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2026-211

Behandlung als Brustkrebspatientin – Kommunikations- und Organisationsprobleme

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Fallbeschreibung:

Kommunikationsprobleme im Brustzentrum: Fallbericht

Ich wurde als Brustkrebspatientin im zertifizierten Brustzentrum des Klinikums behandelt.
Beim Aufnahmegespräch kam es schon zu Irritationen, indem mir der behandelnde Arzt erklärte, dass keine Lymphknoten befallen sind und deshalb auch keine Entnahme erforderlich ist.
Der vorbereitende Pfleger wollte mich danach 2 mal zur Lymphknotenentnahme schicken.
Ich habe eine private Zusatzversicherung für Einzelzimmer und Chefarzt Behandlung durch leitenden Arzt und hatte mich auf Empfehlung des Oberarztes für ein Einzelzimmer und eine Station entschieden.
Dort wurde mir mitgeteilt, dass ich am Vortag der OP ab nachmittags anrufen soll um mir den genauen Termin zur Aufnahme zu holen.
Vor der genannten Uhrzeit rief die Station von sich aus an und erteilte mir den Termin zur Aufnahme auf Station.
Nachts weckt mich ein Anruf der Station mit der unfreundlichen Ansage, ich hätte mich nicht gemeldet und nannte mir nochmals eine Uhrzeit (sehr früh), zu der ich am nächsten Morgen da sein soll, ansonsten wären alle Ärzte im OP und ich bekäme Probleme.
Danach war an Schlaf nicht mehr zu denken.
Bei Ankunft war zunächst kein Ansprechpartner anwesend, eine halbe Stunde später bekam ich einen ellenlangen Fragebogen, der schon viel eher hätte abgearbeitet werden können.
Noch eine halbe Stunde später fragte mich ein Pfleger, ob ich auf mein Zimmer wollte, es wäre aber kein Einzelzimmer, da sie angeblich über Nacht Notfälle gehabt hätten.
Ich habe verneint und wurde dann sehr unhöflich darauf hingewiesen, dass ich jawohl nicht die ganze Zeit im Flur sitzen könne und die OP frühestens mittags oder nachmittags stattfinden würde.
Darauf hin wollte ich schon das Klinikum verlassen, bin aber zur Hauptpforte und habe um Aufnahme auf der Privatstation gebeten.
Oben auf der Privatstation war noch nicht klar, ob ein Zimmer frei war, da ich ja nicht angemeldet war und der Bettenplaner noch nicht vor Ort war.
Dann wurde ich von der ursprünglichen Station angerufen, wo ich denn bliebe, ich müsste zur Drahtführung und würde demnächst operiert.
Es wurde mir gesagt, dass der OP Termin seit dem Vortag feststeht und sich auch nichts geändert hätte.
Darauf hin habe ich die Fassung verloren.
[BESCHULDIGUNG] Ich finde es unverantwortlich, wie mit mir als Krebspatientin umgegangen wurde und frage mich, ob das einem zertifiziertem Brustzentrum würdig ist.
Bei der Entlassung gab es auch Unstimmigkeiten, da ich mich mit Absprache des Oberarztes entschieden hatte, erst einen Tag später entlassen zu werden, da noch Flüssigkeit in meine Drainage lief.
Leider wurde das auch falsch kommuniziert und eine Ärztin wollte mir schon einen Tag eher die Drainage ziehen und mich entlassen.
Zum krönendem Abschluss hat mir das Klinikum einen falschen Taxischein ausgefüllt mit der Angabe Hinfahrt statt Rückfahrt, so dass ich von der Krankenkasse immer noch keine Erstattung erhalten habe.

Gut gelaufen:

Die Privatstation war sehr gut, das Personal sehr freundlich und hilfsbereit.

Schlecht gelaufen:

Der gesamte Ablauf, die Kommunikation und das unprofessionelle Verhalten der Station

Verbesserungsvorschläge:

Umgang mit psychisch belasteten Krebspatienten war in meinem Fall katastrophal und müsste grundsätzlich geändert werden.

