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2026-242

Blasenspiegelung

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Fallbeschreibung:

Blasenspiegelung ohne Betäubung: Patientenbericht über starke Schmerzen

Bei mir wurde vor kurzem eine Blasenspiegelung gemacht, die sehr sehr schmerzhaft war. Ich lag mindestens eine Viertelstunde auf dem Untersuchungsstuhl und fand dies sehr anstrengend, da meine Beine die ganze Zeit am Zittern waren, wenigstens deckte die Pflegekraft den Intimbereich ab. Als der Arzt in den Untersuchungsraum kam, warf er mir einen kurzen Blick zu, las etwas im Computer und schaute ein paar Blätter durch. Er stellte sich auch nicht vor. Er ging auf meine geäußerten großen Ängste überhaupt nicht ein. Auch die im Aufklärungsbogen beschriebene örtliche Betäubung (mit anschließender Einwirkzeit) der Harnröhre fand nicht statt. Er führte das Zystoskop ein, obwohl ich sehr starke Schmerzen hatte und dies auch äußerte, besonders weh tat es, als er durch den Schließmuskel der Blase musste. Ich bat mehrmals darum mich entspannen zu dürfen, aber er hörte einfach nicht auf, in mir rum zuprorkeln. Während der ganzen Untersuchung sprach er nicht ein Wort mit mir, schaute mich nicht an, sondern blickte nur auf den Bildschirm. Die Pflegekraft war sehr nett, sie bot mir ihre Hand zum Festdrücken an… noch nicht mal bei einer Geburt brauchte ich das. Auch die Entnahme einer Gewebeprobe kündigte er nicht an, als der stechende Schmerz vorbei war, informierte mich die Pflegekraft darüber. Sie versuchte mich die ganze Zeit abzulenken, was aber bei den Schmerzen nicht möglich war. Während der ganzen Untersuchung hatte ich starke, schier unerträgliche Schmerzen. Wenn ich nur daran denke, kommen mir schon die Tränen, kriege ich Luftnot und Herzrasen. Noch nie hatte ich so schlimme Schmerzen bei einer Untersuchung. Ich war hinterher fix und fertig. Am Schlimmsten war, das der Arzt total unempathisch bei der Untersuchung vorgegangen ist und mich als schmerzempfindender Mensch total ignoriert hat. Ich fühlte mich – und ich war es ja auch – total ausgeliefert. Ich kam mir vor wie ein Mensch, den er abarbeiten musste.

Gut gelaufen:

Ich bin ca. 10 Tage mit diesem Trauma rumgelaufen, dann habe ich mich an das Qualitätsmanagement der Klinik gewendet und einem sehr netten Mitarbeiter mein Erlebnis erzählt. Dieser wollte das an den Chefarzt weitergeben. Leider habe ich vergessen, um eine Rückmeldung zu bitten…. Beim nächsten Mal denke ich daran. Gut ist, dass ich mich nicht mehr von diesem Arzt behandeln lassen muss.

Schlecht gelaufen:

-Kommunikation zwischen Arzt und Patient -das keine örtliche Betäubung, wie im Aufklärungsbogen geschrieben, stattfand

Verbesserungsvorschläge:

-Einhaltung der Vorgehensweise wie im Aufklärungsbogen geschrieben steht. -Schulung der Ärzte in Sachen Emüathie und Gesprächsführung

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Eine Blasenspiegelung – medizinisch Zystoskopie genannt – ist ein Eingriff, der für viele Menschen mit Anspannung und Schmerzen verbunden ist. Wenn dabei zugesagte Maßnahmen wie eine örtliche Betäubung ausbleiben und das Gespräch zwischen Arzt und Patientin fehlt, kann eine Untersuchung als tief belastend erlebt werden – körperlich wie seelisch.

In diesem Fall war die Patientin während der laufenden Untersuchung in einer Situation mit sehr eingeschränktem Handlungsspielraum. Gleichzeitig hat sie im Nachhinein einen wichtigen Schritt unternommen: Sie hat sich an das Qualitätsmanagement der Einrichtung gewandt – und damit einen Weg gefunden, ihre Erfahrungen sichtbar zu machen.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer eine ähnliche Untersuchung erwartet oder erlebt hat, findet hier einige Möglichkeiten, die zur eigenen Sicherheit und zum Wohlbefinden beitragen können.

  • Vor der Untersuchung gezielt nachfragen: Wenn im Aufklärungsbogen – dem Informationsblatt, das vor einem Eingriff unterschrieben wird – bestimmte Maßnahmen beschrieben sind, ist es möglich, diese vor dem Beginn anzusprechen: „Ich habe gelesen, dass eine örtliche Betäubung vorgesehen ist – wann wird diese durchgeführt?“
  • Ängste direkt ansprechen: Es ist möglich, dem Behandlungsteam bereits beim Betreten des Untersuchungsraums zu sagen, dass man sich Sorgen macht oder Schmerzen befürchtet. Eine kurze Rückmeldung wie „Ich bin sehr angespannt und bitte Sie, mir zu sagen, was gerade passiert“ kann dazu beitragen, dass das Team darauf eingeht.
  • Einen Stopp einfordern: Wer während einer Untersuchung starke Schmerzen verspürt, kann ausdrücklich darum bitten, kurz zu unterbrechen – auch wenn das im Moment sehr schwer fällt. Eine klare Aussage wie „Bitte halten Sie kurz inne, ich brauche einen Moment“ ist jederzeit möglich.
  • Eine Begleitperson mitbringen: Soweit dies organisatorisch möglich ist, kann eine vertraute Person im Wartebereich oder – nach Absprache – sogar im Raum eine wichtige emotionale Stütze sein und helfen, im Nachhinein das Erlebte einzuordnen.

Worauf Sie achten können

  • Der Inhalt des Aufklärungsbogens und das tatsächliche Vorgehen beim Eingriff stimmen überein – bei Abweichungen ist eine Nachfrage möglich.
  • Das Behandlungsteam stellt sich vor und erklärt, was während der Untersuchung passiert.
  • Geplante Maßnahmen – wie die Entnahme einer Gewebeprobe – werden vorab angekündigt.
  • Geäußerte Schmerzen oder Bitten um eine Pause werden wahrgenommen und ernst genommen.

Wenn die Erfahrung noch belastet

Wie in diesem Fall ist es auch nach einer belastenden Untersuchung möglich, das Gespräch mit dem Qualitätsmanagement oder der Patientenbeschwerdestelle einer Einrichtung zu suchen. Es empfiehlt sich dabei, ausdrücklich um eine Rückmeldung zum weiteren Vorgehen zu bitten.

Wer darüber hinaus Unterstützung bei der Einschätzung des Erlebten oder bei weiteren Schritten sucht, kann sich an die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) wenden – kostenfrei und anonym, telefonisch unter 0800 011 77 22. Auch mehr-patientensicherheit.de bietet Informationen und die Möglichkeit, eigene Erfahrungen zu teilen.

Wenn die Erinnerung an die Untersuchung körperliche Reaktionen wie Herzrasen oder Atemnot auslöst, ist es sinnvoll, dies mit einer Hausarztpraxis oder einer psychologischen Beratungsstelle zu besprechen – solche Reaktionen sind eine nachvollziehbare Antwort auf ein belastendes Erlebnis und verdienen Aufmerksamkeit.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 50-69 Jahre
Art der Einrichtung:Krankenhaus, Ambulante Praxis
Geschlecht: weiblich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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