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2024-203

Unverträglichkeiten bei Essen und Medikamenten oft in Kliniken nicht beachtet

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Fallbeschreibung:

Unverträglichkeiten im Krankenhaus: Wenn Hinweise nicht ankommen

Ich leide an einer Histaminintoleranz und einer Fructoseunverträglichkeit.
Aufgrund dessen vertrage ich nicht jedes Medikament und nicht jedes Essen. Leider sind stationäre Aufenthalte deshalb für mich immer sehr schwierig gewesen.
Ich habe sowohl unverträgliche Medikamente erhalten, als auch unverträgliches Essen oder teilweise einfach kein Essen.

Obwohl ich bei der Aufnahme mehrfach darauf hingewiesen habe und teilweise sogar eine Ernährungsberaterin mit mir Kontakt aufgenommen hat, hat es noch in keiner Klinik geklappt.
Häufig muss ich Ärzte und Personal in den Kliniken aufklären, was die Unverträglichkeiten bedeuten. Leider ist dann beim Schichtwechsel das Wissen schon wieder verloren. Längere Krankenhausaufenthalte wären für mich aufgrund dessen undenkbar.

Gut gelaufen:

Keine Angaben

Schlecht gelaufen:

Besonders schlecht war beispielsweise, wenn ich über längere Zeit einfach kein Essen im Krankenhaus bekommen habe, weil es nur Dinge gab, die ich gar nicht essen kann oder die Küche überfordert war und einfach kein Essen geschickt hat. Oder in einem anderen Fall wussten die Ärzte nicht, welches Schmerzmittel für mich verträglich wäre und deshalb habe ich keines bekommen.

Verbesserungsvorschläge:

Das Personal in den Kliniken müsste besser geschult werden und z.B. ein Spezialist vor Ort sein, der in solchen Fällen das Personal berät. Die Essensausgabe müsste individueller werden.

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Wer mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten – also körperlichen Reaktionen auf bestimmte Lebensmittel oder deren Bestandteile – ins Krankenhaus kommt, bringt bereits viel Wissen über die eigene Erkrankung mit. Umso belastender ist es, wenn dieses Wissen im klinischen Alltag nicht zuverlässig ankommt oder nach einem Schichtwechsel wieder verloren geht. Histaminintoleranz und Fructoseunverträglichkeit sind Erkrankungen, die nicht nur die Ernährung, sondern auch die Verträglichkeit bestimmter Medikamente betreffen – und die im stationären Bereich besondere Absprachen erfordern.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Einige Strategien können dabei unterstützen, die eigenen Bedürfnisse im Krankenhaus sichtbar zu halten – unabhängig davon, wer gerade Dienst hat.

  • Schriftliche Übersicht mitbringen: Eine selbst vorbereitete Liste mit unverträglichen Lebensmitteln, Zusatzstoffen und Medikamenten kann bei der Aufnahme übergeben und in der Akte hinterlegt werden. Es ist möglich, ausdrücklich zu bitten, dass diese Liste sichtbar in den Unterlagen verbleibt – etwa mit dem Hinweis: „Können Sie diese Liste bitte so in meiner Akte ablegen, dass sie bei jedem Schichtwechsel zugänglich ist?“
  • Zuständigkeiten gezielt ansprechen: Es ist möglich, schon bei der Aufnahme zu fragen, wer im Team für Ernährungsfragen und für die Medikamentenauswahl zuständig ist – und bei Unklarheiten gezielt diese Personen anzusprechen.
  • Bei Schichtwechseln aktiv nachfragen: Es kann helfen, bei Dienstwechseln kurz zu erfragen, ob die Informationen zu den Unverträglichkeiten weitergegeben wurden – zum Beispiel: „Wurde Ihr Team über meine Unverträglichkeiten informiert?“ Das ist keine Kontrolle, sondern eine hilfreiche Absicherung.
  • Eigene Lebensmittel als Ergänzung einplanen: Wenn möglich und medizinisch unbedenklich, kann es sinnvoll sein, verträgliche Grundnahrungsmittel oder Snacks von zu Hause mitzubringen – als Absicherung für Situationen, in denen die Klinikküche kurzfristig keine geeignete Alternative bereitstellen kann.

Worauf Sie achten können

  • Liegt eine aktualisierte, schriftliche Übersicht der eigenen Unverträglichkeiten vor – gegliedert nach Lebensmitteln und Medikamenten?
  • Ist bei der stationären Aufnahme gefragt worden, ob ein ernährungsmedizinischer Dienst oder eine Diätassistenz einbezogen werden kann?
  • Ist bekannt, wie man im Krankenhaus eine Beschwerde oder Rückmeldung einreichen kann – zum Beispiel über das Patientenfürsprecheramt (eine unabhängige Anlaufstelle innerhalb der Klinik)?
  • Ist eine Vertrauensperson vorhanden, die bei längeren Aufenthalten unterstützen und als Ansprechpartner für das Personal zur Verfügung stehen kann?

Sie sind nicht allein

Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) bietet kostenfreie und neutrale Beratung für Menschen, die Schwierigkeiten in der medizinischen Versorgung erlebt haben – auch bei Fragen zu Unverträglichkeiten und stationären Aufenthalten. Auf mehr-patientensicherheit.de können eigene Erfahrungen gemeldet werden – anonym und ohne Wertung – damit andere Betroffene und Einrichtungen davon lernen können.

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 30-49 Jahre
Art der Einrichtung:Krankenhaus
Geschlecht: weiblich

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