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Eine Krebsdiagnose und eine bevorstehende Operation sind für Betroffene bereits eine enorme Belastung – umso mehr, wenn rund um den Eingriff organisatorische Unstimmigkeiten und widersprüchliche Informationen hinzukommen. Solche Situationen, in denen Abläufe nicht reibungslos ineinandergreifen, können das Vertrauen in die Versorgung erschüttern und zusätzlichen Stress erzeugen, der in einer ohnehin schwierigen Zeit besonders schwer wiegt.

Der geschilderte Fall zeigt, wie sich mehrere kleine Kommunikationsprobleme – unterschiedliche Aussagen zum OP-Verlauf, unklare Absprachen zur Zimmerplanung, widersprüchliche Rückmeldungen zur Entlassung – zu einer belastenden Gesamtsituation summieren können. Solche Konstellationen kommen in komplexen Klinikabläufen vor und betreffen keineswegs nur einzelne Einrichtungen.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer sich auf eine stationäre Behandlung vorbereitet, kann einige Schritte unternehmen, um wichtige Informationen gesichert und Missverständnisse leichter klärbar zu machen.

  • Wichtige Aussagen schriftlich festhalten: Angaben zum OP-Verlauf, zur Zimmervereinbarung oder zu geplanten Maßnahmen können notiert oder – wenn möglich – kurz per E-Mail bestätigt werden. Das erleichtert es, bei widersprüchlichen Informationen ruhig nachzufragen: „Mir wurde beim Aufnahmegespräch mitgeteilt, dass keine Lymphknotenentnahme vorgesehen ist – können Sie das bitte kurz überprüfen?“
  • Vereinbarungen zu Zimmerwünschen und Versicherungsleistungen frühzeitig klären: Es ist möglich, bereits vor der Aufnahme schriftlich bestätigen zu lassen, welche Leistungen – etwa ein Einzelzimmer oder die Behandlung durch einen bestimmten Arzt – vereinbart sind. So lässt sich bei Abweichungen leichter Bezug darauf nehmen.
  • Absprachen zur Entlassung dokumentieren: Wenn während des Aufenthalts Absprachen zum Entlasszeitpunkt oder zu medizinischen Maßnahmen wie dem Ziehen einer Drainage getroffen werden, kann es hilfreich sein, diese im Patientenprotokoll oder in eigenen Notizen festzuhalten – und beim nächsten Kontakt mit dem Pflegepersonal darauf hinzuweisen: „Mit dem Oberarzt war vereinbart, dass die Drainage erst morgen gezogen wird.“
  • Taxischein und Abrechnungsbelege vor Ort prüfen: Formulare für Fahrtkostenerstattung – wie Taxischeine – können direkt bei Ausstellung auf Richtigkeit überprüft werden (z. B. ob „Hinfahrt“ oder „Rückfahrt“ korrekt angegeben ist). Bei Fehlern ist eine Korrektur vor Ort in der Regel einfacher als im Nachhinein.

Worauf Sie achten können

  • Wurden Ihnen widersprüchliche Informationen gegeben – zum Beispiel zu geplanten Eingriffen oder zum OP-Termin? Es ist jederzeit möglich, um eine klärende Rücksprache zu bitten.
  • Sind Ihre Zusatzversicherungsleistungen (z. B. Einzelzimmer, Wahlarztbehandlung) vor der Aufnahme schriftlich bestätigt?
  • Sind Absprachen, die Sie mit dem ärztlichen Personal getroffen haben – etwa zur Entlassung oder zu bestimmten Maßnahmen – für das gesamte Team nachvollziehbar dokumentiert?
  • Wurden Ihnen Erstattungsformulare wie Taxischeine ausgehändigt? Ein kurzer Blick auf die eingetragenen Angaben (Datum, Richtung, Unterschrift) lohnt sich, bevor Sie die Einrichtung verlassen.

Sie sind nicht allein

Wenn Sie nach einem Krankenhausaufenthalt Fragen zu Ihren Rechten haben oder Unterstützung bei der Klärung von Unstimmigkeiten – etwa bei der Fahrtkostenerstattung – suchen, steht Ihnen die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) kostenlos zur Verfügung. Auf mehr-patientensicherheit.de können Sie Ihre Erfahrungen anonym berichten und damit dazu beitragen, dass solche Situationen künftig besser erkannt und verhindert werden.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 50-69 Jahre
Art der Einrichtung:Krankenhaus
Geschlecht: weiblich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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