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2024-1047

Medikation ohne Untersuchung & Tests erhalten erhalten – Anämie verspätet erkannt

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Fallbeschreibung:

Anämie verspätet erkannt: Fehlende Diagnostik in der Praxis

Ich bin in die Praxis gekommen, mit starken über Wochen anhaltenden Kopfschmerzen, Herzrasen, Schwindel, Übelkeit, schwarz sehen und Durchfall. Wurde von dem Arzt nicht untersucht und bekomme nur eine 100-Packung Ibuprofen 600 mg. Ohne dass er irgendwas untersucht hatte.

Paar Wochen später suchte ich wieder die Arztpraxis auf und erkläre ihm wieder meine Beschwerden, wozu noch Kribbeln in den Händen und Beinen sowie Sprachschwierigkeiten zu gekommen sind. Nun hört er mich ab, tastet kurz meinen Bauch ab und macht letztendlich einen Bluttest. Da kommt raus, dass ich eine strake Anämie habe bei einem HB Wert von 4,5. Statt ins Krankenhaus schickt er mich nach Hause mit Eisentabletten, sowie Folsäure- und Vitamin C-Tabletten.

Allerdings verschlechtert sich mein Zustand rapide. Ich muss ins Krankenhaus, wo ich die zwingend notwendigen Bluttransfusionen bekomme. Viele Untersuchungen werden gemacht. Bei der Darm- und Magenspiegelung werden Proben entnommen, die zur Spezialklinik zur Untersuchung geschickt werden.

Nach einigen Tagen wurde ich aus dem Krankenhaus entlassen und bin zu meinem Hausarzt gegangen. Der entnahm mir ein weiteres Mal Blut und der HB Wert war wieder viel besser. Auch die Ergebnisse der Klinik sind bei ihm eingetroffen und laut ihm ist alles unauffällig. Nun ordnete er eine Rektomie an.

Diese war laut zwei verschiedenen Ärzten nicht nötig, da ich ja schon im Krankenhaus eine Darmspiegelung hatte. Also Fehlanordnung. Auch zur Gastroenterologie schickte mich mein Hausarzt. Da angekommen, fragte die Ärztin von der Gastroenterologie, ob ich den die Antibiotika-Kur genommen habe. Ich war dies bezüglich natürlich total verwundert, wovon sie sprach. Dann erklärte sie mir, dass die Proben aus der Klinik Bakterien aufweisen, welche die Ursache der Anämie sein könnte. Und auch dass es auf dem Befund der Klinik steht, dass diese Antibiotika-Kur empfohlen wurde. Sie war total verwundert, dass der Hausarzt da nichts angeordnet hat.

Gut gelaufen:

Keine Angaben

Schlecht gelaufen:

1. Der Arzt verschreibt Medikamente ohne jegliche Untersuchungen. 2. Der Arzt speist dich einfach mit Tabletten ab. 3. Statt mich ins Krankenhaus zu schicken, da ein HB-Wert unter 5 Transfusionspflichtig ist, schickt er mich mit Tabletten nach Hause. 4. Der Arzt ordnet falsche Untersuchungen an. 5. Er übersieht wichtige Befunde.

Verbesserungsvorschläge:

Keine Angaben

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Wenn Beschwerden über längere Zeit anhalten und sich trotz Behandlung verschlimmern, ist das eine belastende Erfahrung – körperlich wie emotional. Situationen wie diese zeigen, dass der Weg zur richtigen Diagnose manchmal mehrere Schritte und verschiedene Stellen erfordert, und dass wichtige Informationen auf diesem Weg nicht immer vollständig weitergegeben werden.

In diesem Fall lagen schwere Symptome wie ausgeprägte Erschöpfung, Herzrasen, Schwindel und neurologische Beschwerden vor, die schließlich auf eine schwere Blutarmut (Anämie – ein Mangel an roten Blutkörperchen) zurückzuführen waren. Die zugrundeliegenden Bakterien wurden durch Gewebeproben aus der Darm- und Magenspiegelung entdeckt. Befunde und Behandlungsempfehlungen erreichten die Betroffene nicht auf direktem Weg.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Folgende Möglichkeiten können dabei helfen, den Überblick über den eigenen Gesundheitszustand zu behalten und aktiv nachzufragen – gerade wenn mehrere Stellen beteiligt sind.

  • Befunde selbst anfordern und aufbewahren: Es ist möglich, von jeder Einrichtung – Krankenhaus, Facharztpraxis oder Klinik – eine Kopie der eigenen Befunde und Arztbriefe zu verlangen. Diese Unterlagen gehören der betroffenen Person und können bei jedem weiteren Arztgespräch mitgebracht werden. So lässt sich sicherstellen, dass alle Behandelnden über dieselben Informationen verfügen.
  • Aktiv nachfragen, was ein Befund bedeutet: Bei Untersuchungsergebnissen kann man direkt fragen: „Was hat die Untersuchung genau ergeben – und gibt es eine Empfehlung für eine weitere Behandlung?“ Das ist ein völlig normales Anliegen und kein Ausdruck von Misstrauen.
  • Symptome schriftlich festhalten: Wer seine Beschwerden, deren Verlauf und Veränderungen vorab aufschreibt, kann sie im Gespräch vollständiger schildern. Formulierungen wie „Die Symptome bestehen seit X Wochen und haben sich seitdem folgendermaßen verändert …“ helfen dabei, ein klares Bild zu vermitteln.
  • Eine Begleitperson mitnehmen: Gerade bei anhaltenden oder schweren Beschwerden kann eine Vertrauensperson beim Arztgespräch unterstützen – zum Mitschreiben, Nachfragen oder um das Gehörte hinterher gemeinsam zu besprechen.

Worauf Sie achten können

  • Wenn Beschwerden trotz Behandlung anhalten oder sich verschlechtern, ist es möglich, eine erneute Untersuchung oder eine zweite ärztliche Meinung einzufordern.
  • Bei Krankenhausaufenthalten kann man beim Entlassungsgespräch fragen: „Gibt es Befunde, auf die ich noch warte – und welche nächsten Schritte sind empfohlen?“
  • Wenn eine Ärztin oder ein Arzt eine Untersuchung anordnet, die bereits stattgefunden hat, ist es möglich nachzufragen: „Ich hatte diese Untersuchung bereits – ist sie dennoch erneut notwendig?“
  • Bei Unklarheiten zu Diagnosen oder Behandlungsempfehlungen steht die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) kostenlos zur Verfügung – telefonisch und online.

Sie sind nicht allein

Wenn Sie eine ähnliche Erfahrung gemacht haben oder unsicher sind, wie Sie mit einer Situation im Gesundheitswesen umgehen können, bietet die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) kostenlose und unabhängige Beratung an. Auf mehr-patientensicherheit.de können Sie außerdem eigene Erfahrungen anonym melden und damit dazu beitragen, dass andere von ähnlichen Situationen erfahren und sich vorbereiten können.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 15-29 Jahre
Art der Einrichtung:Ambulante Praxis, Arztpraxis
Geschlecht: weiblich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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