Icon Mehr-Patientensicherheit
2024-198

Lungenentzündung nicht erkannt

Dieser Fall hilft die Patientensicherheit für alle zu verbessern. Sie möchten ebenfalls einen Fall melden? Zum Meldeformular

Fallbeschreibung:

Lungenentzündung spät erkannt – CIRS-Fall zur Patientensicherheit

Infekt, spastische Bronchitis, Atemnot, massiver Husten va nachts, erst 5,5 Wochen später zum Glück nochmal hingegangen (Fosterspray usw hatte etwas geholfen, dachte ich muss da halt weiter durch…) – Blutwerte crp 100, Röntgenbild: Röntgenarzt sehr erschrocken: weit fortgeschritten Lungenentzündung, „kurz vorm Kippen“, empfahl sofortige Krankenhauseinweisung.
bBei unserem 2.5 Sohn dasselbe nur, dass wir weitere Untersuchungen auf Hintergrund dieser Erfahrungen sehr forciert haben u Lungenentzündung bei ihm da aber noch nicht so weit fortgeschritten war.

Gut gelaufen:

Klarheit u Aufklärung des Röntgenarztes — im Gegensatz zu den anderen Ärzten hat er sich 5min Zeigt genommen das kurz zu erklären dass der Hausarzt dann zum Glück doch noch zum Röntgen geschickt hat dass wir das bei unserem Kleinen überprüfen lassen durften — wurden vorher aber 3x abgewiesen ohne für uns nachvollziehbare Erklärung, nur weil seine Sauerstoffsättigung bei der Kinderärztin dann bei 92 lag und nur mit nachdrücklicher Bitte im KH wo wir dann hingeschickt wurden, geröngt

Schlecht gelaufen:

nicht gut aufgeklärt worden viel zu wenig erklärt Kinderärzte überlastet (seit 3-4 Jahren zunehmend) , dadurch schnell so dass sie nicht zuende zuhören bzw Gefühl vermitteln, überbesorgt zu sein /zu nerven – wären beihnahe nicht hingegangen obwohl es kind schlecht ging weil wir so nicht rüberkommen wollen

Verbesserungsvorschläge:

im moment sind extrem viele atypische Lungenentzündungen unterwegs- der Austausch der Kinderärzte stadtweit hatte die Kinderärztin dafür sensibilisiert sowas wäre auch für Hausärzte gut um soöche untypischen Entwicklungen schneller mitzubekommen Entlastung der kinderärzte Schulung in Rollenspielen dazu wie Eltern sich fühlen– ohne gelingende Kommunikation zwischen Eltern u Kinderärzten drohen Fehldiagnosen/ schlechtere Versorgung das Röntgen für unseren Sohn hätten wir ihm ja auch gerne erspart, wir verstehen, dass Antibiotika vorsichtiger eingesetzt werden müssen. trotzdem hätten wir uns hier in einer Güterabwägung lieber gewünscht die 5 Tage Amoxi einfach zu bekommen statt 7h in der Kindernotaufnahme zu sitzen, dort Kapazität zu binden nur um das Okay fürs Röntgen für das wir von der Kinderärztin eingewiesen worden waren zu bekommen u dann Amoxi zu bekommen….. dass es hier so wenig Möglichkeiten gibt Kinder zu röntgen ist nicht gut die Kindernotsufnahme ist total überlastet, die Wartebereoche so, dass man sich bei den 2-8h Wartezeit oft andere Infekte mitnimmt — warum kann das nicht anders von den Aufgaben verteilt werden? zb dass die zwei Türen weiter befindliche Sprechstunde das übernimmt

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Wenn ein Atemwegsinfekt über Wochen anhält und die Beschwerden sich nur teilweise bessern, ist das eine erschöpfende und verunsichernde Situation. Dass man trotz anhaltender Atemnot und schwerem Husten lange Zeit nicht an eine ernsthaftere Erkrankung wie eine Lungenentzündung denkt – und auch nicht darauf hingewiesen wird – ist nachvollziehbar und kommt häufiger vor als allgemein bekannt ist.

