Icon Mehr-Patientensicherheit
2025-180

Entlassung trotz Beschwerden nach Darm OP – Folge massive Atemnot & erneute KH-Aufnahme

Dieser Fall hilft die Patientensicherheit für alle zu verbessern. Sie möchten ebenfalls einen Fall melden? Zum Meldeformular

Fallbeschreibung:

Frühentlassung nach Darm-OP: Wassereinlagerungen übersehen

Der Patient wurde nach einer Darm OP trotz Meldung zu Wasser in den Beinen und Bauch mit einer Info entlassen, man solle etwas hin und her laufen.
Jedoch führten die Beschwerden später zu massiver Atemnot und endeten in der Notaufnahme und Aufnahme in die Kardiologische Station mit 5 tägigem Aufenthalt und weiterführenden Untersuchungen.
Die Versorgung durch das Pflegeperdonal war nervenaufreibend. Nicht jede Schwester war über das klingeln glücklich- meist wurden Schüler vorgeschickt- diese waren oft massiv überfordert. Für Patienten psychisch zusätzliche Belastung.

Gut gelaufen:

Trotz hohem Leistungsdruck sehr freundliche Schüler, Leih- und Hilfskräfte. Das junge Personal war meist freundlich.

Schlecht gelaufen:

Siehe Fallbeschreibung. Reaktion auf Klingeln. Extrem launisches Pflegepersonal ( je älter umso schlimmer), teilweise wurde mir Angst vor den Folgen meiner OP gemacht – Keine ausreichenden Informationen zur Nachsorge – Visite: 3-4 Chirurgen unterhalten sich am Bett miteinander über den Patient, aber selten mit dem Patient – kein Pfleger oder Arzt stellt sich vor – Wundversorgung: zum Teil wird das Pflaster durch die Schwester so runtergerissen, dass man Verbrennungen um die Narbe hat

Verbesserungsvorschläge:

All oben geschriebenes

Weitere Infos:

Ich werde diese Station nicht mehr betreten

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Eine Operation am Darm ist ein einschneidendes Erlebnis – körperlich und emotional. Wenn nach dem Eingriff neue Beschwerden auftreten und man sich dabei nicht ausreichend gehört fühlt, ist das eine besonders belastende Situation. Der geschilderte Fall zeigt, wie Symptome wie Wassereinlagerungen (Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe und in der Bauchhöhle) nach einer Entlassung zu ernsthaften Komplikationen führen können – in diesem Fall zu schwerer Atemnot und einer erneuten Krankenhausaufnahme.

Solche Verläufe entstehen nicht selten in einem Umfeld, das von hohem Zeitdruck, Personalengpässen und Kommunikationslücken geprägt ist. Das macht die Situation für Betroffene nicht weniger schwer – im Gegenteil.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer nach einem Krankenhausaufenthalt nach Hause geht, kann einige Möglichkeiten nutzen, um die eigene Sicherheit in der Übergangsphase zu stärken.

  • Beschwerden vor der Entlassung konkret benennen: Wenn körperliche Veränderungen auffallen – zum Beispiel geschwollene Beine oder ein aufgeblähter Bauch – ist es möglich, diese gezielt anzusprechen und nachzufragen, ab wann diese Beschwerden ernst genommen werden sollten. Eine Frage könnte lauten: „Woran erkenne ich, dass ich sofort in die Notaufnahme fahren muss?“
  • Schriftliche Nachsorgeinformationen einfordern: Es ist möglich, vor der Entlassung gezielt nach einem schriftlichen Merkblatt zu fragen – mit Angaben dazu, welche Symptome ein Warnsignal sind und an wen man sich wenden kann. Ein Beispiel: „Gibt es etwas Schriftliches, das ich mitnehmen kann, damit ich zu Hause weiß, worauf ich achten soll?“
  • Eine Vertrauensperson zur Visite bitten: Wer möchte, kann darum bitten, dass eine Angehörige oder ein Angehöriger bei Visiten anwesend ist. Vier Augen hören mehr als zwei – und eine Begleitperson kann Fragen stellen oder Informationen festhalten, die im Gespräch untergehen.
  • Bei Unsicherheit nach der Entlassung ärztlichen Rat suchen: Wenn Beschwerden nach einer Entlassung zunehmen oder neue Symptome auftreten, ist ein frühzeitiger Anruf bei der Hausarztpraxis oder beim ärztlichen Bereitschaftsdienst (116 117) eine sinnvolle Möglichkeit – auch ohne direkt in die Notaufnahme zu fahren.

Worauf Sie achten können

  • Sind meine Fragen zur Entlassung vollständig beantwortet worden – auch zu Warnsymptomen, die einen sofortigen Arztbesuch erfordern?
  • Habe ich eine schriftliche Information zur Nachsorge erhalten, die ich zu Hause nachlesen kann?
  • Weiß ich, an wen ich mich wenden kann, wenn sich mein Zustand nach der Entlassung verschlechtert?
  • Habe ich die Möglichkeit, eine Vertrauensperson zu Arztgesprächen oder Visiten mitzubringen, die mir hilft, Informationen aufzunehmen und Fragen zu stellen?

Sie sind nicht allein

Wenn Sie nach einem Krankenhausaufenthalt Fragen haben oder unsicher sind, ob Ihre Erfahrungen normal sind, bietet die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) kostenlose und neutrale Beratung an – telefonisch, online und in vielen Beratungsstellen vor Ort. Auf mehr-patientensicherheit.de können Sie außerdem Erfahrungen wie diese anonym berichten und damit dazu beitragen, dass ähnliche Situationen in Zukunft erkannt und verbessert werden.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 50-69 Jahre
Art der Einrichtung:Normalstation, Krankenhaus
Geschlecht: weiblich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

Icon Pfeil nach unten

Wählen Sie eines der anderen Themen

Wählen Sie das Thema aus, das zu Ihrem Fall am besten passt oder über welches Sie weitere Informationen und berteits veröffentlichte Fälle lesen möchten. Alternativ können Sie Ihren Fall auch direkt über das Meldeformular berichten.
Ersatzkassen des vdek

Die Betriebskrankenkassen:

Wichtige Mitteilung:

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Patient:innen und Angehörige,

Vielen Dank für Ihre wichtigen Meldungen. Unser System ist aufgrund der zahlreichen Eingänge im Moment an der Belastungsgrenze. Es ist daher zur Zeit nicht möglich, eine Meldung abzugeben. Wir arbeiten daran, das Problem zu lösen. Bitte versuchen Sie es in wenigen Stunden wieder.

Vielen Dank für Ihr Verständnis, Ihr Mehr-Patientensicherheit-Team