) diagnostiziert. Im Anschluss war ich im Frühjahr 2021 in einer stationären psychosomatischer Reha. Hier bekam ich jeden zweiten Tag ein anderes Antidepressiva und meine Einwände, dass mein RLS getriggert wird, wurde nicht ernst genommen. Im Ergebnis hatte ich nach der Reha schweres RLS, welches mit einem Dopaminagonisten (Pflaster 24/7) behandelt werden musste.
Im Laufe der nächsten Monate verschlechterte sich RLS und immer mehr Medikamente wurden verordnet. Zuletzt bekam ich Neupropflaster 3mg (Höchstdosierung für RLS), Pramipexal 0,52mg retardiert und Gabapentin 300mg.
Wegen einem leichten Schlaganfall im Herbst 2022 befand ich mich seit 2023 in neuropsychologischer Behandlung. Da meine kognitiven Einschränkungen sich nach einem Jahr leider verschlechterten, empfahl meine Neuropsychologin ein Schlaflabor aufzusuchen, ob die kognitiven Einschränkungen vom Schlafmangel kommen. Meine Neurologin verweigerte eine Überweisung. Daraufhin wechselte ich den Neurologen. Leider nahm auch der neue Neurologe RLS nicht ernst, stellte lediglich die Rezepte für meine Medikamente aus, aber gab mir wenigsten eine Überweisung für das Schlaflabor.
Drei Besuche des Schlaflabors im Abstand von 6 Monaten ergaben, dass ich neben RLS ein schweres PLM habe und mein Gehirn bekam fast jede Minute unbewusste Weckreaktionen. Der Schlafmediziner gab mir eine Einweisung in eine Fachklinik für neurologische Bewegungsstörungen.
Die stationäre Aufnahme war im Herbst 2025. Schon bei der Aufnahme konnten die Ärzte nicht verstehen, warum man mir zwei Dopaminagonisten in höchster Dosis verschrieben hatte.
Ein Medikament wurde abgesetzt und dafür bekomme ich nun alle 12 h Targin 10mg. Wegen der falschen Medikamentenverordnung leide ich jetzt an sehr schwerem RLS.
Die Gabe dieses Opioid muss ärztlich begleitet werden. Mein Hausarzt stellt mir das BTM-Rezept aus, ist aber kein Neurologe. Seit Wochen suche ich einen RLS und BTM erfahrenen Neurologen leider ohne Ergebnis.
Ich bin so sauer, dass mich unabhängig zwei Fachärzte falsch behandelt haben, so dass es zur Augmentation kam und ich jetzt Opioide nehmen muss.

Gut gelaufen:

Das beste was mir passieren konnte, war meine aufmerksame Neuropsychologin und die stationäre Behandlung in einer Fachklinik

Schlecht gelaufen:

Neurologe hören nicht richtig zu und nehmen RLS nicht ernst bzw informieren sich nicht

Verbesserungsvorschläge:

Mehr Aufmerksamkeit der Ärzte und Patienten ernst nehmen. Auch bei RLS sich fachlich informieren, z. B. Lesen der Leitlinien der RLS Vereinigung e.V.

Weitere Infos:

Viele RLS-Patienten benötigen keine oder nur Bedarfsmedikamente. Aber Ärzte, insbesondere Fachärzte, sollten jeden einzelnen Patienten genauer untersuchen und den Schweregrad testen. Das Syndrom, durch falsche Medikamente Patienten kränker zu machen ist ein Unding. An wen oder was soll man sich sonst vertraulich wenden.

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Eine Situation wie diese, in der Beschwerden über Jahre nicht richtig eingeordnet werden und Behandlungen die Lage schrittweise verschlimmern, ist außerordentlich belastend – körperlich wie emotional. Wenn mehrere Fachärzte an der Versorgung beteiligt sind und Medikamente über längere Zeit angepasst werden, kann die Übersicht darüber, was wirkt, was schadet und was fehlt, auch für erfahrene Behandelnde schwierig sein.

Das Restless-Legs-Syndrom (RLS) – ein neurologisches Syndrom, das sich durch einen unkontrollierbaren Bewegungsdrang, meist in den Beinen, äußert – ist in seiner schweren Form anspruchsvoll zu behandeln. Ein bekanntes Risiko bei bestimmten Medikamenten gegen RLS (sogenannten Dopaminagonisten) ist die sogenannte Augmentation: Dabei verstärken sich die Beschwerden durch die Behandlung selbst, anstatt besser zu werden. Dieses Risiko ist in medizinischen Leitlinien beschrieben, erfordert aber genaue Kenntnis des Krankheitsbildes.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer mit einer komplexen oder chronischen Erkrankung lebt, kann auf verschiedene Wege zurückgreifen, um die eigene Versorgung aktiv mitzugestalten.

  • Eine eigene Medikamentenliste führen: Es ist möglich, alle eingenommenen Medikamente – mit Dosierung und verschreibender Praxis – schriftlich festzuhalten und bei jedem Arzttermin mitzubringen. Das erleichtert es allen Behandelnden, den Gesamtüberblick zu behalten. Ein Bundeseinheitlicher Medikationsplan kann beim Hausarzt oder in der Apotheke erstellt werden.
  • Eigene Beobachtungen dokumentieren: Veränderungen der Beschwerden – ob Verbesserung oder Verschlechterung – lassen sich in einem kurzen Tagebuch festhalten. Eine Formulierung wie „Seit der Umstellung des Pflasters habe ich bemerkt, dass die Unruhe in den Beinen deutlich zugenommen hat – ich möchte das gerne mit Ihnen besprechen“ kann helfen, solche Beobachtungen klar in ein Gespräch einzubringen.
  • Eine Zweitmeinung einholen: Bei unklarer Diagnose oder ausbleibender Besserung ist es möglich, eine weitere Fachperson um eine unabhängige Einschätzung zu bitten. Das ist ein gesetzlich verankertes Recht und kein Misstrauensvotum gegenüber der behandelnden Praxis.
  • Spezialisierte Einrichtungen suchen: Für bestimmte Erkrankungen gibt es Fachzentren oder spezialisierte Ambulanzen – etwa für neurologische Bewegungsstörungen oder Schlafmedizin. Die Deutsche RLS-Vereinigung e. V. bietet Informationen und eine Anlaufstellensuche an.

Worauf Sie achten können

  • Werden Ihre geschilderten Beschwerden im Gespräch aufgegriffen – und nicht auf eine andere Ursache verschoben, ohne dass eine Untersuchung stattfindet?
  • Erklärt die behandelnde Person, warum ein Medikament in welcher Dosierung verordnet wird – und welche Risiken damit verbunden sein können?
  • Gibt es eine koordinierende Stelle (z. B. Hausarzt oder spezialisierte Praxis), die den Überblick über alle beteiligten Fachbereiche behält?
  • Fühlen Sie sich gehört, wenn Sie Veränderungen oder Verschlechterungen berichten – und werden diese dokumentiert und weiterverfolgt?

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 50-69 Jahre
Art der Einrichtung:Krankenhaus, sonstiger Bereich, Ambulante Praxis, Arztpraxis
Geschlecht: weiblich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

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