Eine Lungenentzündung (Entzündung des Lungengewebes, meist durch Bakterien oder Viren ausgelöst) zeigt sich nicht immer mit den klassischen Zeichen wie Fieber und schwerem Krankheitsgefühl. Sogenannte „atypische“ Lungenentzündungen – ausgelöst durch bestimmte Erreger wie Mykoplasmen – können sich über Wochen schleichend entwickeln und zunächst einem hartnäckigen Bronchialinfekt ähneln. CRP (C-reaktives Protein, ein Blutwert, der auf Entzündungen hinweist) und ein Röntgenbild können in solchen Fällen wichtige Hinweise liefern, die bei alleiniger Untersuchung des Patienten nicht sichtbar sind.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer mit Atemwegsbeschwerden wiederholt in ärztlicher Behandlung ist und keine deutliche Besserung erlebt, hat verschiedene Möglichkeiten, die Untersuchung aktiv mitzugestalten.

  • Es ist möglich, bei einem erneuten Arztbesuch gezielt nach dem Verlauf zu fragen und anzusprechen, dass sich die Beschwerden trotz Behandlung nicht wesentlich verbessert haben – zum Beispiel: „Ich huste jetzt seit fünf Wochen nachts stark und bin kurzatmig. Kann das noch ein einfacher Infekt sein, oder gibt es einen Grund, das genauer abzuklären?“
  • Wer das Gefühl hat, nicht vollständig gehört zu werden oder sich nicht traut nachzufragen, kann die Beschwerden vor dem Termin schriftlich notieren – mit Beginn, Verlauf, genauen Symptomen und dem Zeitpunkt, seit dem keine Besserung eingetreten ist. Eine solche kurze Liste erleichtert es, auch in einem kurzen Gespräch alle wichtigen Informationen zu nennen.
  • Bei anhaltender Atemnot ist es möglich, konkret nach einer Messung der Sauerstoffsättigung (ein einfacher Clip-Test am Finger, der den Sauerstoffgehalt im Blut misst) oder nach einer Blutuntersuchung zu fragen. Diese Untersuchungen sind unkompliziert und können schnell einen Hinweis auf eine ernstere Erkrankung geben.
  • Wenn Kinder betroffen sind und Eltern das Gefühl haben, mit ihrer Sorge nicht ernst genommen zu werden, kann es helfen, ruhig aber bestimmt zu bleiben und nachzufragen: „Woran würden wir erkennen, dass wir sofort wiederkommen müssen – und was wäre dann der nächste Schritt?“ Eine klare Antwort auf diese Frage hilft dabei, den weiteren Verlauf besser einschätzen zu können.

Worauf Sie achten können

  • Atemnot, die sich trotz Behandlung nicht bessert oder nachts zunimmt, ist ein Zeichen, das eine erneute ärztliche Einschätzung rechtfertigt – auch wenn man zuletzt erst beim Arzt war.
  • Eine Sauerstoffsättigung unter 95 % (bei Kindern unter 96 %) gilt als Hinweis, dass die Lunge möglicherweise nicht ausreichend arbeitet – dieser Wert lässt sich einfach messen und ist ein wichtiger Anhaltspunkt.
  • Wenn eine Diagnose unklar bleibt oder die Behandlung nicht anschlägt, ist es möglich, nach einer Zweitmeinung zu fragen oder eine andere Praxis aufzusuchen – das ist ein normales und legitimes Vorgehen.
  • Wer sich nach einem Arztgespräch unsicher fühlt, weil wichtige Fragen offen geblieben sind, kann um eine kurze Erklärung bitten: „Können Sie mir kurz erklären, was das bedeutet und warum wir so vorgehen?“ Gute Aufklärung ist Teil der ärztlichen Aufgabe – wie dieser Fall auch zeigt, wenn es gut läuft.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 30-49 Jahre
Art der Einrichtung:Ambulante Praxis, Arztpraxis
Geschlecht: weiblich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

Icon Pfeil nach unten

Wählen Sie eines der anderen Themen

Wählen Sie das Thema aus, das zu Ihrem Fall am besten passt oder über welches Sie weitere Informationen und berteits veröffentlichte Fälle lesen möchten. Alternativ können Sie Ihren Fall auch direkt über das Meldeformular berichten.
Ersatzkassen des vdek

Die Betriebskrankenkassen:

Wichtige Mitteilung:

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Patient:innen und Angehörige,

Vielen Dank für Ihre wichtigen Meldungen. Unser System ist aufgrund der zahlreichen Eingänge im Moment an der Belastungsgrenze. Es ist daher zur Zeit nicht möglich, eine Meldung abzugeben. Wir arbeiten daran, das Problem zu lösen. Bitte versuchen Sie es in wenigen Stunden wieder.

Vielen Dank für Ihr Verständnis, Ihr Mehr-Patientensicherheit-Team